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Isabel dos Santos – reichste Frau Afrikas – wegen Betrugs angeklagt



epa03561010 A file photograph dated 5 November 2011 shows Isabel dos Santos in Luanda, Angola, 29 January 2013. Isabel dos Santos, the oldest daughter of the Angolian President, is a business woman and investor, and, according to Forbes Magazine's recent calculations, she is Africa's first female billionaire. On top of her interests in oil and diamonds, she has significant shares in telecommunications, media, retail, finance and the energy industry, both in Angola and in Portugal.  EPA/BRUNO FONSECA

Isabel dos Santos. Bild: EPA

Die Justiz in Angola hat Anklage gegen die reichste Frau Afrikas, Isabel dos Santos, wegen Betrugs und Geldwäscherei erhoben. Dos Santos bestreitet alle Vorwürfe und spricht von einer politischen Kampagne gegen ihre Familie.

Der Tochter des ehemaligen angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos würden unter anderem Missmanagement, unerlaubte Einflussnahme und Urkundenfälschung während ihrer Zeit an der Spitze des staatlichen Ölkonzerns Sonangol vorgeworfen, sagte der angolanische Generalstaatsanwalt, Helder Pitta Gros, am Mittwochabend bei einer Medienkonferenz.

Dos Santos lebt seit dem Rücktritt ihres Vaters im August 2017 in London und Dubai. Die angolanische Justiz will nach eigenen Angaben «alle möglichen Mittel» einsetzen, um die 46-Jährige in ihr Heimatland zurückzubringen und dort vor Gericht zu stellen.

epa03372342 People's Movement for the Liberation of Angola - Labour Party (MPLA) presidential candidate, Jose Eduardo dos Santos, hiis daughter Isabel dos Santos (R) during the inauguration of the new Marginal of the Luanda Bay in Luanda, Angola, 28 August 2012. Angola will hold general elections on August 31, which will define the composition of parliament and the names of the President and Vice President of the Republic. EPA/PAULO NOVAIS

José Eduardo dos Santos, hinten Isabel. Bild: EPA

José Eduardo dos Santos hatte Angola, das zu den ärmsten und korruptesten Ländern der Welt gehört, von 1979 bis 2017 autokratisch regiert. Die am Sonntag veröffentlichten Recherchen des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ) legen den Verdacht nahe, dass Isabel dos Santos erheblich von der Hilfe ihres Vaters profitierte.

Über 700'000 Dokumente ausgewertet

Für die Recherchen zu den «Luanda Leaks» werteten rund 120 Journalisten aus 20 Ländern mehr als 700'000 Dokumente aus, die zuerst der afrikanischen Journalistengruppe PPLAAF zugespielt wurden.

Eine Firma, die Isabel dos Santos gegründet hatte, erhielt laut der «Süddeutschen Zeitung» von der Regierung eine Mobilfunklizenz. Ihr Ingenieurbüro bekam einen Planungsauftrag für die Modernisierung Luandas. Der staatliche Ölkonzern Sonangol liess sich von einer Firma beraten, die Dos Santos gehörte, später übernahm sie selbst die Führung des Konzerns.

In this March 5, 2015 photo, Isabel dos Santos, reputedly Africa's richest woman, and her husband and art collector Sindika Dokolo arrive for a ceremony at the City Hall in Porto, Portugal. On Monday, Jan. 6, 2020, Angolan Foreign Minister Manuel Augusto said that there is no political motivation behind the government's demand for more than $1 billion from dos Santos, her husband and a Portuguese business partner. Isabel dos Santos is a daughter of Jose Eduardo dos Santos, who ruled the oil- and diamond-rich nation for 38 years until 2017. (AP Photo/Paulo Duarte)

Dos Santos und Ehemann Dokolo. Bild: AP

Dos Santos, ihr Ehemann Sindika Dokolo und weitere Vertraute haben den Dokumenten zufolge in den vergangenen Jahren mehr als 400 Firmen gegründet, fast hundert davon in Steueroasen wie Malta, Mauritius und Hongkong. Immer wieder hätten diese Firmen von öffentlichen Aufträgen in Angola, von Beratertätigkeiten und von Darlehen profitiert. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • BratmirnenStorch 23.01.2020 15:14
    Highlight Highlight Man kann nicht aus solchen Verhältnissen kommen und ohne kriminelle Energie so reich werden. Aber das läuft auf der ganzen Welt so.
  • G. Samsa 23.01.2020 13:19
    Highlight Highlight Erstaunt mich gar nicht.
    Aber ich denke daran wenn für Afrika gespendet werden soll.
  • Astrogator 23.01.2020 13:18
    Highlight Highlight Also alles so wie bei Familie Trump...

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