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Big Ben: Was spricht für die Monogamie?

Big Ben: Was spricht für die Monogamie?
Bild: Shutterstock
Big Ben

Was spricht für die Monogamie?

Hanna sagt, ich sei verliebt. Lara sagt, monogam sein wär gut. Ich frage, wen man heute in solchen Situationen als Erstes fragt: ChatGPT.
04.10.2024, 10:0304.10.2024, 10:03
Big Ben
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Hanna sagt ja, dass allein die Tatsache, dass ich darüber nachdachte, ob ich okay damit wäre, dass Lara schwanger würde, bedeutet, dass ich hardcore verliebt bin.

Hanna fände es gut, wäre ich verliebt. Fände sie es gut, wäre ich in Lara verliebt? Unsicher. Sie hat sich nach unserem Streit ohne Versöhnungssex mässig positiv über Lara geäussert, vor allem fand sie, Lara habe überreagiert, als sie mich nicht erreichen konnte. Und auch sonst wirkt sie nicht mehr maximal begeistert, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass sie nicht mehr die einzige Frau in meinem Leben ist.

Lara sagt, sie sei in mich verliebt. Das sagt sie einfach so, ohne Luft holen, als würde sie sagen, ich habe uns Pasta gekocht. Sie sagte auch einmal, du bist auch in mich verliebt, du weisst nur nicht, wie sich verliebt sein anfühlt. Nun, vielleicht hat sie recht. Vielleicht brauche ich da noch Infos. Früher hat man gegoogelt. Heute fragt man ChatGPT. Hier ist meine Recherche.

ChatGPT schreibt ...

Hier sind Fakten, die dir helfen können herauszufinden, ob du verliebt bist: 1. Schmetterlinge im Bauch: Wenn du an die Person denkst und plötzlich Schmetterlinge im Bauch hast, könnte das ein Zeichen sein.

Ganz ehrlich. Noch nie hat irgendjemand tatsächlich einen Schmetterling im Bauch gehabt. Hätte diese Person nämlich einen Schmetterling runtergeschluckt, so das ganze Ding, dann wäre das doch innert Sekunden vom Magensaft getötet gewesen und wäre dagelegen wie so ein kleiner Klumpen und nicht wie ein flatterndes Ding. Also hört mir auf mit Schmetterlingen!

2. Gedankenkarussell: Du kannst nicht aufhören, an die Person zu denken. Sie ist ständig in deinem Kopf, selbst bei alltäglichen Aufgaben.

Also ... hoffentlich nicht bei allen alltäglichen Aufgaben! Wenn ich jetzt das WC putze, dann doch besser nicht. Auch nicht beim Wäschewaschen. Abfall rausbringen?

3. Tagträume: Du erwischst dich dabei, wie du bei der Arbeit plötzlich vor dich hinlächelst.

Äh, nein.

4. Zeit verfliegt: Wenn du mit der Person zusammen bist, vergeht die Zeit wie im Flug.

Richtig.

5. Verhaltensänderung: Du versuchst, dich von deiner besten Seite zu zeigen.

Versuche ich das nicht immer? (Und die Kommentarspalte geht crazy.)

6. Herzklopfen: Dein Herz schlägt schneller, wenn du die Person siehst oder ihre Nachrichten liest.

Nein.

7. Stalken 2.0: Du kennst alle Social-Media-Profile der Person und hast vielleicht sogar schon alle Fotos durchgescrollt.

Lara hat weder Insta noch Facebook. Nur LinkedIn. (Zählt das als Social Media?) Insta und Co. verdumme die Menschheit. Hätte sie ein Profil, hätte ich es sicher angeschaut. Logisch. Aber macht man das nicht auch, wenn man einmal mit jemandem gevögelt hat? Gehört das nicht zum Standardprogramm?

Weitere Gründe von ChatGPT waren Interessenanpassung. Eifersucht. Sehnsucht. Habe ich alles mit Nein beantwortet. Aber vielleicht war meine Frage falsch. Eigentlich muss ich eher wissen, was für eine exklusive Beziehung spricht. Ob ich verliebt bin oder nicht, ist dafür, so finde ich, eigentlich irrelevant.

Was sind die Vorteile der Monogamie?

Das Praktizieren einer exklusiven, langfristigen Beziehung hat mehrere Vorteile, sagt ChatGPT. Monogamie bietet eine stabile und sichere Umgebung, die besonders vorteilhaft für die Aufzucht von Kindern ist.

Die Aufzucht von Kindern? Aufzucht?! Allein schon dieses Wort!!

Exklusive sexuelle Beziehungen reduzieren das Risiko von sexuell übertragbaren Krankheiten.

True that.

In vielen Kulturen ist Monogamie die Norm und wird sozial und rechtlich unterstützt, was zu einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz führt. Ja … auch wahr. Aber nicht wirklich überzeugend. Also, das ist mir jetzt sehr egal.

Weiter wollte ChatGPT mit Steuervorteilen, Erbrechten und Krankenversicherungsschutz für den Partner überzeugen. Sind wohl nicht in der Schweiz, die ChatGPTler. Auch klare Rollen und Erwartungen sehen sie als Plus. Sehe ich eher als komplette Einöde. Treue und Vertrauen sei grösser, heisst es weiter. Ist das so? Und wenn dann alle betrügen, weil sie eben die Langeweile nicht aushalten?

ChatGPT beendet mit dem Satz: «Monogamie vermittelt jedem Partner das Gefühl, besonders und einzigartig für den anderen zu sein, was das Selbstwertgefühl stärkt und die Beziehung bereichert.» Und ich denke: WTF!

Vermutlich war meine Herangehensweise falsch. Denn sind wir ehrlich, ich will Lara nicht aus meinem Leben haben, und das will ich aktuell nicht, habe ich dann überhaupt eine andere Wahl, als den Deal einzugehen?

So long,

Ben

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bild: watson
Big Ben ist ...
... Mitte 30 und lebt in einer WG. Sein Job ist in den Top 10 der Berufe, die Frauen sexy finden – je nach Umfrage. Er spielt Fussball, macht aber so gut wie nie ein Goal (weil Goalie), er hat viele Schwestern, sehr viele, und wurde logischerweise total verwöhnt, aber auch (viel zu früh) aufgeklärt. Er hasst Verkleidungspartys, aber wenn er müsste, würde er sich als Gandalf verkleiden. Ben ist Single und hat kein Interesse daran, dies zu ändern.
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