"Bist du bereit, Henry?" – "Ja, ich bin." Mit diesen Worten begann ein aussergewöhnlicher Abend, an dem das Publikum nicht nur musikalisch, sondern auch emotional berührt wurde. Lucy und Henry haben eine gemeinsame Leidenschaft für grossartige Songs, die sie in die einfachste Form zurückführen – Klavier und Stimme. Diese minimalistische Herangehensweise offenbarte die wahre Schönheit der Lieder, die sie darboten.
Das Konzert begann mit einer beeindruckenden Interpretation von "More Than You’ll Ever Know" von Al Cooper. Henry erzählte, dass er Cooper in New York City mit seiner Band "L Cooper and the Recuperators" gehört habe, und ihre Version des Songs spiegelte diese Erfahrung wider. Die Darbietungen von Klassikern wie "Who Is She and What Is She to You" von Bill Withers und "Still Crazy After All These Years" von Paul Simon zeugten von einem tiefen Verständnis und einer respektvollen Annäherung an das Originalmaterial.
Woodward und Hey führten das Publikum durch eine facettenreiche Auswahl an Songs, darunter "I Get Along Without You Very Well" von Hoagy Carmichael und "Lady Grinning Soul" von David Bowie. Besonders beeindruckend waren die Eigenkompositionen wie "Please Baby Please" und "Free Spirit", die ihre Fähigkeiten als Songwriter unterstrichen. Diese Lieder wurden in einer gemütlichen, beinahe wohnzimmerartigen Atmosphäre präsentiert, die die Zuhörer in eine Welt voller Emotionen und Geschichten entführte.
Was das Konzert von Lucy Woodward und Henry Hey so besonders machte, war die organische Abweichung vom Perfektionismus, die ihre Musik lebendig und authentisch erscheinen liess. Henry erklärte, dass kein lebendes Wesen die Zeit in objektiv gleiche Einheiten unterteilen kann wie ein Metronom. Stattdessen lassen sie ihre Schläge von den Spannungen des Körperempfindens erzählen, was eine Tiefe und Echtheit in ihre Performance bringt, die Maschinen niemals erreichen können.
Zu den gespielten Liedern gehörten auch "Young Turks", "I Wish You Love", "Live Live Live" und "God Only Knows". Jede Interpretation war einzigartig und zeigte die Vielseitigkeit und das Können der beiden Musiker. Besonders die Songs von Lucy Woodward, darunter "Love Never Leaves" und "Stardust", offenbarten ihre stimmliche Brillanz und ihre Fähigkeit, das Publikum zu fesseln.
Der Abend mit Lucy Woodward und Henry Hey im Pflegidach war ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art. Mit ihrer tiefen Wertschätzung für das Erbe grossartiger Songs und ihrer Fähigkeit, diese in einer intimen und dennoch kraftvollen Weise zu präsentieren, hinterliessen sie einen bleibenden Eindruck. Die Gäste wurden auf eine Reise durch verschiedene Genres und Emotionen mitgenommen, und es wurde deutlich, dass sowohl die Künstler als auch die Songs selbst als Gäste in diesem musikalischen Wohnzimmer fungierten. Ein unvergesslicher Abend, der die wahre Magie der Musik in ihrer reinsten Form zelebrierte.