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Atomstreit: Kleine Fortschritte und wieder eine lange, lange Lausanner Nacht

Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif lässt in Lausanne Hoffnung aufkommen.
Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif lässt in Lausanne Hoffnung aufkommen.Bild: EPA/DPA

Atomstreit: Kleine Fortschritte und wieder eine lange, lange Lausanner Nacht

02.04.2015, 00:4602.04.2015, 10:16

Bei den Atomverhandlungen in Lausanne hat der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif die Verhandlungspartner aufgerufen, die Chance zu einer Einigung zu ergreifen. Iran habe seine Bereitschaft zu einer Einigung unter Beweis gestellt, sagte Sarif am Mittwoch nach einem Treffen mit US-Aussenminister John Kerry.

Nun sei es an den Verhandlungspartnern, «den Moment zu nutzen und diese Gelegenheit zu ergreifen, die vielleicht nicht wieder kommt». Kerrys Sprecherin Marie Harf kündigte derweil an, der US-Aussenminister werde noch bis mindestens Donnerstagmorgen in Lausanne bleiben, um die Verhandlungen fortzusetzen.

«Wir machen weiter Fortschritte, haben aber noch keine politische Einigung erzielt», sagte Harf. Zuvor hatte ein Sprecher des Weissen Hauses erklärt, die Gespräche mit dem Iran seien weiter produktiv. Solange die Delegationen in Lausanne «ernsthafte Gespräche» führten, die «Fortschritte machen», werde Washington diese nicht abbrechen.

Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius reiste am Mittwochabend nach Lausanne zurück, um erneut an den Gesprächen teilzunehmen. Er war am Vortag nach Paris heimgekehrt, weil die Verhandlungen aus seiner Sicht zu langsam vorankamen.

In diesem Lausanner Hotel finden die Gespräche statt. Oft auch in der Nacht.
In diesem Lausanner Hotel finden die Gespräche statt. Oft auch in der Nacht.Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Und wieder eine lange Nacht

Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte vor Journalisten, er rechne mit einer weiteren langen Nacht. «Es wird heute Abend neue Vorschläge, neue Vorlagen geben. Ob das ausreicht, im Laufe der Nacht zu einer Verständigung zu kommen, kann ich Ihnen nicht prognostizieren», sagte er am frühen Abend. Die Diplomaten würden erst am Donnerstagmorgen sehen, wie die Lage sei.

Seit dem Wochenende verhandeln die Aussenminister der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland in Lausanne mit der iranischen Delegation über das Atomprogramm Teherans. Ziel ist es, dem Land die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, es aber an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Im Gegenzug sollen Strafmassnahmen gegen den Iran aufgehoben werden.

Beide Seiten streben an, nach der politischen Grundsatzvereinbarung bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt technischen Einzelheiten abzuschliessen. (feb/sda/afp/dpa)

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