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Greek Economy Minister Giorgos Stathakis (R) and Finance Minister Euclid Tsakalotos (L) attend a parliamentary session in Athens, Greece, early August 14, 2015. Greek lawmakers bickered through the night over a new bailout deal to keep the country afloat, only hours before euro zone finance ministers are due to decide on Friday whether to approve the vital aid for Athens. REUTERS/Christian Hartmann

Fast keine Spur von Müdigkeit: Der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis (rechts) und Finanzminister Euklid Tsakalotos am frühen Morgen im Parlament. Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Nach Marathon-Debatte: Griechenland stimmt Bedingungen für drittes Hilfspaket zu

Nach einer nächtlichen Marathonsitzung hat das griechische Parlament den Bedingungen für ein drittes Hilfspaket zugestimmt.



Das griechische Parlament hat am Freitag die Auflagen zum dritten Hilfspaket für das hochverschuldete Land gebilligt. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras sicherte sich nach stundenlanger Debatte genügend «Ja»-Stimmen in dem 300 Mandate zählenden Haus.

«Wir konnten einen Bankrott abwenden.»

Im Gegenzug zum dritten Hilfspaket auferlegt sich Griechenland strikte Sparmassnahmen. Regierungschef Alexis Tsipras hatte das Parlament zuvor aufgefordert, das Abkommen mit den Gläubigern abzusegnen, um das «Überleben des Landes» sicherzustellen.

Tsipras betonte, er bedauere seine Zustimmung nicht und habe ein reines Gewissen. Der Regierungschef fügte hinzu: «Wir konnten einen Bankrott abwenden.»

Mit Blick auf die Abgeordneten des linken Flügels seiner Syriza-Partei, die eine Ablehnung des Sparprogramms angekündigt hatten, sagte Tsipras: «Wer glaubt, er hätte etwas Besseres erreichen können, der soll es uns sagen.»

Nun können sich am Nachmittag die Euro-Finanzminister mit den Massnahmen auseinandersetzen und letzte Hindernisse aus dem Weg räumen. Die EU-Kommission betonte am Morgen, das Paket werde sich auf nachhaltige Finanzen und Reformen konzentrieren.

Warnung vor Neuwahlen

Der Chef der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, sagte am Morgen, das Parlament zeige wegen der Streitigkeiten innerhalb der Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras Auflösungserscheinungen. Seine Partei werde nicht zulassen, dass das Land demoliert werde. 

Dass ein Teil der Syriza die Regierung in allen Politikbereichen ausser der Sparpolitik unterstütze, nannte er «surreal». Es könne nicht so weitergehen, dass sich die Regierung auf die Stimmen der Opposition stützen müsse.  

Zugleich warnte Meimarakis eindringlich vor Neuwahlen. Wahlen würden das Land weit zurückwerfen, Athen werde wertvolle Zeit verlieren und danach womöglich wieder ein neues Sparprogramm brauchen.

Greek Prime Minister Alexis Tsipras checks his watch as he arrives to deliver his speech at the end of a night parliamentary session in Athens, Greece, August 14, 2015. Greek lawmakers bickered through the night over a new bailout deal to keep the country afloat, only hours before euro zone finance ministers are due to decide on Friday whether to approve the vital aid for Athens.  REUTERS/Christian Hartmann

Ministerpräsident: Alexis Tsipras: Kritik aus dem eigenen Lager und aus der Opposition.  Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Finanzminister drängt zu Entscheid

Finanzminister Euklid Tsakalotos hatte zuvor erklärt, es sei absolut notwendig, dass er zu dem für den Nachmittag (15 Uhr) anberaumten Treffen der Eurogruppe die Billigung des Parlamentes mitbringen könne. Andernfalls werde Griechenland von den Partnern in der EU die Zustimmung für ein Hilfsprogramm für die nächsten drei Jahre nicht bekommen und wäre auf einen Überbrückungskredit angewiesen.  

Zahlreiche Abgeordnete der regierenden Syriza haben angekündigt, mit «Nein» stimmen zu wollen. Ihr Anführer Panagiotis Lafazanis erklärte, in Griechenland gebe es keine Demokratie mehr. Die Gesetze würden nach dem Willen der Geldgeber durchs Parlament gepeitscht.

Die parlamentarische Zustimmung gilt dennoch als sicher, da die wichtigsten Oppositionsparteien signalisiert haben, wie schon bei zwei vorherigen Abstimmungen auch für dieses Sparprogramm zu votieren.

Streit ums Prozedere

Der verspätete Beginn der Debatte, die gegen 2 Uhr Ortszeit anfing, hing mit Meinungsverschiedenheiten zusammen, die es im Parlamentspräsidium darüber gab, ob die Debatte in der Nacht zum Freitag oder erst am Freitagmorgen beginnen sollte. Nach einer fast zweieinhalbstündigen hitzigen Diskussion entschied sich die Mehrheit des Parlamentspräsidiums für eine nächtliche Debatte. (wst/sda/dpa)

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