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Hilary erreicht Kalifornien – Warnung vor sintflutartigem Regen

Hilary erreicht Kalifornien – Menschen aus Flüssen gerettet

21.08.2023, 06:2521.08.2023, 18:10
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Sintflutartiger Regen und Überschwemmungen: Der Pazifik-Tropensturm Hilary hat den Südwesten der USA erreicht und versetzt die Region mit den Metropolen San Diego und Los Angeles in einen Ausnahmezustand.

So wurden in der Stadt San Diego nahe der Grenze zu Mexiko neun Menschen aus einem Flussbett gerettet, wie die örtliche Feuerwehr auf der Plattform X – vormals Twitter – am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Verletzte gab es demnach keine. «Die Einsatzkräfte suchen noch nach weiteren Personen, die Hilfe benötigen», hiess es weiter. Auch im Ventura County sind zwei Menschen den Behörden zufolge aus einem Fluss gerettet worden.

Vehicles cross over a flood control basin that has almost reached the street, Sunday, Aug. 20, 2023, in Palm Desert, Calif. Forecasters said Tropical Storm Hilary was the first tropical storm to hit S ...
Dieses Überlaufbecken bei Palm Desert, Kalifornien ist übervoll: Das Wasser erreicht fast die Strasse.Bild: keystone
epa10811212 A car is submerged in flooded water as Tropical Storm Hilary arrives in Cathedral City, California, USA, 20 August 2023. Southern California is under a tropical storm warning for the first ...
Cathedral City, California, 20. August 2023.Bild: keystone

Tropenstürme sind ungewöhnlich in dieser Region

Der Tropensturm, der im Laufe des Sonntags von einem Hurrikan herabgestuft wurde, hatte am späten Sonntagnachmittag (Ortszeit) den Südwesten der USA mit sintflutartigen Regen und Überschwemmungen erreicht. Tropenstürme sind sehr ungewöhnlich in dieser Region der USA. Der US-Wetterdienst warnte für Sonntagnacht und Montag vor historischen Niederschlagsmengen, die «lebensgefährliche» Sturzfluten und Überschwemmungen bringen könnten. Menschen müssten sich auf Erdrutsche und Schlammlawinen einstellen. Mehrere Schulen sind deswegen bereits geschlossen worden.

Zuvor war Hilary in Mexiko auf Land getroffen und hatte die Küste von Baja California erreicht. Der Sturm hatte sich im Laufe des Sonntags abgeschwächt und war vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft worden – blieb aber gefährlich. Inmitten der Vorbereitungen auf das Unwetter wurde Kalifornien auch noch von einem Erdbeben erschüttert.

epaselect epa10811121 People play with a drainage hose on the beach in Seal Beach, California, USA, 20 August 2023. Southern California is under a tropical storm warning for the first time in history  ...
Seal Beach am 20. August.Bild: keystone
A pedestrian tends to a broken umbrella as she walks through wind and rain on Hollywood Boulevard during Tropical Storm Hilary, Sunday, Aug. 20, 2023, in Los Angeles. (AP Photo/Chris Pizzello)
Hollywood Boulevard am 20. August.Bild: keystone

«Ich bin hierhergefahren und habe drei Unfälle auf der Autobahn beobachtet», sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Er warnte die Menschen in seinem Bundesstaat: «Wenn Sie denken, dass der Himmel klar ist und ich rausgehen und joggen oder spazieren gehen kann – seien Sie einfach vorsichtig und warten Sie bis morgen Abend um diese Zeit.» Der Demokrat hatte für Teile des Bundesstaates den Notstand ausgerufen.

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, warnte vor umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Stromleitungen. Besonders hart könnte es ausserdem die vielen Obdachlosen in der Stadt treffen, so Bass. In der Millionenmetropole bleiben am Montag die öffentlichen Schulen geschlossen.

Mindestens zwei Tote in Mexiko

Wäre Hilary in Kalifornien vom Meer auf Land getroffen, wäre es das erste Mal seit 1939 gewesen, dass ein tropischer Sturm in dem Bundesstaat auf Land getroffen wäre. Hilary änderte allerdings den vorhergesagten Kurs und zog als tropischer Sturm über Land von Mexiko nach Kalifornien. Auch das ist ein seltenes Wetterereignis.

In Mexiko forderte der Sturm Medien zufolge mindestens zwei Todesopfer. Ein Mann kam infolge von Überschwemmungen entlang der Pazifikküste von Nordwestmexiko ums Leben, wie die Zeitung «El Universal» berichtete. In der Stadt Mulegé in Baja California kam nach Informationen der Zeitung «Milenio» eine weitere Person bei dem Versuch ums Leben, einen Fluss zu überqueren.

Vor dem Sturm das Erdbeben

Kalifornien erlebte am Sonntag einen weiteren Schockmoment – am Nachmittag erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,1 den Bundesstaat. Grössere Schäden oder Todesopfer wurden zunächst nicht gemeldet. Gouverneur Newsom sagte, er habe sich gerade mit Einsatzkräften in San Bernadino getroffen, als ihn die Nachricht vom Erdbeben auf seinem Telefon erreichte. «Das sind ganz sicher interessante Zeiten», sagte er.

Der US-Wetterdienst warnte für Sonntagnacht und Montag vor historischen Niederschlagsmengen, die Sturzfluten und Überschwemmungen bringen könnten. Menschen müssten sich auf Erdrutsche und Schlammlawinen einstellen. Im Süden Kaliforniens müsse mit schweren Gewittern gerechnet werden, so die Meteorologen. Hilary werde dann voraussichtlich weiter nordwärts ziehen und sich am Montag über Nevada auflösen.

Kalifornien ist in den vergangenen Monaten immer wieder von Extremwetter heimgesucht worden. In diesem Jahr wurde der in der Vergangenheit oft von Trockenheit und Dürre geplagte Bundesstaat an der Westküste des Landes immer wieder von ungewöhnlich starken Niederschlägen heimgesucht. In höheren Lagen Kaliforniens wiederum fiel Anfang des Jahres ungewöhnlich viel Schnee. (sda/dpa)

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