Jetzt läuft der Prozess gegen Marius Borg Høiby – er streitet Vorwürfe ab
Gewalt, Drogenmissbrauch und Vergewaltigung: Das sind nur einige der Vorwürfe, für die sich Marius Borg Høiby ab heute vor Gericht verantworten muss. Bereits am Sonntagabend wurde der 29-Jährige in Gewahrsam genommen, weil er eine Person mit einem Messer bedroht haben soll. Laut norwegischen Medien war er zudem zwischenzeitlich im Spital. Bis zum 2. März bleibt der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit nun in U-Haft. Was ihm vorgeworfen wird hier in der Übersicht:
Marius Borg Høiby bestreitet Vorwürfe
Marius Borg Høiby erschien nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB in einem grünen Pullover über einem Hemd und grüner Hose vor dem Gericht in Oslo. Er muss sich ab heute wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Ihm werden Vergewaltigung und sexueller Missbrauch mehrerer Frauen vorgeworfen. Einige der Taten soll er begangen haben, während die mutmasslichen Opfer laut Anklage wegen Schlafs oder Rausches nicht imstande waren, sich zu wehren. Er soll sie währenddessen gefilmt haben. Zu den 38 Anklagepunkten zählen auch Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte.
Zum Start der Gerichtsverhandlung gegen ihn hat der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit die schwersten Vorwürfe gegen ihn bestritten. Marius Borg Høiby antwortete leise mit «nein» auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestreitet ausserdem, die mutmasslichen Opfer während der ihm vorgeworfenen Taten gefilmt zu haben.
Was wird Marius Borg Høiby alles vorgeworfen?
Die ersten Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby wurden 2024 laut – seitdem ist ihre Zahl stetig gewachsen. Im Sommer 2024 hatte er zugegeben, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. In einer Stellungnahme berichtete er damals von psychischen Problemen und davon, seit längerem mit Drogenmissbrauch zu kämpfen. Im August 2024 wurde Borg Høiby dann erstmals festgenommen.
Wie die norwegische Zeitschrift «Se og Hør» berichtete, hat die Polizei daraufhin auf einem beschlagnahmten Gerät des Royals einen versteckten Ordner mit hunderten Fotos und Videos gefunden. Darauf seien mutmassliche sexuelle Missbräuche mehrerer Frauen dokumentiert. Wie es im Bericht weiter hiess, soll bei den Aufnahmen ein klares Muster zu erkennen gewesen sein: So seien die Opfer meist nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren. Einige sollen sogar bewusstlos gewesen sein. So habe Borg Høiby sich selbst zusammen mit «nicht ansprechbaren jungen Frauen in sexuellen Situationen» gefilmt.
Im Februar 2025 wurde die norwegische TV-Moderatorin Linni Meister in Oslo von der Polizei vorgeladen, weil sie eines der mutmasslichen Opfer von Borg Høiby gewesen sein soll. Wie der Chefredaktor von «Se og Hør», Kim Henningsen, sagt, soll der Royal alles gefilmt und nichts gelöscht haben. «Die Videos sind seine Trophäen», so Henningsen.
Mette-Marit in den Epstein-Files
Neben Marius Borg Høiby sorgt auch gerade dessen Mutter für Schlagzeilen. Die jüngsten Enthüllungen deuten darauf hin, dass Mette-Marit den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein persönlich gut kannte und regen Austausch mit ihm pflegte. Eine E-Mail sorgte für besondere Empörung: Mette-Marit fragte Epstein nach seiner Meinung zu einer Tapete mit zwei nackten Frauen und Surfbrett für ihren damals 15-jährigen Sohn.
Mette-Marit brach den Kontakt zu Epstein nach eigenen Angaben 2013 ab. Von seinen kriminellen Machenschaften will sie nichts gewusst haben. Epstein wurde allerdings bereits fünf Jahre zuvor verurteilt, er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben. Einem weiterführenden Verfahren entging er wegen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft.
Die norwegische Kronprinzessin hat «peinliche» Fehler eingeräumt, nachdem norwegische Medien berichtet hatten, dass ihr Name mindestens tausendmal in den neuen Akten auftaucht.
Wer ist Marius Borg Høiby?
Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Er entstand aus der kurzen Affäre zwischen ihr und dem verurteilten Straftäter Morten Borg. Laut des norwegischen Senders TV2 wurde Morten Borg mehrfach wegen Gewalttaten, schwerer Drogendelikte und Trunkenheit am Steuer verurteilt. Als die beiden sich kennenlernten, arbeitete Mette-Marit Tjessem als Kellnerin und liebte es, «exzessiv» zu feiern. Nach der ungeplanten Schwangerschaft zog die junge Norwegerin in ihre Heimat nach Kristiansand und zog Marius ohne dessen Vater auf.
1999 lernte Mette-Marit dann den norwegischen Kronprinzen Haakon kennen und das Leben der damals 26-Jährigen änderte sich drastisch. Sie zog mit Marius nach Oslo und heiratete bereits 2001 ihren heutigen Ehemann und wohnt seither in der norwegischen Hauptstadt. 2004 und 2005 brachte sie dann die Halbgeschwister von Marius, Ingrid Alexandra und Sverre Magnus, zur Welt.
Marius Borg Høiby ist durch seinen Vater kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses.
(mit Abschnitten von SDA)
