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EU erwägt Abgabe auf ungesunde Lebensmittel

Gewagte Kombination: Swing Kitchen setzt auf Fastfood und vegan.
Bild: zvg/MICHAEL_SCHOEN

EU erwägt Abgabe auf ungesunde Lebensmittel

16.11.2025, 13:4216.11.2025, 16:50

Die EU-Kommission erwägt im kommenden Jahr eine Abgabe auf stark verarbeitete Lebensmittel mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt vorzuschlagen. Zudem sollen sogenannte Alkopops betroffen sein, wie aus einem Entwurf der Behörde hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vorliegt.

In dem Papier, das Mitte Dezember vorgestellt werden soll, begründet die Behörde eine solche Abgabe damit, dass durch sie Anreize für eine gesündere Ernährung gesetzt werden sollen. Zuvor hatte das Portal «Euractiv» über das Vorhaben berichtet.

Hersteller sollen gesündere Lebensmittel produzieren

«Eine sorgfältig konzipierte EU-weite Mikroabgabe kann die Preisstabilität aufrechterhalten und gleichzeitig Verhaltensänderungen bewirken», heisst es in dem Entwurf der Kommission. So könnten Entscheidungen der Verbraucher beeinflusst werden, ohne unangemessene finanzielle Belastung zu verursachen.

Zugleich würden Hersteller dazu motiviert, ihre Produkte gesünder zu machen. Die Einnahmen durch die Abgabe sollen ausschliesslich für EU-weite Gesundheitsförderungsprogramme verwendet werden.

Kommission verweist auf 1,7 Millionen Todesfälle

Die Kommission betont, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit mehr als 1,7 Millionen Fällen jährlich die häufigste Todesursache in der EU seien. Die wirtschaftlichen Kosten lägen bei mehr als 280 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Behörde verweist darauf, dass es Belege gebe, die einen hohen Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen in Verbindung bringen würden.

Der Gesundheitsplan sieht neben den Abgaben auch eine Modernisierung der Tabakkontrollgesetzgebung bis 2027 vor sowie die Einführung eines europaweiten Bewertungssystems für verarbeitete Lebensmittel. Die EU-Kommission hat das Ziel, durch verschiedene Initiativen bis 2035 die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent zu senken. (sda/dpa)

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Squawk 7700
16.11.2025 14:00registriert Mai 2025
Mikroabgaben sind das dümmste was man machen kann. Das bewirkt gar nichts, bringt aber dem Staat verlässliche Einnahmen. Wie bei den Zigaretten. Als ich angefangen habe, kosteten die 4.20, jetzt 8.80. Damals hätte ich wohl aufgehört wenn die das doppelte kosteten. Aber es ging immer nur in mikro Schritten rauf um 10-20 Rappen. So gewöhnt man die Leute an den Preis. Gerade bei Suchtmitteln wie Zigaretten, aber auch Zucker, zieht man den Leuten immer mehr Geld aus der Tasche, ohne eine Wirkung zu haben. Das Einkommensunabhängig. D.h. jemand mit wenig Geld, kann sich kein gesundes essen leisten.
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Dr. Rodney McKay
16.11.2025 13:48registriert September 2024
An dieser Idee gibt es nichts auszusetzen.
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