Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wham!-Sänger Andrew Ridgeley: So entstand der Welthit «Last Christmas»

«Last Christmas»: Jeder kennt den Weltsong, der Weihnachten in Dauerschleife ertönt. Andrew Ridgeley, die andere Hälfte von Wham! erzählt erstmals, wie der Song wirklich entstand.

Verena Maria Dittrich / t-online



Ein Artikel von

T-Online

«Er kam neu in die Klasse, die Lehrerin sprach seinen Namen falsch aus. Er war ein unscheinbarer Schuljunge mit Locken und einem grossen Metall-Brillenrahmen», erzählt Andrew Ridgeley über seinen Freund, den 2016 verstorbenen Weltstar, George Michael.

epa07989264 British singer-sonwriter Andrew Ridgeley attends the UK Premiere of 'Last Christmas' at the BFI Southbank in London, Britain, 11 November 2019. The movie is released in British theatres on 15 November 2019.  EPA/NEIL HALL

Andrew Ridgeley im November 2011. Bild: EPA

Der ehemalige Wham!-Sänger, der die andere Hälfte eines der erfolgreichsten Musik-Duos aller Zeiten war und heute zurückgezogen in England lebt, ist am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz, wo er seine Autobiografie «Wham! George & ich» vorstellt und ganz private Einblicke in seine Freundschaft zu George Michael gibt. Die beiden kannten sich seit frühester Jugend, schon als sie zwölf Jahre alt waren. Ridgeley beschreibt seinen verstorbenen, «besten Freund» als einen «lustigen Kerl», von dem er erst gar nicht ahnte, was für ein unglaubliches, musikalisches Genie in ihm steckte.

«Last Christmas»: Wie entstand der Welthit?

Lanz möchte von dem Ex-Musiker wissen, was er mache, wenn er in diesen Tagen «Last Christmas» höre und natürlich gibt es viele Menschen, die jedes Jahr aufs Neue unter der Dauerbeschallung leiden, aber das ändert nichts daran, dass der am 3. Dezember vor nunmehr genau 35 Jahren erschienene Song ein Welthit ist – geschrieben von Michael «an einem dunklen, grauen Sonntagnachmittag» im Hause seiner Eltern. «Er verschwand für eine Stunde, und als er wiederkam, war die Grundidee von Last Christmas geboren. (…) Ich finde, es ist immer noch ein toller Song!», erläutert Ridgeley.

Auf eigene Gefahr ...

abspielen

Video: YouTube/WhamVEVO

Mindestens genauso toll ist das ebenso berühmte Video, das damals in der Schweiz entstanden sei. «Das war eine lustige Zeit mit einigen Eskapaden wie Nacktbaden», so der 56-Jährige, der sich, wenn er an Michael denkt, an zwei Personen erinnert: den privaten Freund, der eigentlich «Jorgo» (griechisch ausgesprochen) hiess, und an die öffentliche Ikone George Michael, die sich selbst «erschaffen» habe.

Lanz fragt, welche Rolle Michaels damals noch nicht öffentlich gemachte Homosexualität gespielt habe. Ridgeley erzählt, dass George Michael in jenen Tagen wusste, dass seine Karriere unter einem (zu frühen) Coming-out leiden würde und daran «konnte er sich nie gewöhnen». Aber das sei eben auch damals «eine andere Zeit» gewesen.

«Über schwierige Themen haben wir nie gesprochen»

Er habe gewiss auch darunter gelitten, einerseits das «perfekte Sexsymbol zu sein» und, wie der Moderator ergänzt, auf der anderen Seite, dass «niemand wusste, dass er in Wahrheit Männer liebte». In der Freundschaft, die die beiden Schulfreunde ein Leben lang verband, fügt Ridgeley sehr respektvoll hinzu, sei George Michaels sexuelle Orientierung nie ein Thema gewesen: «Über schwierige Themen haben wir nie gesprochen.» Er sagt das sehr leise und mit Bedacht, wohl auch, weil «Jorgo» das einfach nicht wollte, wenn sie gemeinsam Musik machten.

Sein Tod jedoch habe auch ihn überrascht, obschon sein Freund in den letzten Jahren gesundheitliche Schwierigkeiten hatte. Seit 2012 litt er, wie bekannt ist, an einer Lungenentzündung, auch Michaels Drogenprobleme sind kein Geheimnis. «Er war geschwächt, er war nicht mehr der Gleiche.» Dazu kamen zwei schwere Schicksalsschläge: der Tod seines ersten Partners, den er wirklich «geliebt» habe und der seiner Mutter. Das habe er «nie ganz überwunden». Lanz ergänzt: «Ein grosses Genie gibt es nicht ohne Schmerz.»

Sicherlich dudelt dieser Tage wieder vermehrt «Last Christmas» aus den Boxen, aber Wham! ist viel mehr als eine britische Popsensation. Das Duo hat Musikgeschichte geschrieben, einst erschaffen von einem genialen Schuljungen mit Locken und Metall-Brillenrahmen auf der Nase, der für seine Freunde einfach nur «Jorgo» war.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Erfolge, Drogen und AIDS-Prävention: George Michaels Leben in Bildern

Ohrwurm-Alarm! «Last Christmas» mit Eishockey-Spielern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dani B. 05.12.2019 12:54
    Highlight Highlight Eigentlich sollte es ein Ostersong werden. Passt auch besser zum Text. Aber die Plattenfirma war cleverer.
  • Milf Lover 04.12.2019 20:03
    Highlight Highlight Wieso schreibt ihr „verliebt“ mir „“? Glaubt ihr etwa nicht dass er in seinen damaligen Freund verliebt war?
  • JaHO 04.12.2019 11:01
    Highlight Highlight Video bewusst nicht angeklickt - Ohrwurm ist da :/
  • DichterLenz 04.12.2019 10:17
    Highlight Highlight Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein.... denken sie jetzt nicht an einen rosa Elephanten. Der Ohrwurm wird nicht kommen, nein!
  • Trasher2 04.12.2019 09:42
    Highlight Highlight Was für eine Schlagzeile, Dramatik pur!

    Und dann.... "Er verschwand für eine Stunde, und als er wiederkam, war die Grundidee von Last Christmas geboren."

    ?🤷🏼‍♂️
    • Glenn Quagmire 04.12.2019 10:29
      Highlight Highlight und ob das dramatisch ist, stell dir vor er wäre mit einem anderen Lied gekommen, DER Weihnachtssong schlechthin würde einfach fehlen 🤣 😂
    • Pana 04.12.2019 12:51
      Highlight Highlight Bei den Lyrics frage ich mich, was er in 50 von den 60 Minuten angestellt hat. Watson, bleibt an der Story dran!
    • The Snitcher 04.12.2019 16:00
      Highlight Highlight @Trasher2, danke für die Zusammenfassung. The hero we need.
  • soulcalibur 04.12.2019 09:23
    Highlight Highlight "Mindestens genauso toll ist das ebenso berühmte Video, das damals in der Schweiz entstanden sei." Das Video wurde in Saas Fee gedreht....die Gondel ist die alte Felskinn Bahn, das berühmte Chalet stand am Dorfrand, die Szenen vor dem Cheminée wurden im heutigen Kulturzentrum gefilmt....nur so by the way...eigentlich hätte man ja im Kanton Bern filmen wollen...aber es lag kein Schnee......darum ist man auf Saas Fee ausgewichen....
    Play Icon

Warum klassische Musik der geilste Shit ever ist

Als junger Erwachsener habe ich der klassischen Musik vor gut 20 Jahren eine Chance gegeben. Und mich hoffnungslos in sie verliebt. Ein Plädoyer für ein Genre.

Ich mag mich noch detailscharf an meinen ersten Besuch eines klassischen Konzerts erinnern – und nein, es sind alles andere als positive Erinnerungen, im Gegenteil!

Im Foyer bereits vor Konzertbeginn cüplisaufende alte Snobs und Snobinnen, Snobienen … wie auch immer. Jede und jeder Einzelne von ihnen stets peinlich auf die überteuerte Garderobe bedacht, daran zupfend bis rupfend, und gleichzeitig filigranitätsferneren Fliegen, Fracks und Fellvernarrten mit schalem Seitenblick und …

Artikel lesen
Link zum Artikel