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Ein US-Gericht musste klären, ob Migrantenkinder in Lagern Anspruch auf Seife haben (ja)

16.08.2019, 06:01

Migrantenkinder in US-Auffanglagern haben Anspruch auf Seife und saubere Bettwäsche – das hat ein Berufungsgericht jetzt klargestellt.

Ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco urteilte am Donnerstag, es sei von grundlegender Bedeutung für die Sicherheit von Kindern, dass diese genug zu Essen und sauberes Wasser zum Trinken hätten, in sauberen Einrichtungen mit Badezimmern untergebracht seien, «Seife und Zahnpasta» hätte und ausreichend schlafen könnten.

Teenager, die in die USA geflüchtet waren, in einem Lager in Tornillo, Texas. Das Camp wurde Anfang 2019 geschlossen.
Teenager, die in die USA geflüchtet waren, in einem Lager in Tornillo, Texas. Das Camp wurde Anfang 2019 geschlossen. Bild: AP/Ivan Pierre Aguirre

Die drei Richter wiesen damit einen Einspruch des Ministeriums für Innere Sicherheit gegen ein Urteil erster Instanz zurück.

Das Ministerium hatte argumentiert, ein Gesetz aus dem Jahr 1997 über eine «sichere und hygienische» Unterbringung schreibe nicht genau vor, mit welchen Artikeln Migrantenkinder versorgt werden müssten. Die Richter widersprachen dieser Auslegung nun «mit Nachdruck».

Die US-Behörden sind mit der grossen Zahl zentralamerikanischer Migranten überfordert, die in die USA gelangen wollen. In den vergangenen Monaten sorgten die Zustände in US-Auffanglagern an der Grenze zu Mexiko wiederholt für Empörung.

Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet äusserte sich im Juli «zutiefst schockiert» über die Zustände. Als Kinderärztin, Mutter und ehemalige Staatschefin Chiles sei sie entsetzt, «dass Kinder gezwungen sind, in überfüllten Einrichtungen auf dem Boden zu schlafen, ohne Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung oder Nahrung und unter schlechten sanitären Bedingungen». (sda/afp)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba
16.08.2019 08:45registriert Januar 2014
"Die drei Richter wiesen damit einen Einspruch des Ministeriums für Innere Sicherheit gegen ein Urteil erster Instanz zurück."

Das heisst, Homeland Security hat gegen die Verfügung, den Kindern Seife, Zahnpasta und saubere Bettwäsche zu geben rekurriert? Eine Behörde, die (Stand 2014) rund 60'000'000'000 US$ Budget hat (dürfte unter 45 nicht massiv gesunken sein) rekurriert wegen Seife & Zahnpasta? Oder war im erstinstanzlichen Entscheid noch was anderes drin wie: die Kinder müssen täglich dreimal ein Porterhouse-Steak vorgesetzt bekommen?

Es ist unglaublich, wie tief die USA gesunken sind.
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Butschina
16.08.2019 09:16registriert August 2015
Um das zu klären sollte gesunder Menschenverstand eigentlich ausreichen. Schon tragisch müssen dies Richter entscheiden. Zumal Seife, Zahnpasta und Bettwäsche nicht soo teuer sind.
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MBär
16.08.2019 10:33registriert Januar 2019
Ein US-Gericht sollte klären, ob die USA eine Vormundschaft braucht, da sie offenbar keine Verantwortung für sich selber übernehmen kann...
Kinder in Lager internieren, getrennt von ihren Eltern und ohne die nötige Betreuung & Einrichtung. Wie verblendet muss eine Gesellschaft sein, dass dies offensichtlich von einer Mehrheit hingenommen wird.
(Und kommt mir jetzt ja nicht mit dem Illegale-Flüchtlinge-haben-keine-Rechte-oder-Hätten-Zuhause-bleiben-können-Gejammere!)
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