International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trump erwägt Treffen mit Venezuelas Präsident Maduro – obwohl die USA ihn nicht anerkennen



Die USA halten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro für einen Drogenhändler und haben sogar ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Ein Treffen mit dem autoritären Staatschef kann sich US-Präsident Donald Trump trotzdem vorstellen.

«Ich würde vielleicht darüber nachdenken», hatte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des Nachrichtenportals Axios gesagt. «Maduro würde sich gerne mit ihm treffen. Und ich habe nie etwas gegen Treffen.»

epa08466082 A handout photo made available by Miraflores Palace's Press office that shows President of Venezuela Nicolas Maduro speaking during a Government event, in Caracas, Venezuela, 04 June 2020. According to reports Venezuela reported more than 100 new cases of COVID-19 and coroanvirus on 04 June, with the detection of a large outbreak in a Pemon indigenous community in the Amazon state of Bolivar.  EPA/Prensa Miraflores HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Nicolás Maduro. Bild: keystone

Am Montag ruderte Trump dann aber etwas zurück. «Im Gegensatz zur radikalen Linken habe ich Sozialismus stets abgelehnt und immer an der Seite des venezolanischen Volkes gestanden», schrieb er auf Twitter. «Ich würde mich mit Maduro nur treffen, um über eine Sache zu sprechen: einen friedlichen Rückzug von der Macht.»

Auch Maduro schloss ein Treffen mit Trump ebenfalls nicht aus. «Sollte es in einem Moment notwendig sein, bin ich bereit, respektvoll mit Präsident Donald Trump zu sprechen», sagte der venezolanische Staatschef am Montag (Ortszeit) im Fernsehsender Telesur.

Widersinniges Handeln

Eigentlich erkennen die Vereinigten Staaten Maduro gar nicht mehr als Präsidenten an. Als sich Anfang 2019 der Oppositionsführer Juan Guaidó nach Maduros umstrittener Wiederwahl selbst zum Übergangspräsidenten erklärte, waren die USA das erste Land, das den jungen Abgeordneten als rechtmässigen Regierungschef akzeptierte.

epa08491605 The President of the National Assembly of Venezuela, Juan Guaido (C), speaks during a joint press conference of the opposition at the headquarters of the Democratic Action (AD) party, in Caracas, Venezuela, 17 June 2020. The Venezuelan opposition rejected the recent interventions of some of its parties by the Supreme Court of Justice (TSJ), which appointed new boards of directors for a couple of powerful formations and keeps its sights on the other two main opposition organizations in the country.  EPA/Rayner Pena

Oppositionsführer Juan Guaidó. Bild: keystone

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Montag vor Journalisten, Trump stehe weiterhin zu Guaidó. «Er hat das Vertrauen in ihn nicht verloren», betonte McEnany.

Die USA haben zahlreiche Sanktionen verhängt, um Maduro aus dem Amt zu drängen. Zuletzt schien sich Trump allerdings immer weniger für das Thema zu interessieren. Der US-Präsident ist offenbar enttäuscht, dass es Guaidó trotz breiter internationaler Unterstützung nie gelungen ist, Maduro in Venezuela selbst ernsthaft gefährlich zu werden.

In seinem neuen Buch über seine Zeit in der Trump-Regierung schrieb der ehemalige Sicherheitsberater John Bolton: «Er hielt Guaidó für schwach, im Gegensatz zu Maduro, den er für stark hielt.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Chaos und Diktatur - Die Krise: Erklärt in 75 Sekunden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

18
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chancho 23.06.2020 14:49
    Highlight Highlight Da stellt sich wirklich die Frage, warum Venezuela die einzige Autokratie für Trump ist, die ihm nicht passt.
    Oder will er sich nur ein paar Tipps für seine Wiederwahl bei Genosse Maduro hohlen?
    Es muss die Hölle sein, wenn man so ein Aufmerksamkeitsdefizit wie klein Donny hat und niemand liebt ihn oder will mit ihm zu tun haben.
    Da frisst der Teufel (oder war's die Hexe) auch mal Fliegen.

    Benutzer Bild
  • dho 23.06.2020 12:22
    Highlight Highlight «Ich würde mich mit Maduro nur treffen, um über eine Sache zu sprechen: einen friedlichen Rückzug von der Macht.», twittert Trump.

    Wessen Rückzug? Seinen eigenen?
  • Capslock 23.06.2020 11:48
    Highlight Highlight welche Krankheiten plagen eigentlich Trump?
  • swisskiss 23.06.2020 11:41
    Highlight Highlight In der interationalen Politik ist es Usanz, dass sich Präsidenten dann treffen, wenn Verhandlungen soweit gediehen sind, dass man sich bei einem Abschlusstreffen feiern lässt.
    Es ist auch diplomatische Gepflogenheit, dass man ein Regime, dass man nicht anerkennt, nicht mit einem Treffen auf Präsidentenebene politisch aufwertet.

    Beides hat Trump in seinem Bedürfnis für die grosse Show, bei Nordkoreas Machthaber Kim schlicht ignoriert.

    Nichts erreicht, wie ein Depp stehen gelassen in Hanoi und nun will er sich Maduro treffen.... Tja, dumme Menschen lernen nicht aus Fehlern.
  • Democracy Now 23.06.2020 10:49
    Highlight Highlight "Auch Maduro schloss ein Treffen mit Trump ebenfalls nicht aus."

    Natürlich nicht. Es wäre für einen Diktator sehr unklug, ein Treffen mit Trump auszuschlagen. Seit den Treffen mit Kim ist klar: Es ist ein Kinderspiel DT nach Strich und Faden über den Tisch zu ziehen.
  • Samurai Gra 23.06.2020 09:42
    Highlight Highlight Die nächste Bromance?
    • Riesenpinguin 23.06.2020 09:52
      Highlight Highlight Ich glaube, dazu ist die Beziehung zu toxisch 🤔 alleine schon das Kopfgeld...
      oder ist das noch von vor Trump?
      In diesem Fall schlage ich ein Romeo und Julius-Narrativ für diese Bromance vor 😁
  • tagomago 23.06.2020 09:29
    Highlight Highlight Unglaublich, was die Amis alles unternehmen, um einen rechtmässig gewählten Präsidenten eines Landes wegzuputschen. Massive Sanktionen, Mordanschläge... Trumps Sicherheitsteam seiner Rallies hat kürzlich einen Angriff vom Meer aus auf Venezuelas Festland gestartet, welcher bereits an der Küste fehlschlug. :D
    • swisskiss 23.06.2020 12:17
      Highlight Highlight tagomago: Faktisch falsch! Der geplante Putsch mit einer US Söldnerfirma hat keinerlei Verbindungen mit offiziellen Stellen der USA oder irgendwelchen Sicherheitsleuten aus Trumps Umfeld.

      Bei Rallies ist der secret service und FBI für die Sicherheit von Trump und Entourage verantwortlich.

      Lokale Polizeibehörden sind als Verstärkung und Unterstützung unter Befehlsgewalt des secret service vor Ort.
      Jordan Goudreau, Chef von Silvercorp Security, verantwortlich für den gescheiterten Putsch, war als externe Firma bei der Rally in Charlotte in der Eingangskontrolle tätig.
    • tagomago 24.06.2020 11:43
      Highlight Highlight Externe Firma. Alles klar.
  • De-Saint-Ex 23.06.2020 09:16
    Highlight Highlight Mehr hierzu als das braucht es nicht: 🤣
  • Quacksalber 23.06.2020 09:04
    Highlight Highlight Ab November haben die beiden ja ein gemeinsames Thema.
  • Nick nolte 23.06.2020 09:01
    Highlight Highlight Ach, hier ...endlich! Dachte schon er hat aufgehört, am eigenen Ast zu sägen. Zum Glück nicht!
  • Erklärbart. 23.06.2020 08:56
    Highlight Highlight "Trump erwägt Treffen mit Venezuelas Präsident Maduro – obwohl die USA ihn nicht anerkennen"

    Was kümmern Trump die USA? Hauptsache er kann für sich persönlich und seine Unternehmen irgendwelche Deals machen.

    Ernsthaft, solche Titel überraschen mich nicht mehr. Der Typ macht es so offensichtlich.
  • Roro Hobbyrocker 23.06.2020 08:46
    Highlight Highlight Berater zu Trump:
    Coronazahlen steigen noch immer, Arbeitslosenzahlen auch, die Leute wollen keinen Rassisten und die Umfragen zeigen nach unten. Was wollen sie machen?
    Trump:
    Rufen sie den kleinen dicken Koreaner an den ich vor zwei Jahren getroffen habe.
    Berater:
    Sir, die Verbindung wurde letzte Woche gekappt, weil sie die Sanktionen nicht gelockert haben.
    Trump:
    Ok hat der Russische Zar oder der Türkische Sultan Zeit
    Berater:
    Nein die sind mit Kriegspielen und Virusbekämpfung beschäftigt.
    Trump:
    S**t. Warte ich habe eine Idee. Hat Venezuela noch den Busfahrer welcher mit Vögel spricht?
  • Glatttaler 23.06.2020 08:28
    Highlight Highlight Mafia-Clan-Treffen?
  • Riesenpinguin 23.06.2020 08:03
    Highlight Highlight "Ich würde mich mit Maduro nur treffen, um über eine Sache zu sprechen: einen friedlichen Rückzug von der Macht."

    Genau mein Humor. Ein Möchtegern-Diktator will sich von einem Diktator erklären lassen, wie man friedlich die Macht abgibt 😂
    Oder was will Donnie hier erreichen? Auf ihn hört doch eh keiner
  • rodolofo 23.06.2020 07:59
    Highlight Highlight Putin soll ja Trump einmal am Telephon davon abgehalten haben, in Venezuela militärisch einzugreifen, indem er ihm sagte, der Maduro-Herausforderer und Parlamentspräsident Guaido sei eine Art "venezuelanische Hillary Clinton".
    Da sich Trump neuerdings immer mehr in Bedrängnis sieht und seine Wiederwahl immer fraglicher wird, dürfte er sich insgeheim noch mehr mit dem Werdegang von Maduro identifizieren, auch wenn dieser als "Sozialist" ettiketiert wird.
    Vielleicht erhofft er sich von einem Treffen mit dem Schnauzträger sogar, von diesem einige nützliche Tipps zu erhalten...

23 perfekte Dinge, die so nur aus der Natur stammen können

Die Natur gilt als rau, wild und unzähmbar. Doch manchmal kann sie auch genau das Gegenteil sein und uns mit ihrer atemberaubenden Schönheit, ihren vielfältigen Farben und ihren zahllosen Formen faszinieren. Ohne Text, ohne Facts: einfach nur zum Geniessen.

(smi)

Artikel lesen
Link zum Artikel