Krankenkasse
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Swiss bank notes, pictured on July 14, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Die Beträge können stark variieren. In manchen Kantonen werden sie insgesamt bei einigen hundert Franken pro Versicherten liegen, in anderen bei einigen Franken. Bild: KEYSTONE

Krankenkassenprämien

Berner müssen zahlen, Zürcher profitieren

Zwischen 1996 und 2013 haben Versicherte in manchen Kantonen insgesamt 1,6 Milliarden Franken zu viel Krankenkassenprämien bezahlt. Die Hälfte der zuviel bezahlten Prämien werden jetzt retourniert. Das Parlament entschied darum im März, dass 800 Millionen Franken rückerstattet werden. Der Betrag wird zu gleichen Teilen von den Versicherern, dem Bund und den Versicherten jener Kantone finanziert, in welchen die Prämien im Verhältnis zu den Kosten zu tief waren.

Profitieren können die Versicherten mit Wohnsitz in den Kantonen ZH, ZG, FR, AI, GR, TG, TI, VD und GE, die in den vergangenen Jahren zu viel bezahlt haben. Sie erhalten im Juni 2015 einen ersten Betrag zurück. Dieser kann von ihrer Prämie abgezogen oder separat ausbezahlt werden. 

Waadt zahlte viel zuviel, Jura viel zu wenig

Im August hatte das Bundesamt für Gesundheit bekannt gegeben, in welchem Kanton die Versicherten welchen Betrag zu viel bezahlt haben. Am stärksten betroffen sind die Versicherten im Kanton Waadt, sie bezahlten insgesamt rund 900 Franken zu viel. (GE 583 Franken, TI 549 Franken, TG 426 Franken, ZH 358 Franken, FR 204 Franken, AI 174 Franken, ZG 142 Franken, GR 80 Rappen.) 

Den grössten Fehlbetrag auf der Seite der Kantone mit zu tiefen Prämien weist der Kanton Jura auf. Rund 908 Franken sparten die Versicherten in den vergangenen Jahren dort insgesamt. Im Kanton Bern waren es 684 Franken, im Kanton Wallis 256.

Günstige und ungünstige Wohnortwechsel

Im Parlament stand auch zur Diskussion, auf eine Korrektur zu verzichten. Dies nicht zuletzt deshalb, weil kein Mechanismus eine gerechte Lösung für den Einzelfall garantieren kann: Wer in den letzten Jahren den Wohnort gewechselt hat, könnte zweimal bezahlen müssen. Glück haben dagegen Versicherte, welche die letzten Jahre beispielsweise in Bern lebten und nun nach Lausanne gezogen sind. 

Für jedes einzelne Jahr der Korrektur ist der Wohnsitz der versicherten Person ausschlaggebend. Die Korrektur ist für alle Versicherten eines Kantons gleich, unabhängig vom Versicherer, dem Alter, der Franchise oder dem Versicherungsmodell. (whr/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Don Giovanni 12.09.2014 14:33
    Highlight Highlight Ist die Krankenkasse gemeint? Versicherte, Prämien, etc. gibt es aller Art.
    • Viktoria 12.09.2014 14:49
      Highlight Highlight Ganz genau, die Krankenkasse ist gemeint. Haben es jetzt noch im Text ergänzt. Vielen Dank für den Hinweis und beste Grüsse
  • MediaEye 12.09.2014 14:32
    Highlight Highlight Die Korrektur ist für alle Versicherten eines Kantons gleich, unabhängig vom Versicherer, dem Alter, der Franchise oder dem Versicherungsmodell.

    Auch das ist wieder eine schreiende Ungerechtigkeit!!!!!!!

    Hier erhalten also jene mit Prämiensparmodell genau gleich viel wie die, welche die volle Grundprämie entrichteten.
    • Michael Mettler 12.09.2014 23:57
      Highlight Highlight Sie können das ja genau auf jede einzelne Person ausrechnen. 8 Millionen Versicherte mal 10 Minuten rechnen. Und den Stundenlohn auf 35.- berechnen. Das gibt 800 Millionen - (8 Millionen x 1/6 x 35) = die Kosten zur genauen Berechnung. Rechnen vor Schreien könnte mehr Sinn ergeben.
  • MoBru 12.09.2014 14:00
    Highlight Highlight Wer erhält die übrigen 800 Mio (800'000x1'000.-)? Der Fehler liegt ja nicht bei den Prämienzahler die "blind" vertrauten.
    • Oberon 12.09.2014 17:15
      Highlight Highlight Die 800 Mio werden für den Fehlebetrag durch die Unternehmenssteuerreform III benötigt. ;)

      Sonst hat Bern sicher noch genug Projekte um die Summe zu verheizen...

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