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Abschuss von US-Kampfjets im Iran-Krieg: Donald Trump unter Druck

Abschuss von US-Kampfjets im Iran-Krieg: Donald Trump unter Druck

Die Abschuss von zwei Kampfjets im Iran-Krieg hat laut US-Präsident Donald Trump keine Auswirkungen auf die Verhandlungen mit Teheran.
04.04.2026, 07:1704.04.2026, 07:17
Mark Stoffers / t-online
Ein Artikel von
t-online

Nach dem ersten feindlichen Abschuss eines US-Kampfjets im Iran seit Kriegsbeginn ist der Verbleib eines Besatzungsmitglieds ungewiss. Nach fünf Wochen Kampfhandlungen war es laut iranischen Angaben und US-Medienberichten nicht der einzige Rückschlag, den die Vereinigten Staaten am Freitag erlitten: Demnach traf der Iran auch ein US-Kampfflugzeug vom Typ A-10 in der Region des Persischen Golfs nahe der Strasse von Hormus.

epaselect epa12865443 US President Donald J. Trump speaks about about the Iran war from the Cross Hall of the White House in Washington, DC, USA, 01 April 2026. EPA/ALEX BRANDON / POOL
Abschuss von US-Kampfjets im Iran-Krieg: Donald Trump unter Druck.Bild: keystone

Der mutmassliche Verlust von zwei US-Kampfjets über iranischem Gebiet wirkt sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump nicht auf Verhandlungen mit der Führung in Teheran aus. «Nein, überhaupt nicht», antwortete Trump am Sonntag im US-Nachrichtensender NBC auf eine entsprechende Frage zu den Vorkommnissen im Iran-Krieg und ergänzte: «Es ist eben Krieg.»

Das für den Iran zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom) äusserte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bislang nicht zu den Angaben der iranischen Streitkräfte, ein zweiter US-Kampfjet sei über dem Persischen Golf abgeschossen worden und abgestürzt. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte lediglich, Präsident Trump sei «unterrichtet» worden.

USA verlieren weiteren Kampfjet im Iran-Krieg: Pilot gerettet

Die «New York Times» hatte zuvor unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtet, ein A-10-Kampfjet sei in den Persischen Golf gestürzt, der Pilot sei gerettet worden. Wie die Sender NBC News und CBS News unter Berufung auf US-Beamte berichteten, unterstützte die Maschine eine Such- und Rettungsmission, nachdem der Iran zuvor den Kampfjet vom Typ F-15E über seinem Territorium abgeschossen hatte.

Der Pilot des Flugzeugs vom Typ A-10 schaffte es mehreren US-Medien zufolge, seine beschädigte Maschine in den Luftraum Kuwaits zu steuern und sich in Sicherheit zu bringen. Weitere Details wurden zunächst nicht zu dieser aktuellen Lage im Iran-Krieg genannt.

Den anderen US-Kampfjet hatte der Iran ebenfalls am Freitag abgeschossen, nach Angaben von US-Medien eine Maschine vom Typ F-15E. Den Medienberichten zufolge konnte eines der beiden Besatzungsmitglieder von US-Spezialeinheiten gerettet werden, nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, dass ein US-Pilot nach dem Abschuss eines amerikanischen Kampfjets im Westen des Iran von iranischen Streitkräften gefangen genommen worden sein soll.

US-Kampfjet im Iran-Krieg: Pilot löst Schleudersitz aus

Demnach habe sich der Pilot am Freitagmorgen per Schleudersitz retten können und sei auf iranischem Staatsgebiet gelandet. Das Kampfflugzeug sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem abgeschossen worden, hiess es in einer Erklärung der Revolutionsgarden zum Abschuss des US-Kampfjets im Iran-Krieg.

Tasnim zufolge gebe es zudem Hinweise darauf, dass die USA versucht hätten, den Piloten nahe der iranischen Grenze zum Irak zu evakuieren. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen angeblich tieffliegende US-Helikopter und -Flugzeuge. Eine unabhängige Bestätigung für die Gefangennahme liegt bislang nicht vor.

Der Iran traf nach Informationen von NBC News und der «Washington Post» auch zwei Black-Hawk-Hubschrauber, die demnach ebenfalls an den Such- und Rettungsmassnahmen beteiligt waren. Soldaten seien verletzt worden, konnten sich aber in Sicherheit bringen, hiess es.

Die Vorfälle stellen eine weitere Eskalation des von den USA und Israel begonnenen Krieges dar und zeigen: Der Iran ist immer noch dazu in der Lage, den Angreifern gefährlich zu werden. Präsident Donald Trump setzt das unter Druck. Er und sein Team hatten zuletzt den Eindruck erweckt, dass US-Flugzeuge in Irans Luftraum keine Angriffe mehr fürchten mussten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt, hiess es. Immer wieder suggerierte der Präsident: Die militärischen Fähigkeiten Teherans seien bereits nahezu vernichtet.

Trump kommentiert die Frage nach vermisstem Piloten nicht

Auf die Frage, was er tun würde, falls das noch gesuchte, andere Crewmitglied von Iranern gefangengenommen oder verletzt werden sollte, sagte Trump laut der britischen Zeitung «The Independent» in einem Telefoninterview: «Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil – wir hoffen, dass das nicht passieren wird.»

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur afp und dpa
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Die beliebtesten Kommentare
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MadPad
04.04.2026 08:42registriert Mai 2016
Dachte er wirklich er könne einen Krieg ohne eigene Verluste führen?!
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Badener
04.04.2026 09:16registriert März 2017
Das ich einmal für eine elendige, gottverblasene, ungewollte, menschenfeindliche Diktatur roote, da brauchts also schon EINIGES.
Angrieffskrieg ohne Ziel und Plan gegen die Zivilbevölkerung ist untragbar.
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