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bild: dirk behlau
Kustom-Kulture-Bildband

«Zieh dein eigenes Ding mit Leidenschaft und Liebe durch und mach etwas, das dich glücklich macht»

06.11.2014, 22:2707.11.2014, 12:58
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Dirk Behlau alias The Pixeleye ist Fotograf und Freund der Kuston Kulture. Mit ALIVE hat er schon sein viertes Buch über die Szene gemacht: watson befragte ihn zu Hot-Rod-Hotties und Rockabilly-Vätern.

bild: dirk behlau
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Herr Behlau, wie oft waren Sie schon in den USA?
Ich war bereits einige Male dort, unter anderem auch für meinen Dokumentarfilm «Flake & Flames», der die weltweite Kustom-Kulture-Szene – eine Melange aus amerikanischen Autos, Kunst, Musik, Custombikes, Pin-Ups – beleuchtet. Das Ganze ist in den USA, vor allem in Kalifornien, natürlich noch viel grösser als hier. Aber die Szene ist weltweit verdrahtet, es ist nicht wirklich so, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Beim jährlichen «Kustom Kulture Forever»-Meeting in Herten in Deutschland sind Künstler und Schrauber aus aller Welt vor Ort – aus Japan, den USA, Europa und so weiter.

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Wie aufgeschlossen ist die Szene? Mussten Sie sich erst Vertrauen erarbeiten, bevor Sie fotografieren konnten?
Ich denke mal, dass das in jeder «Szene» nach den gleichen Regeln funktioniert. Im Musikbusiness gehst du auch nicht zu Metallicas Managern und sagst: «Hallo, hier bin ich, ihr habt bestimmt schon auf mich gewartet.» Das Ganze läuft, wie überall, auf menschlicher Ebene ab und entwickelt sich über Monate und Jahre. 

Vertiefen sich solche Beziehungen auch?
Viele der Personen sind gute Freunde und Bekannte. Man schätzt und respektiert sich. Das Vertrauen kommt mit der Zeit, ich fotografiere die «Szene» jetzt seit über zehn Jahren. Erklären muss ich mich da selten, weder bei Kunden noch bei Privatpersonen – es macht grossen Spass.

Erkennen Sie das Schweizer Pin-up-Model Zoe Scarlett?
Erkennen Sie das Schweizer Pin-up-Model Zoe Scarlett?
bild: dirk behlau
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Wie wichtig ist dieser Szene das Äussere? Wird schief angesehen, wer nicht dem Dresscode folgt? 
Den «Dresscode» gibt es so nicht (mehr), würde ich sagen. Kustom Kulture ist ein Mix aus Rockabilly, Skatern, Punkrockern, Musikern, Old-School-Bikern und anderen – sprich: von Leuten, die ihr Ding machen, leben und sich nicht für eine Veranstaltung «verkleiden». Ich glaube nicht, dass jemand schief angesehen wird für sein Äusseres. Auch hier gilt: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Sicherlich gibt es Ausnahmen, die Szene ist auch relativ komplex, man kann da nicht pauschalisieren.

Ihre Bilder zeigen «harte Jungs» beispielsweise beim Seifenkistenrennen: Welche Bedeutung haben Familie und Gemeinschaft für diese Leute? 
Familie und Freundschaft ist mit das Wichtigste. Für Aussenstehende sehen viele Leute mit ihren Tattoos vielleicht bedrohlich und fremd aus. Aber das kann leicht täuschen.  

bild: dirk behlau
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Wie viel Nostalgie steckt in Kustom Kulture?  
Da alles mit den Hot-Rod-Rennen in den 40ern und 50ern begonnen hat, ist die «Historie» natürlich sehr wichtig – Kustom Kulture hat sich allerdings über die Jahrzehnte sehr entwickelt und verändert. Die «Lowbrow»-Kunst ist ein sehr grosser Teil des Ganzen, ebenso wie die Musik. Kustom Kulture durchzieht das tägliche Leben vieler Menschen, ohne dass viele Leute davon bewusst etwas mitbekommen. Das fängt bei ikonisierten Comicfiguren an und zieht sich bis zur Kustom-Kunst auf Plattencovern durch. Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Ich verweise gerne nochmals auf unseren Dokumentarfilm «Flake & Flames», den es auf DVD oder bei iTunes gibt.

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Welche Rolle spielt das Auto?
Das Auto ist mit Sicherheit ein essentieller Teil des grossen Ganzen. Genauer gesagt sind die Hot Rods und modifizierten Custom Cars im Buch natürlich echte Hingucker. Einzelstücke fernab der seelenlosen Massenproduktion. Die Essenz der Kustom Kulture könnte man wie folgt umreissen: «Zieh dein eigenes Ding mit Leidenschaft und Liebe durch und mach etwas, das dich glücklich macht».

bild: dirk behlau
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Mehr Hingucker

Welches Foto aus «ALIVE» ist für Sie das emotionalste?
Das kann ich unmöglich beantworten. Jedes meiner Fotos erzählt eine Geschichte und stellt einen bestimmten, besonderen Moment in meinem Leben dar, mit dem ich Emotionen und Glück verbinde. Es sind quasi alles meine Babys. Wie soll ich mich da unter Tausenden auf ein einziges beschränken können? 

Stimmt. Und das ist bereits Ihr viertes Buch zum Thema.
Nachdem ich 2007 «Speed Kings» beim renommierten Designverlag Die Gestalten veröffentlicht hatte, folgten zwei weitere Fotobände: «Hotrod Empire» und «Kool Fellas» beim Huber Verlag. Mit dem zeixs Verlag habe ich bereits vor zwei Jahren den Tattoo-Fotoband «Inkarnation» veröffentlicht. Mit meinem Vorschlag nach einem grossformatigen Coffee-Table-Buch über meine «Kustom Kulture»-Fotografie der letzten vier Jahre rannte ich beim zeixs Verlag offene Türen ein. Die Jungs waren Feuer und Flamme für das Projekt. «ALIVE» hat den dreifachen Umfang im Vergleich zu meinen anderen Büchern und kommt im XXL-Format mit transparentem Plastikumschlag, Sonderfarbendruck, Hardcover daher und ist sehr hochwertig angelegt.  

«ALIVE» können Sie hier beziehen

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