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Wham!-Sänger Andrew Ridgeley: So entstand der Welthit «Last Christmas»

«Last Christmas»: Jeder kennt den Weltsong, der Weihnachten in Dauerschleife ertönt. Andrew Ridgeley, die andere Hälfte von Wham! erzählt erstmals, wie der Song wirklich entstand.
04.12.2019, 09:07
Verena Maria Dittrich / t-online
Ein Artikel von
t-online

«Er kam neu in die Klasse, die Lehrerin sprach seinen Namen falsch aus. Er war ein unscheinbarer Schuljunge mit Locken und einem grossen Metall-Brillenrahmen», erzählt Andrew Ridgeley über seinen Freund, den 2016 verstorbenen Weltstar, George Michael.

Andrew Ridgeley im November 2011.
Andrew Ridgeley im November 2011.
Bild: EPA

Der ehemalige Wham!-Sänger, der die andere Hälfte eines der erfolgreichsten Musik-Duos aller Zeiten war und heute zurückgezogen in England lebt, ist am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz, wo er seine Autobiografie «Wham! George & ich» vorstellt und ganz private Einblicke in seine Freundschaft zu George Michael gibt. Die beiden kannten sich seit frühester Jugend, schon als sie zwölf Jahre alt waren. Ridgeley beschreibt seinen verstorbenen, «besten Freund» als einen «lustigen Kerl», von dem er erst gar nicht ahnte, was für ein unglaubliches, musikalisches Genie in ihm steckte.

«Last Christmas»: Wie entstand der Welthit?

Lanz möchte von dem Ex-Musiker wissen, was er mache, wenn er in diesen Tagen «Last Christmas» höre und natürlich gibt es viele Menschen, die jedes Jahr aufs Neue unter der Dauerbeschallung leiden, aber das ändert nichts daran, dass der am 3. Dezember vor nunmehr genau 35 Jahren erschienene Song ein Welthit ist – geschrieben von Michael «an einem dunklen, grauen Sonntagnachmittag» im Hause seiner Eltern. «Er verschwand für eine Stunde, und als er wiederkam, war die Grundidee von Last Christmas geboren. (…) Ich finde, es ist immer noch ein toller Song!», erläutert Ridgeley.

Auf eigene Gefahr ...

Mindestens genauso toll ist das ebenso berühmte Video, das damals in der Schweiz entstanden sei. «Das war eine lustige Zeit mit einigen Eskapaden wie Nacktbaden», so der 56-Jährige, der sich, wenn er an Michael denkt, an zwei Personen erinnert: den privaten Freund, der eigentlich «Jorgo» (griechisch ausgesprochen) hiess, und an die öffentliche Ikone George Michael, die sich selbst «erschaffen» habe.

Lanz fragt, welche Rolle Michaels damals noch nicht öffentlich gemachte Homosexualität gespielt habe. Ridgeley erzählt, dass George Michael in jenen Tagen wusste, dass seine Karriere unter einem (zu frühen) Coming-out leiden würde und daran «konnte er sich nie gewöhnen». Aber das sei eben auch damals «eine andere Zeit» gewesen.

«Über schwierige Themen haben wir nie gesprochen»

Er habe gewiss auch darunter gelitten, einerseits das «perfekte Sexsymbol zu sein» und, wie der Moderator ergänzt, auf der anderen Seite, dass «niemand wusste, dass er in Wahrheit Männer liebte». In der Freundschaft, die die beiden Schulfreunde ein Leben lang verband, fügt Ridgeley sehr respektvoll hinzu, sei George Michaels sexuelle Orientierung nie ein Thema gewesen: «Über schwierige Themen haben wir nie gesprochen.» Er sagt das sehr leise und mit Bedacht, wohl auch, weil «Jorgo» das einfach nicht wollte, wenn sie gemeinsam Musik machten.

Sein Tod jedoch habe auch ihn überrascht, obschon sein Freund in den letzten Jahren gesundheitliche Schwierigkeiten hatte. Seit 2012 litt er, wie bekannt ist, an einer Lungenentzündung, auch Michaels Drogenprobleme sind kein Geheimnis. «Er war geschwächt, er war nicht mehr der Gleiche.» Dazu kamen zwei schwere Schicksalsschläge: der Tod seines ersten Partners, den er wirklich «geliebt» habe und der seiner Mutter. Das habe er «nie ganz überwunden». Lanz ergänzt: «Ein grosses Genie gibt es nicht ohne Schmerz.»

Sicherlich dudelt dieser Tage wieder vermehrt «Last Christmas» aus den Boxen, aber Wham! ist viel mehr als eine britische Popsensation. Das Duo hat Musikgeschichte geschrieben, einst erschaffen von einem genialen Schuljungen mit Locken und Metall-Brillenrahmen auf der Nase, der für seine Freunde einfach nur «Jorgo» war.

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