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Trump provoziert mit Fessel-Video von Biden

Trump provoziert mit Fessel-Video von Biden

Donald Trump ist am Samstag für ein Video auf seiner Onlineplattform Truth Social kritisiert worden, in dem Präsident Joe Biden als gefesselt und entführt dargestellt wird. Bidens Wahlkampfkampagne erklärte, der Beitrag könne zu Gewalt führen. Trumps Kampagne wies die Kritik zurück.
31.03.2024, 10:03
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Das am Freitagnachmittag veröffentlichte Video zeigt zwei Pickup-Trucks, die auf einer Autobahn fahren und mehrere Trump-unterstützende Schilder und Flaggen transportieren. Auf der Heckklappe eines Fahrzeugs ist ein Bild zu sehen, das Biden liegend mit den Händen auf dem Rücken gefesselt darstellen soll.

Dieses Bild wurde auf Truth Social veröffentlicht.
Dieses Bild wurde auf Truth Social veröffentlicht.

«Dieses Bild von Donald Trump ist die Art von Mist, die man postet, wenn man zu einem Blutbad aufruft», sagte ein Sprecher von Bidens Kampagne und bezog sich damit auf eine Äusserung von Trump Mitte des Monats. Dabei hatte der Ex-Präsident vor einem «Blutbad» für die US-Autoindustrie gewarnt, falls er die Wahl nicht gewinnen sollte.

Trump rufe regelmässig zu politischer Gewalt auf «und es ist an der Zeit, dass die Leute ihn ernst nehmen», fuhr der Biden-Sprecher fort und verwies auf den Sturm des US-Kapitols in Washington im Januar 2021 durch hunderte Trump-Anhänger.

Secret Service schweigt

Seitens Trumps Kampagne hiess es, Demokraten und «Wahnsinnige» hätten nicht nur zu verabscheuungswürdiger Gewalt gegen Trump und seine Familie aufgerufen. Sie würden auch das Justizsystem als Waffe gegen ihn einsetzen.

Der US-Secret-Service, der amtierende und ehemalige Präsidenten schützt, wollte sich nicht dazu äussern, ob nach der Veröffentlichung des Videos eine Untersuchung eingeleitet wird.

Der Republikaner Trump und der Demokrat Biden haben sich in den Vorwahlen ihrer Parteien inzwischen die nötigen Delegiertenstimmen gesichert, um bei der Präsidentschaftswahl am 5. November wieder ins Rennen geschickt zu werden. Damit kommt es zu einer Wiederauflage des Duells von 2020, aus dem Biden als Sieger hervorgegangen war. Schon jetzt ist klar, dass der Wahlkampf einer der härtesten in der US-Geschichte werden wird. (sda/afp)

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ReMoo
31.03.2024 12:27registriert Dezember 2020
Wen überrascht das? Trump ist ein Bully durch und durch, Robert de Niro hat es in einem Interview auch gesagt, er habe viele Psychopaten gespielt, aber Trump könnte er nicht spielen da in den Meisten noch was Gutes steckt, bei Trump aber nicht
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Linus Luchs
31.03.2024 13:01registriert Juli 2014
Alleine schon diese Geschichte müsste ein Grund sein, Trump von den Wahlen auszuschliessen. Aber wie wir inzwischen wissen, kann er einen Staatsstreich anzetteln, immer noch frei herumlaufen und erneut kandidieren. Die US-Justiz ist offenbar narkotisiert.
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Amadeus
31.03.2024 13:24registriert September 2015
Schon krass wie Trump die Grenzen verschiebt. Vor kurzer Zeit wäre so ein Post untragbar gewesen. Heute zucken wir mit den Schultern und morgen bringt Trump dann eine neue Provokation.
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