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Bus ushers walk past red flags on Tiananmen Square during a plenary session of the Chinese People's Political Consultative Conference (CPPCC) at the Great Hall of the People in Beijing Monday, March 11, 2019. (AP Photo/Ng Han Guan)

Chinesinnen schreiten über den Tian’anmen-Platz in Peking. Bild: AP/AP

China schreckt vor nichts zurück, um den Wirtschaftsboom zu fördern

Vor genau 30 Jahren brachen in China die Tian’anmen-Proteste für mehr politische Rechte aus. Der Umgang der Regierung mit der blutigen Episode zeigt: China schreckt vor nichts zurück, um den wirtschaftlichen Boom zu fördern.

Samuel Schumacher aus Peking / ch media



Geschichte ist allgegenwärtig auf dem Tian’anmen-Platz im Zentrum von Peking. Da ist das Mao-Mausoleum, vor dem chinesische Besucher stundenlang Schlange stehen, um dem diktatorischen Gründer der Volksrepublik die letzte Ehre zu erweisen.

Da ist das «Denkmal für die Helden des Volkes», das an die Kämpfer in Chinas Kriegen erinnert. Da ist der Eingang zur Verbotenen Stadt, von der aus Chinas Kaiser bis 1911 die Geschicke des Riesenreiches lenkten. Doch da ist nirgendwo eine Gedenktafel, die an all jene Menschen erinnert, die im Juni 1989 vom Militär erschossen worden sind, weil sie auf dem riesigen «Platz des himmlischen Friedens» für mehr demokratische Rechte demonstriert haben.

Das blutige Kapitel ging als «Tian’anmen-Massaker» in westliche Geschichtsbücher ein. In China wird es bis heute konsequent totgeschwiegen. Auch Herr Wu möchte eigentlich lieber nicht darüber reden. Auf die Frage, wieso hier nirgendwo eine Gedenktafel stehe, lächelt er still. Das sei ein «unglücklicher Zwischenfall» gewesen, sagt Herr Wu. Er sieht anders aus als die anderen Fremdenführer auf dem Platz. Wanderschuhe statt Sneakers, Stadtkarte statt Touristen-Fähnli, dazu eine stoische Ruhe, mit der er die komischen Fragen seiner Gäste zu diesem verhängnisvollen Frühling beantwortet.

Panzer gegen Studenten

Mitte Mai 1989, vor genau 30 Jahren, versammelten sich über 100'000 Chinesen auf dem Tian’anmen-Platz, um für mehr Demokratie und für mehr Freiheit zu demonstrieren. Nach den harten Jahren unter Mao brachte dessen Nachfolger Deng Xiaoping China in den 80er-Jahren auf Erfolgskurs. Er öffnete das Land für ausländische Investoren, trieb die Privatisierung voran und begann, die Wirtschaft des bitterarmen Bauernstaats zu reformieren. Politische Reformen aber packte Deng Xiaoping kaum an. Der neue starke Mann Chinas, der in seinen jungen Jahren in französischen Autowerkhallen gearbeitet hatte und dem libertären westlichen Geist mindestens zeitweise nicht abgeneigt schien, er hatte kein Gehör für die freiheitlichen Rufe seines Volkes.

Thousands of pro democracy demonstrators in shown in Tiananmen Square, Wednesday, May 17, 1989, Beijing China. In the background is the Gate of Heavenly Peace. (AP Photo/Sadayuki Mikami)

100'000 Chinesen demonstrierten vor 30 Jahren auf dem Tian’anmen-Platz. Bild: AP NY

FILE - In this May 16, 1989 file photo, medics rush a Beijing university student from Tiananmen Square after he collapsed on the third day of a hunger strike in Beijing. A quarter century after the Communist Party’s attack on demonstrations centered on Tiananmen Square on June 4, 1989, the ruling party prohibits public discussion and 1989 is banned from textbooks and Chinese websites. (AP Photo/Sadayuki Mikami, File)

Ein Mann wird weggetragen, nachdem er während den Protesten 1989 kollabierte. Bild: AP/AP

Als die Proteste nicht abflauten und Xiaoping in den vorwiegend aus Studenten und Gewerkschaftern bestehenden Tian’anmen-Demonstranten eine wachsende Bedrohung für «die Führung der Partei und das sozialistische System» erkannte, liess er Panzer auffahren. Bei den Strassenschlachten zwischen der Armee und dem demonstrierenden Volk kamen zwischen dem 3. und 5. Juni nach Schätzungen des Chinesischen Roten Kreuzes mehr als 2600 Menschen ums Leben. Es war das bislang letzte Aufbäumen der chinesischen Bevölkerung für mehr Demokratie (mit Ausnahme der Aufstände im teilautonomen Hongkong); ein gescheiterter Versuch, die brummende Wirtschaftsmaschine des Riesenreichs mit freiheitlichen Rechten zu ölen.

Also noch einmal, Herr Wu: Wieso steht nirgendwo eine Gedenktafel für die ermordeten Demonstranten? Und wieso lässt sich im staatlich zensierten Internet Chinas nirgendwo ein Artikel über den Vorfall finden? «Sie müssen wissen, das waren keine friedlichen Studenten, das waren organisierte Randalierer», sagt Herr Wu. «Die dachten, der Kommunismus sei ein Hase. Sie lernten: Er ist ein Tiger.» Hinter Wu türmen sich riesige Blumengestecke, die Chinas Regierung anlässlich der Konferenz zur «neuen Seidenstrasse» im April angebracht hat. «Für eine leuchtende Zukunft» steht auf den Fahnen, die aus dem Blumenmeer ragen.

Der tüftelnde Tiger

Im optimistischen Nach-vorne-Schauen ist er gut, der chinesische Tiger. Noch besser aber ist er darin, die blutigen Spuren seiner Opfer zu verwischen. Der 2017 verstorbene chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo schrieb in einem Essay einst: «Seit den Tian’anmen-Protesten befinden sich die chinesischen Politiker im Zustand der Paranoia; noch in der friedlichsten, harmlosesten politischen Gruppe sehen sie eine fundamentale Gefahr.» Diese Gefahr bekämpfte China unmittelbar nach der Niederschlagung der Proteste im Juni 1989 mit einer landesweiten Verhaftungswelle. Die Protestführer wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, insgesamt wurden 49 Todesurteile vollstreckt.

Die Zensurschrauben wurden angezogen, die Überwachung des eigenen Volkes ausgeweitet. Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» setzt China heute auf Rang 177 von 180 bewerteten Ländern, was die Pressefreiheit anbelangt. Schätzungsweise 30'000 staatliche Zensoren werden beschäftigt, um die chinesischen Medien auf Kurs zu halten. Google, Facebook, Twitter, Whatsapp und die Internetseiten zahlreicher westlicher Medien sind in China gesperrt. Rund 200 Millionen Überwachungskameras beobachten das Geschehen im Land rund um die Uhr.

Protesters raise a Chinese Communist Party flag with Chinese words that read:

Gedenkfeier in Hongkong zum Jahrestag des Tian’anmen-Massakers. Bild: AP/AP

Im Nordwesten Chinas werden über eine Million Menschen interniert, weil sie der Zentralregierung als muslimische Minderheit grundsätzlich verdächtig sind. Die Lektion, die die Regierung aus den Protesten im Frühling 1989 gezogen hat, ist eine verhängnisvolle: Stabilität ist das oberste Ziel. Kein Opfer ist dafür zu gross – nicht einmal die Vertuschung der eigenen Geschichte oder die Unterdrückung der grundsätzlichsten Freiheitsrechte.

Aktuell tüftelt China an einem neuen System, das die Überwachung der Öffentlichkeit auf ein nie da gewesenes Level hieven würde. Bis 2020 soll das sogenannte Soziale Kreditsystem, das in mehreren Regionen des Landes derzeit getestet wird, anlaufen.

Die Idee ist simpel: Jeder Bürger erhält 1000 Sozialpunkte. Je nachdem, was er konsumiert, wie er sich politisch äussert, wie rechtschaffen, fleissig und loyal er ist, gibt es Abzug oder Zuschlag aufs Sozialpunkte-Konto. Wenn der Bürger dann ein Schnellzugsticket kaufen, eine Wohnung mieten oder einen Kredit beantragen will, kann sein Punktestand entscheidend sein, ob er das Ticket, die Wohnung oder den Kredit erhält.

Die Teilnahme an Protesten für mehr Mitspracherecht und Freiheit dürfte sich stark negativ auf den Kontostand auswirken. Ein zweiter Aufstand wie im Frühling 1989 wird damit immer unwahrscheinlicher, auch wenn Nobelpreisträger Liu Xiaobo recht gehabt haben dürfte, als er schrieb, der Systemumbruch werde auch in China kommen. Denn: «Je besser es den Menschen geht, desto vitaler wird auch der Wunsch nach politischer Freiheit.»

FILE - In this June 5, 1989 file photo, a Chinese man stands alone to block a line of tanks heading east on Beijing's Changan Blvd. from Tiananmen Square in Beijing. A quarter century after the Communist Party’s attack on demonstrations centered on Tiananmen Square on June 4, 1989, the ruling party prohibits public discussion and 1989 is banned from textbooks and Chinese websites. (AP Photo/Jeff Widener, File)

Panzer 1989 auf dem Tian’anmen-Platz. Bild: AP/AP

Herr Wu geht quer über den Tian’anmen Platz, über ihm der smogverhangene Hauptstadthimmel, vor ihm das Tor des himmlischen Friedens, über dem ein riesiges Mao-Porträt hängt. «Egal, wo auf dem Platz man steht: Die Augen des Vorsitzenden Mao sind immer auf einen gerichtet», sagt Herr Wu. Die Doppeldeutigkeit seiner Aussage fällt ihm selbst nicht auf. Politik sei nicht sein Ding, sagt Herr Wu.

Maos wachsames Auge

Sein Ding, das ist die Natur. Mehrmals jährlich wandert er mit westlichen Touristen der Chinesischen Mauer im Hinterland Pekings entlang. Er erzählt dann von den alten Kaiserreichen, von den feindlichen Reiterheeren im Norden und dem Bau des gigantischen Bollwerks.

Er erzählt auch gerne die Anekdote vom Garnisonskommandanten Wu Sangui, der 1644 einen folgenreichen Entscheid getroffen hatte. Der Kommandant befahl seinen Soldaten, das mandschurische Reiterheer aus dem Norden durch die Tore der Mauer durchzulassen und die Stellung an der damaligen Nordgrenze aufzugeben. Wu Sangui war gar nicht einverstanden mit der politischen Führung in Peking und wollte einen Kurswechsel erzwingen. Lieber den Umsturz riskieren als den Status quo tolerieren, sagt er sich. Es gelang ihm. Im heutigen China, genau 30 Jahre nach dem Tian’anmen-Massaker, wäre das sehr viel schwieriger.

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avenarius 13.05.2019 11:47
    Highlight Highlight Für mich ist China immer noch Meilen sympathischer als die USA. Wenn man die Leute dort fragt (und das habe ich), wie es ihnen heute geht: "Es ging uns noch nie so gut wie heute!" ... umd zwar alle.
    Zu den Greueltaten vor 1980 ist die heutige Situation in China geradezu luxeriös. Und China tickt anders als wir Europäer. Deshalb manchmal schwieriger zu verstehen.
  • Basti Spiesser 13.05.2019 10:27
    Highlight Highlight Echt? Wie können sie nur... macht ja sonst auch niemand.
  • Ha End 12.05.2019 12:54
    Highlight Highlight "Niemals wieder werden wir Einmischung und Unterdrückung fremder Mächte dulden", sagte ein gewisser Genosse Mao nach einer langen blutigen Aera.
    Diesen Satz habe ich auch anderswo schon mal gehört und ich finde ihn eigentlich nicht bedrohlich und unsere biedere kleine und damals bürgerliche Schweiz auch nicht.
    Unsere Nation war nämlich die Erste welche die Volksrepublik anerkannte und ich bewundere diese Entscheidung ohne Vorbehalt.
  • Denk-mal 12.05.2019 12:09
    Highlight Highlight Überwachung total! Darum fidet unser Ueli Ping so sympatisch! Wäre doch ganz geil - bald läuft 5G überall -, solche Kamerälis + Kästchen von Huawei zu installieren. Kein Reporter würde ihn mehr belästigen...:-)

  • poltergeist 12.05.2019 10:30
    Highlight Highlight Wir sind ja nicht ganz unschuldig am Aufstieg Chinas. Wer lässt dort produzieren lassen weils billiger ist? Es gibt nichts zu beklagen.
    • Toerpe Zwerg 12.05.2019 12:16
      Highlight Highlight Der Aufstieg Chinas ist auch uneingeschränkt zu begrüssen. Die KP wird so oder so eher früher als später abtreten müssen - genauso wie andere Autokraten weltweit. Überdauern wird die freiheitliche Ordnung in unterschiedlicher Ausprägung.
    • swisskiss 12.05.2019 13:25
      Highlight Highlight Toerpe Zwerg: Völliger Schwachsinn! Sobald der Deckel der kommunistischen Partei Chinas, nicht mehr den Druck in diesem Riesenreich kontrolliert, etweicht der politische Fruck in einem Riesenknall.

      Das Bespiel der Sowjetunion hat deutlich gezeigt, dass ein solcher Umbau, immer mit massiver gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Unsicherheit einher geht.

      Und sowenig Russland in der postsowjetischen Zeit eine "freiheitliche Ordnung" etablieren konnte, sowenig kann das China.
    • dmark 12.05.2019 13:30
      Highlight Highlight @poltergeist:
      Wie heisst es doch? Die Geister, die ich rief... ;)
      Die Europäer und auch die Wirtschaft der VSA trugen ihre Technik nach China, um dort Arbeitsleistungen günstig zu erhalten. Das bedeutet, dass wir diesen Staat regelrecht "angefeuert" haben und uns nun über "das Feuer" dort wundern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kong 12.05.2019 10:23
    Highlight Highlight Eben gerade diese totale Überwachung und die Sozialpunkte könnten mittelfristig das Streichholz sein, welches das Pulverfass zündet.
    Sobald genug Leute ihren Score nicht mehr erreichen, hat man eine neue Schicht abgegrenzt. China kann nir von innen den Ausgleich finden.
  • Altruide 12.05.2019 10:18
    Highlight Highlight Was mich interessieren würde, ist wie es in ein paar Jahrzehnten aussieht, wenn dann viele von den heutigen Arbeitern ins "Pensionsalter" kommen (würden).
    Entweder es herrscht immer noch immer fast ungebremster stetiger Wirtschaftswachstum oder es kann plötzlich ganz übel aussehen.
  • mrmikech 12.05.2019 09:37
    Highlight Highlight Keiner schreckt für nichts zurück. Mach mal vergleich mit USA, Saudi Arabien, Europa. Sind doch alle genau so schlimm. Aber zumindest können wir konsumieren. Wir sind also auch schuld dran.
    • MaxHeiri 12.05.2019 10:03
      Highlight Highlight Ihr Vergleich hinkt: Wir in Europa und in den USA können politisch mitbestimmen. Das heisst man kann die Exekutive auswechseln, wenn man nicht mehr glücklich ist. Überlicherweise wechselt dann die Regierung. Die gesetzgebende Gewalt (Legislative) wird auch neu gewählt und kann sogar überstimmt werden (CH: Direktdemokratie mit Intiativen und Referenden).
      In Dikataturen bestehen diese Elemente hingegen nicht.
    • Royeti 12.05.2019 10:30
      Highlight Highlight Immerhin können wir konsumieren??

      Es gibt kein Konsumgeileres Volk als die Han-Chinesen! Und es gibt kein Land auf der ganzen Welt, wo so viel für Privatkonsum pro Kopf ausgegeben wird, wie in China.

      China ist das kapitalistischste Land der Welt - und geht dafür über Leichen.
  • Cpt Halibut 12.05.2019 09:21
    Highlight Highlight Sozialpunktekonto? Black Mirror lässt grüssen.
    • Hierundjetzt 12.05.2019 09:50
      Highlight Highlight Wenn Du mit jemandem befreundet ist, der Minuspunkte hat: zack kriegst Du auch welche

      Wenn Du auf WeChat (chinesisches Whatsapp): über die Regierung lästerst: zack minus

      usw.
    • DasGlow 12.05.2019 10:22
      Highlight Highlight @Hierundjetzt haben Sie dafür auch eine Quelle? Behauptungen aufstellen kann so ziemlich jeder. Also bitte einen Link zu Ihrer abstrusen Behauptung.
    • Ueli der Knecht 12.05.2019 14:58
      Highlight Highlight Quelle, DasGlow: Es gibt da so ein Patent auf einen Algorithmus, der deine Kreditwürdigkeit aufgrund deiner Freunde messen kann.

      http://patft.uspto.gov/netacgi/nph-Parser?Sect1=PTO2&Sect2=HITOFF&u=%2Fnetahtml%2FPTO%2Fsearch-adv.htm&r=4&p=1&f=G&l=50&d=PTXT&S1=((%22facebook%22.ASNM.)+AND+%40PD%3E%3D20150804%3C%3D20151231)&OS=AN/%22facebook%22+AND+ISD/8/4/2015-%3E12/31/2015&RS=(AN/%22facebook%22+AND+ISD/20150804-%3E20151231)

      Uuuups. Das ist ja gar nicht chinesisch, sondern von Facebook.
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 12.05.2019 09:03
    Highlight Highlight Das Ende der Demokratie wie wir sie kennen ist absehbar. Die allgegenwärtige Überwachung nur eine Frage der Zeit und wird uns zu "unserer Sicherheit" auch noch schmackhaft gemacht.
    • Toerpe Zwerg 12.05.2019 12:19
      Highlight Highlight Das Gegenteil ist der Fall. Das Ende autokratischer Träume geht zu ebde, denn die Transparenz trifft die Herrschenden naturgemäss härter.
    • salamandre 12.05.2019 13:04
      Highlight Highlight Toerpe, es gibt Momente im Leben da hoffe ich Unrecht zu haben, mein obiger Post gehört dazu.
    • Toerpe Zwerg 12.05.2019 14:09
      Highlight Highlight Ich weiss genau was Sie meinen ... bei mir ist eine Portion Zweckoptimismus im Spiel.
  • Zeit_Genosse 12.05.2019 08:58
    Highlight Highlight China geht den Gang jeder Wirtschaftsmacht und wird an seine Grenzen stossen. Der Umbau vom reinen Produktionsstandort mit vielen niederschwelligen Arbeiten, die teils roboterisiert oder ins Ausland verlagert werden, zu einer innovativen Dienstleistungsnation mit vielen gut ausgebildeten Arbeitnehmenden birgt sozialen Sprengstoff. Die obeee und untete Schicht lassen sich nicht so leicht unterdrücken, da sie liberalere Vorstellungen von einem Staat haben. Diese Entwicklung nimmt nur langsam ihren Verlauf, da man versucht durch permanente Kontrolle den Deckel draufzuhalten. Bis der Krug bricht.
  • Upsi 12.05.2019 08:40
    Highlight Highlight Man sollte nicht vergessen, dass die Paranoia vor Jugendrevolten nicht zuletzt auf die Kulturrevolution zurückzuführen ist. Die Tian’anmen-Proteste, knapp 10 Jahre nach dem Ende der Kulturrevolution, müssen bei vielen negative Erinnerungen geweckt haben und diese Angst vor einer neuen Kulturrevolution sitzt vermutlich so tief, dass sie zu einem wichtigen Aspekt im politischen Denken des Landes geworden ist.
  • grandvlad 12.05.2019 08:06
    Highlight Highlight Sollten die SchülerInnen in der CH evtl. schon auf der Primarstufe Chinesisch lernen, damit wir in Zukunft verstehen, was die neuen Inhaber von Firmen in der CH miteinander reden 🤔
    • Gooner1886 12.05.2019 10:27
      Highlight Highlight Ja, sollten sie! Wir sollten auch schon erste Statuen von Xi Jinping errichten. Desweiteren gibt es schon jetzt darauf zu achten was man für digitale Fussabdrücke hinterlässt. Das chinesische bonus/malus-System verzeiht nichts. Nein ich bin kein Spinner. Ich möchte nur den Einstieg in eine neue bessere CH für alle möglichst einfach machen.

      Ich freue mich schon jetzt darauf Teil des Grossreiches China zu werden. In dem Sinne, herzlich willkommen und alles Macht für Xi Jinping.
      ...

      Vorsicht: Der Kommentar kann Spuren von Schwachsinn enthalten.
    • Ha End 12.05.2019 13:30
      Highlight Highlight Überteiben würde ich es nicht aber so ganz daneben liegen sie auch nicht .
      In Anbetracht des zukünftigen wirtschaftlichen Potentials sind Kenntnisse der chinesischen Sprache und auch der russischen eine gute Option.
  • Gogl Vogl 12.05.2019 07:52
    Highlight Highlight Ich bin gespannt wie mit der Demokratiebewegung in Hong Kong verfahren wird, denn laut der KPC stellt die Demokratie eines der grössten Gefahren für ihr Machtsystem dar.

    Hoffentlich gibt es nicht noch mal ein Massaker.
    • Toerpe Zwerg 12.05.2019 12:22
      Highlight Highlight Mit Hong Kong hat das britische Empire der KP ein trojanisches Pferd hinterlassen.

      Der Einfluss Hong Kongs auf China wird sich als stärker erweisen als der Eibfluss Chinas auf Hong Kong.
  • bebby 12.05.2019 06:53
    Highlight Highlight Die letzte Anekdote zeigt aber auch um was es letztlich geht: Die Mandschu haben das Chinesische Volk danach Jahrhunderte unterdrückt. Genauso wie die Kolonialmächte Grossbritannien und Japan im 20. Jahrhundert China ihren Willen aufgedrückt haben.
    Chinas Regierung wird eine Unterjochung durch ausländische Mächte oder ein Zeit des Chaos, wie nach dem Sturz des Kaisers, um jeden Preis verhindern wollen.
    Wir Schweizer würden ja auch um jeden Preis eine Besatzung durch unsere Nachbarn verhindern wollen. Oder?
    Es ist diese Angst, welche erklärt, wieso die Ueberwachung so gross ist.
    • LeChef 12.05.2019 09:27
      Highlight Highlight Die Propaganda schon internalisiert, was?
    • bebby 12.05.2019 11:05
      Highlight Highlight Ich wollte nur die Motivation beleuchten:-)
      Schau mal wolf warrior dann verstehst Du was ich meine...
    • Dong 12.05.2019 11:07
      Highlight Highlight Danke @bebby für den Hinweis. @LaChef: Warum soll China nicht seine eigenen Interessen (als Stast) verfolgen? Bebby‘s Fähigkeit zum Perspektiven-Wechsel sollte nicht mit Dummheit verwechselt werden...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Muselbert Qrate 12.05.2019 06:33
    Highlight Highlight Ich habe einige Jahre in Peking und Shanghai gearbeitet. Die Mehrheit der Leute in den Städten kümmern sich nicht allzu sehr um die politische Führung solange sie am Aufstieg teilhaben können. Je mehr sie aber mit dem Westen in Kontakt kommen und selber international unterwegs sind, desto mehr hinterfragen sie ihre sozialistische Diktatur.
    Früher oder später wird eine massive Krise auch China erreichen und dann kann das Pulverfass massiv explodieren!

    Nein zum Sozialismus!
    • Wander Kern 12.05.2019 09:24
      Highlight Highlight Das höre ich nun seit 30 Jahren und es gibt offenbar immer noch Naïvlinge, die daran glauben.
    • Gottlieb Duttweiler 12.05.2019 10:06
      Highlight Highlight Und wo genau ist der Sozialismus in China? Kann es sein, dass Sie da grundlegend was durcheinander bringen?
    • aglio e olio 12.05.2019 10:15
      Highlight Highlight Naja, mit Sozialismus hat das nichts zu tun.
      Staatskapitalismus wird es hier und da genannt und trifft's m.E. ganz gut.
      Der Staat als Kapitaleigner, das Volk sind die Angestellten. Und zunehmend auch andere Länder, die mehr und mehr am Geldhahn Chinas hängen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 12.05.2019 04:44
    Highlight Highlight Der Konsensus hier in China ist relativ klar, wenn man etwas mit den Leuten auf der Strasse spricht: das jetzige System ist nicht gut, aber so lange der Lohn jedes Jahr zügig weiterwächst, lässt man die politischen Führer mal machen.
    Interessant wird es in China werden, wenn das heutige System an seine Grenzen stösst und nicht länger rasches Wachstum bieten kann. Die Statistiken lassen vermuten, dass dieser Punkt nicht mehr so weit weg ist. Daher geht auch die Angst in der KPCh um und man investiert Milliarden in die Überwachung.
    • Heinzbond 12.05.2019 08:11
      Highlight Highlight Solange jemand da ist der dafür sorgt das die sprichwörtlichen Züge pünktlich fahren und jeden Monat die Gehaltszahlung kommt wird sich an keinem Ort was ändern. Der einzelne mag unzufrieden sein, aber das herdentier Mensch braucht viel um aus der Lethargie zu kommen....

Rudy Giulianis Gruselkabinett

Trumps privater Anwalt hat nicht allein gehandelt. Er hatte mächtige Freunde im Weissen Haus – und zwielichtige Kumpels für die Drecksarbeit.

In den Wochen zwischen Trumps Wahlsieg und seinem Amtsantritt wurde Rudy Giuliani immer wieder mal als möglicher Aussenminister gehandelt. Daraus wurde nichts. Es habe zu viele Interessenskonflikte mit dem ehemaligen Bürgermeister von New York gegeben, wurde damals gemunkelt.

Im Lichte der Ukraine-Affäre zeichnet sich nun eine andere Erklärung ab. Sie lautet wie folgt: Der Präsident wollte Giuliani nicht in seiner offiziellen Regierung. Er machte ihn vielmehr zum Chef eines Schattenkabinetts, …

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