International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
15-year-old Pendo Sengerema from Tanzania poses for a portrait with a stuffed animal she says she sleeps with at night to make her feel safe in the Staten Island borough of New York, September 21, 2015. Albino body parts are highly valued in witchcraft and can fetch a high price. Superstition leads many to believe albino children are ghosts who bring bad luck. Some believe the limbs are more potent if the victims scream during amputation, according to a 2013 United Nations report. Albinism is a congenital disorder affecting about one in 20,000 people worldwide who lack pigment in their skin, hair and eyes. It is more common in sub-Saharan Africa and affects about one Tanzanian in 1,400. United Nations officials estimate about 75 albinos have been killed in the east African nation since 2000 and have voiced fears of rising attacks ahead of this year's election, as politicians seek good luck charms from witch doctors. Picture taken September 21, 2015. REUTERS/Carlo Allegri

Die 15-jährige Pendo Sengerema, die ihren Arm bei einem Angriff verlor, posiert mit ihrem Stofftier, das ihr in der Nacht Trost und Sicherheit gibt. 
Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

Tödlicher Aberglaube in Afrika: Attacken auf Albinos nehmen vor den Wahlen zu

Albinos leben gefährlich in manchen Gebieten von Süd- und Ostafrika. Ihre Körperteile sind begehrt als grausige Zutaten für schwarzmagische Rituale. Vor den Wahlen steigt die Nachfrage. 



66'000 Euro sind ein Vermögen in den armen Ländern Süd- und Ostafrikas. So viel bezahlt ein Magier für ein vollständiges «Set» Körperteile – Körperteile, die einem Menschen bei lebendigem Leib abgehackt wurden. Sie sollen schwarzmagischen Ritualen, von denen sich abergläubische Kunden Reichtum, Macht, Liebe und Glück erhoffen, besondere Wirksamkeit verleihen. 

Albinismus

Albinismus (von lat. albus für «weiss») ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene angeborene Störungen der Haut-, Haar- und Augenpigmentierung, die sowohl bei Menschen wie bei Tieren auftreten können. Von Albinismus betroffene Menschen bekommen schneller Sonnenbrand und sind daher eher gefährdet, Hautkrebs zu bekommen. Zudem kann bei vollständigem Albinismus auch die Sehschärfe beeinträchtigt sein. 
In Nordamerika und Europa ist etwa 1 von 17'000 bis 20'000 Menschen von Albinismus betroffen. In Schwarzafrika ist Albinismus häufiger, hier ist es 1 von 5000 bis 15'000 Personen. In bestimmten ethnischen Gruppen kann der Anteil bis auf 1 von 1000 bis 1500 Personen steigen. 

Quelle: Wikipedia / UNHR

Die Opfer gehören zu den Schwächsten in der Gesellschaft: Es sind Albinos, die aufgrund ihres Äusseren ohnehin diskriminiert und an den Rand gedrängt werden. Personen, die von dieser seltenen genetischen Abweichung betroffen sind, fallen in Schwarzafrika stärker auf als in Europa oder Nordamerika

«Albinos gehören zu den verletzlichsten Menschen in der Region. Ihre Sorgen werden jetzt noch vergrössert durch eine stetige Angst vor Attacken durch Menschen – darunter Angehörige –, die ihre Körperteile wertvoller finden als ihr Leben.»

Ikponwosa Ero, UNO-Menschenrechtsexpertin zu Albinismus

Ikponwosa Ero

Uno-Expertin Ikponwosa.
Bild: OHCHR

Verstärkte Nachfrage

Die UNO-Menschenrechtsexpertin zu Albinismus, die Nigerianerin Ikponwosa Ero, schlägt jetzt Alarm. Ero, die selber von Albinismus betroffen ist, warnt in einer Pressemitteilung, es gebe in verschiedenen afrikanischen Staaten eine verstärkte Nachfrage für Körperteile von Albinos. Grund dafür sei, dass dort Wahlen anstehen. Ruchlose Kandidaten hoffen, mittels schwarzer Magie ihre Wahlchancen zu erhöhen. 

«Albinos gehören zu den verletzlichsten Menschen in der Region», sagte Ero. «Ihre Sorgen werden jetzt noch vergrössert durch eine stetige Angst vor Attacken durch Menschen – darunter Angehörige –, die ihre Körperteile wertvoller finden als ihr Leben

abspielen

«Tanzanians with albinism targeted for witchcraft» (engl.).
YouTube/UNICEF

Zahlreiche Angriffe

Seit Ero am 1. August ihr Amt antrat, gab es in sechs afrikanischen Ländern Angriffe auf Albinos. In Südafrika wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden, der die Haut und die meisten Körperteile fehlten. In Kenia starb ein 56-jähriger Mann, nachdem ihm bei einem Angriff verschiedene Körperteile abgehackt worden waren. 

Am gefährlichsten ist die Lage für Menschen mit Albinismus jedoch in Tansania. Seit dem Jahr 2000 sind in diesem ostafrikanischen Land 75 Albinos, darunter auch Kinder, ermordet worden. Die meisten wurden in Stücke gehackt. (dhr)

12-year-old Mwigulu Matonage from Tanzania poses for a portrait in the Staten Island borough of New York, September 21, 2015. Albino body parts are highly valued in witchcraft and can fetch a high price. Superstition leads many to believe albino children are ghosts who bring bad luck. Some believe the limbs are more potent if the victims scream during amputation, according to a 2013 United Nations report. Albinism is a congenital disorder affecting about one in 20,000 people worldwide who lack pigment in their skin, hair and eyes. It is more common in sub-Saharan Africa and affects about one Tanzanian in 1,400. United Nations officials estimate about 75 albinos have been killed in the east African nation since 2000 and have voiced fears of rising attacks ahead of this year's election, as politicians seek good luck charms from witch doctors. Picture taken September 21, 2015. REUTERS/Carlo Allegri

Auch der 12-jährige Mwigulu Matonage aus Tansania verlor seinen Arm bei einem Angriff. 
Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

46
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

46
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • stud90 19.10.2015 10:28
    Highlight Highlight Ist den dies wenigstens Strafbar? Hocken diese Abergläuber wenigstens hinter Gitter???
  • phreko 18.10.2015 12:36
    Highlight Highlight Wäre natürlich für gewisse Kreise absolut kein Asylgrund....
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 18.10.2015 02:57
    Highlight Highlight Und ich Trottel dachte es ist besser Albino als seelenloser Ginger zu sein :-/
    • Louie König 20.10.2015 10:38
      Highlight Highlight Ich glaube, der schwarze Humor kam bei vielen nicht so gut an nach diesem Artikel... Aber ich bin ein Fan von schwarzem Humor, daher :"i like"
      Die Situation der Albinos in Afrika ist hingegen schrecklich und ich hoffe auch, dass dies unter Strafe steht. Schade, dass es in der heutigen Zeit immer noch solche Taten aufgrund von Aberglaube gibt.
  • TobiWanKenobi 18.10.2015 01:06
    Highlight Highlight Einfach nur primitiv.
  • Negramaro 17.10.2015 20:01
    Highlight Highlight Mein Gott....
  • next_chris 17.10.2015 19:37
    Highlight Highlight leider wahr und unglaublich brutal. ich kenne die situation in tanzania und es ist einfach unbegreiflich wie dieser medizinmaenner, schamanen und hexen aberglaube immer noch zentraler bestandteil der kultur ist.... wobei ein menschenleben halt einfach viel weniger zaehlt, der tod ist im alltag viel naeher als in europa. man kanns nicht zaehlen wieviele kinder, teenager und junge erwachsene jeden tag sterben an simplen krankheiten und unfaellen .. man haertet ab .. man nimmts zur kenntnis und lebt weiter ..

Diese Atomlager bedrohen Millionen Menschen und die Umwelt

Egal ob in Russland, den USA, im Pazifik oder im Atlantik: Überall wird Atommüll gelagert. Es gibt jedoch bis heute kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle. Weltweit. Viel schlimmer noch: Viele dieser provisorischen Stätten sind tickende Zeitbomben für Mensch und Umwelt.

Früher machte man es sich einfach. Nuklearer Abfall wurde verbuddelt, in Seen geworfen oder im Meer versenkt. Klappe zu, Affe tot.

Die Devise war klar: Bloss weg mit dem Atommüll. Doch wohin? Jedes mögliche Lager stösst verständlicherweise immer, zumindest in dicht besiedelten Ländern wie der Schweiz oder Deutschland, auf massiven Widerstand der Bevölkerung. Wer will schon neben einem atomaren Endlager wohnen?

In der Schweiz wird seit Jahren nach einem Standort gesucht, um die radioaktiven …

Artikel lesen
Link zum Artikel