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Griechenlands Gläubiger erhöhen vor dem Sondergipfel den Druck auf Athen



Zwei Tage nach dem Referendum in Griechenland kommen Spitzenpolitiker der 19 Eurostaaten in Brüssel zusammen. Sie wollen Auswege aus der zugespitzten Schuldenkrise suchen.

Zunächst wollen die Euro-Finanzminister am Dienstag um 13 Uhr beraten, ob mit Athen über ein neues Hilfsprogramm verhandelt werden kann. Um 18 Uhr treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten. An der Toprunde werden auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, teilnehmen.

epa04826904 2015-07-01 16:58:37 Eurogroup President and Dutch Finance Minister Jeroen Dijsselbloem talks on a mobile phone as he walks from the Senate (Tweede Kamer) at the Binnenhof in The Hague, The Netherlands, 01 July 2015, to his ministry right before a phone conversation with euro zone finance ministers about the Greek crisis. The telephone conference of the eurozone finance ministers had been postponed to 5:30 pm (1530 GMT) on 01 July. The conference call to discuss a new bailout request from the Greek government was originally scheduled for 11:30 am (0930 GMT).  EPA/BART MAAT

Busy, busy, busy: Jeroen Dijsselbloem. Bild: EPA/ANP

Dijsselbloem forderte die Regierung in Athen dringend auf, konstruktive Vorschläge zur Lösung der Krise vorzulegen. Ohne klares Reformpaket sei ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone «sehr fraglich», betonte der niederländische Finanzminister am Montagabend im Parlament in Den Haag.

Auch Frankreichs Präsident François Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel machten Druck. «Es gibt Zeitdruck für Griechenland, und es gibt Zeitdruck für Europa», sagte Hollande nach einem Treffen mit Merkel in Paris.

PARIS, FRANCE - JULY 06:  French President Francois Hollande accompanies German Chancellor Angela Merkel after their meeting at the Elysee on July 06, 2015 in Paris France. Angela Merkel met Francois Hollande to discuss the situation concerning the Greece in the European Union.   (Photo by Thierry Chesnot/Getty Images)

Francois Hollande begrüsst am 6. Juli Angela Merkel im Elysee. Bild: Getty Images Europe

Griechenland will mit den Euro-Partnern bei dem Sondergipfel auch über eine Umschuldung verhandeln. Auf diese in der Eurogruppe umstrittene Forderung verständigte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras bei einem Treffen mit der Opposition in Athen.

Banken noch zwei Tage geschlossen

Die griechischen Banken bleiben angesichts der schweren Finanzkrise noch mindestens zwei weitere Tage geschlossen. Die seit gut einer Woche geltende Regelung wurde bis Mittwochabend verlängert. Damit dürfen die Griechen weiterhin maximal 60 Euro am Tag an Geldautomaten von ihren Konten abheben.

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Pensioners wait in line in front of the main entrance of a National Bank branch to receive part of their pension in Athens, Greece, July 6, 2015. Greeks overwhelmingly rejected conditions of a rescue package from creditors on Sunday, throwing the future of the country's euro zone membership into further doubt and deepening a standoff with lenders. REUTERS/Christian Hartmann

Rentner stehen vor der Nationalbank in Athen Schlange. Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Überweisungen ins Ausland sind nur nach einer Genehmigung der Zentralbank möglich. Rentner, die keine Bankkarten haben, können in der Woche höchstens 120 Euro abheben. Ausländische Touristen sind von den Einschränkungen nicht betroffen.

Die griechischen Banken können Auszahlungen nur vornehmen, da sie Notkredite von der EZB erhalten. Diese teilte am Montag in Frankfurt mit, dass die Notkredite auf dem aktuellen Stand von knapp 90 Milliarden Euro gehalten werden. Die EZB passte zudem die Abschläge auf die von Athener Banken eingereichten Sicherheiten an. Diese sollen offenbar bei 45 Prozent liegen.

Die EZB habe einen Antrag Athens abgelehnt, die Kredite um drei Milliarden Euro aufzustocken, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Zeitung «Die Welt» nannte sogar einen Betrag von sechs Milliarden Euro. Die Entscheidung zur Beibehaltung der Kredite war von den meisten Experten erwartet worden. Auch nach der Verlängerung droht den griechischen Banken in den nächsten Tagen das Geld auszugehen.

(sda/dpa)

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