Trump fliegt trotz Venezuela zum WEF nach Davos – diese Top-Minister nimmt er mit
Kommt er oder kommt er nicht? Als Donald Trump am 3. Januar 2026 US-Spezialeinheiten losschickte, um den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festzunehmen, schien plötzlich wieder alles offen. CH Media hatte am 22. Oktober 2025 exklusiv vermeldet, dass sich der US-Präsident für das Weltwirtschaftsforum angemeldet hat. Doch dieselben Quellen signalisierten unserer Redaktion nach dem Maduro-Coup, dass Trumps Besuch in Davos gefährdet sei.
In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar (Schweizer Zeit) gab es aber ein längeres Telefonat zwischen Bern und dem Weissen Haus in Washington, wie die «Schweiz am Wochenende» erfahren hat. Dabei wurde Trumps Teilnahme in Davos bestätigt – natürlich mit dem üblichen Vorbehalt, dass es immer überrollende Ereignisse geben kann.
Trump bleibt zwei Tage in Davos
Doch zurzeit ist gemäss verlässlichen Quellen folgender Ablauf vorgesehen: Donald Trump kommt am Mittwoch, 21. Januar, um den Mittag herum in Davos an. Sein Auftritt im Kongresszentrum soll um 14.45 Uhr stattfinden. In der Planung steht, dass Trump auch am 22. Januar noch am WEF teilnehmen wird. Ob es einen zweiten Auftritt gibt oder ob er hinter verschlossenen Türen Gespräche führt, ist nicht ersichtlich.
Der Präsident kommt nicht allein, sondern wird von den wichtigsten Ministern begleitet. Seine Entourage ist hochkarätiger, als sie bei seinen Besuchen in der ersten Amtsperiode war. Geplant ist die Teilnahme von:
- Marco Rubio, Aussenminister. Der frühere republikanische Senator ist zurzeit, nebst Vizepräsident JD Vance, Trumps wichtigster Mann. Die Maduro-Festnahme trägt Rubios Handschrift. Im Ukraine-Krieg gehört er in der US-Regierung zu den Verfechtern einer russlandkritischen Haltung.
- Steve Witkoff, Sonderbeauftragter für Friedensmissionen. Er ist eine Schlüsselfigur bei den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Anders als Rubio werden dem Immobilieninvestor Witkoff Sympathien zu Putin nachgesagt.
- Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump. Er ist beim Präsidenten nach dem Erfolg im Gaza-Krieg (Waffenstillstand) als Berater hoch im Kurs. Er hat für die Ukraine-Gespräche kein offizielles Mandat, soll aber Konzepte für die Zeit nach dem Krieg in der Ukraine entwerfen.
Dass Trump das Trio Rubio/Witkoff/Kushner mitnimmt, zeigt: Er möchte in Davos in der Ukraine-Frage einen Schritt weiterkommen. Laut verlässlichen Informationen ist inzwischen auch die Teilnahme von Wolodimir Selenski bestätigt, der ebenfalls mit einer hochkarätigen Entourage anreist.
Russische Vertreter sind in Davos weiterhin nicht dabei. Der Boykott des Weltwirtschaftsforums, 2022 noch unter WEF-Gründer Klaus Schwab verhängt, gilt auch unter der neuen Führung mit den Co-Präsidenten André Hoffmann und Larry Fink. Hinzu kommen die Sanktionen der USA.
Die beiden «Zoll-Krieger» sind da
Für die Schweiz besonders interessant sind zwei weitere Begleiter Trumps: Finanzminister Scott Bessent und Handelsminister Howard Lutnick. Sie sind die Architekten der neuen US-Zollpolitik. Früh sahen sie für die Schweiz einen tiefen Zoll vor, bis Trump sie vor dem 1. August überging und der Schweiz einen willkürlich hohen Satz von 39 Prozent auferlegte. Bekanntlich konnte nach einem Trump-Besuch von Schweizer Unternehmern – mit Rolex und Goldbarren im Gepäck – der Satz provisorisch auf 15 Prozent gesenkt werden. Doch Bessent und Lutnick sind entscheidend, wenn es um eine formelle Vereinbarung geht.
Ein solcher Deal muss bis 31. März stehen, sonst drohen erneut viel höhere Zölle. Für die Schweiz bietet sich in Davos eine doppelte Chance: Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat die Gelegenheit, in einem bilateralen Treffen mit Trump die Schweizer Sichtweise einzubringen; formelle Zollverhandlungen sind aber bei diesem Meeting nicht vorgesehen. Die Schweiz wird jedoch versuchen, mit Bessent und Lutnick direkte Gespräche zu führen. Für Davos angemeldet haben sich Bessents Amtskollegin, Finanzministerin Karin Keller-Sutter, sowie Aussenminister Ignazio Cassis.
Ebenfalls in Davos, aber nicht mit dem Zoll-Thema betraut, sind zwei weitere Bundesräte: Verteidigungsminister Martin Pfister und Energieminister Albert Rösti. Das offizielle Programm wird kommenden Dienstag bekannt. (aargauerzeitung.ch)
