Naher Osten
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Es war der IS: Selbstmord-Anschläge in Jemen fordern über 140 Todesopfer



Houthi fighters stand near a damaged car after suicide attack in Sanaa, Yemen, Friday, March 20, 2015. Triple suicide bombers hit a pair of mosques crowded with worshippers in the Yemeni capital, Sanaa, on Friday, causing heavy casualties, according to witnesses. The attackers targeted mosques frequented by Shiite rebels, who have controlled the capital since September. (AP Photo/Hani Mohammed)

Spuren des Selbstmordanschlags in Sanaa. Bild: Hani Mohammed/AP/KEYSTONE

Die Opferzahl nach den Anschlägen auf zwei Moscheen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa steigen minütlich: Nach jüngsten Angaben der Rettungskräfte sind vermutlich über 140 Menschen getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen. 

Vier «Ritter» hätten in zwei Moscheen Sprengstoffgürtel gezündet, erklärten die Extremisten in einer im Internet verbreiteten Textbotschaft. Bislang war von drei Attentätern die Rede gewesen. Auch die Dschihad-Beobachterplattform Site berichtete über die IS-Botschaft. Ob sie echt ist, liess sich zunächst nicht prüfen. 

Zur Zahl der Opfer gab es unterschiedliche Angaben. Mindestens 126 Menschen seien getötet und 260 weitere verletzt worden, sagte ein Spitalmitarbeiter in Sanaa der Nachrichtenagentur Reuters. 

Der TV-Kanal Al-Masira, der zu den schiitischen Huthi-Rebellen gehört, berichtete von mindestens 137 Toten. Die Nachrichtenagentur AFP schreibt unter Berufung auf Rettungskräfte von mindestens 142 getöteten Menschen. 

An army tank is seen at the barracks of the Special Forces in Yemen's southern port city of Aden March 19, 2015. An unidentified warplane attacked the presidential palace in Aden on Thursday after rival forces fought the worst clashes in years in Yemen's second city, an official and residents said, in a sharp escalation of the country's months-long armed turmoil. Thirteen people were killed when forces loyal to President Abd-Rabbu Mansour Hadi fought their way into Aden's international airport and wrested an adjacent military base from a renegade officer, Aden governor Abdulaziz bin Habtoor said in a televised speech. REUTERS/Yaser Hasan

Ein Panzer der jemenitischen Armee in Aden. In der neuen Hauptstadt im Süden des Landes sind am Donnerstag Kämpfe zwischen der regulären Armee und zwischen Huthi-Milizen ausgebrochen. Bild: STRINGER/REUTERS

Politisches Chaos

Am Donnerstag hatte der Machtkampf zwischen der Huthi-Miliz und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi die südliche Küstenstadt Aden erreicht. Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten um die Kontrolle des Flughafens wurden mindestens elf Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. 

Ein Kampfflugzeug griff Hadis Residenz an, wo er seit seiner Flucht aus Sanaa lebte. Der Präsident sprach von einem «gescheiterten Putschversuch». 

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Dies nutzte die schiitische Huthi-Miliz aus, die seit Sommer vergangenen Jahres auf die Hauptstadt Sanaa vorrückte und diese im September erreichte. 

Präsident auf der Flucht 

Im Januar übernahm die Miliz mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt, zwang Präsident Hadi zum Rücktritt und setzte ihn unter Hausarrest. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt. 

Hadi gelang Ende Februar die Flucht nach Aden. Von dort aus zog der international anerkannte Präsident seine Rücktrittserklärung zurück und erklärte die im Süden gelegene Stadt zur neuen Hauptstadt. 

Wegen der Unruhen haben mehrere Länder, darunter Deutschland und die USA, ihre Botschaften im Jemen geschlossen. Das Land ist Basis der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, die als radikalster Flügel der Extremistenorganisation gilt. 

Der Islamische Staat hat grosse Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht. Die Miliz hat aber auch in vielen anderen Ländern Anhänger. So bekannte sie sich auch zu dem Anschlag auf ausländische Touristen in Tunesien am Mittwoch. (sda/afp) 

Islamistische Terroristen

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