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Mit dieser Rede begeisterte der Joker nicht nur seine Verlobte

In wenigen Tagen könnte sich Joaquin Phoenix seinen ersten Oscar holen. Doch zuvor äusserte er an den BAFTAs seine Kritik am «strukturellen Rassismus» von Hollywood.
03.02.2020, 10:06

Als letzte Preise vor den Oscars wurden am Sonntag in London die BAFTAs (die «British Academy of Film and Television Arts»-Awards) vergeben. «1917» von Sam Mendes erhielt 7 goldene Masken, darunter als bester Film, aber auch für Regie, Kamera und Ausstattung. Beste Schauspielerin wurde Renée Zellweger in «Judy», bester Schauspieler Joaquin Phoenix in «Joker». Die Nebenrollen-Awards gingen an Brad Pitt («Once Upon a Time in Hollywood») und Laura Dern («Marriage Story»). Also alles wie schon mehrfach gehabt.

Die BAFTAs wurden im Vorfeld harsch kritisiert, weil sie es geschafft hatten, einzig und allein weisse Regisseure und deren Filme und weisse Schauspielerinnen und Schauspieler zu nominieren. Joaquin Phoenix stimmte dieser Kritik in seiner Dankesrede auf knappe, aber beeindruckende Weise zu.

Joaquin Phoenix' Rede

«Ich fühle mich geehrt und privilegiert. Die BAFTAs haben meine Karriere immer sehr unterstützt, und ich bin sehr dankbar dafür. Aber ich muss sagen, dass ich mich auch in einem Konflikt befinde, weil so viele meiner Schauspielkollegen, die es verdienen würden, nicht dasselbe Privileg haben.

Ich denke, wir senden eine sehr klare Botschaft an People of color: Ihr seid hier nicht willkommen. An Menschen, die viel zu unserem Medium und unserer Industrie beigetragen haben und von denen wir profitieren ...

Dies ist keine selbstgerechte Verurteilung, denn ich schäme mich, sagen zu müssen, dass ich Teil des Problems bin. Ich habe nicht alles in meiner Macht stehende getan, um sicherzustellen, dass die Dreharbeiten, an denen ich teilnahm, inklusiv waren. Aber es geht um mehr als nur um multikulturell besetzte Dreharbeiten. Ich denke, dass wir wirklich die harte Arbeit leisten müssen, um strukturellen Rassismus wirklich zu verstehen.

Es ist die Verpflichtung der Menschen, die ein System der Unterdrückung geschaffen haben und fortführen und von ihm profitieren, auch diejenigen zu sein, die es abbauen. Also liegt es an uns.»

(sme)

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