Panorama
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Zum Tod des Schweizer Künstlers 

Was H.R. Giger neben dem Alien sonst noch geschaffen hat

H.R. Giger hat nicht nur Aliens geschaffen. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Werken des Schweizer Künstlers, die bis anhin wenig Rampenlicht genossen. 

Kondom des Grauens (1996)

Schluss mit der «Vagina Dentata»! In Ralf Königs Komödie «Kondom des Grauens» greift das männliche Gegenstück an:
Ein sehr böses und hungriges Kondom treibt sein Unwesen in New Yorks Bordellen. Es beisst seinen Trägern den Penis ab. Natürlich werden erst die Prostituierten verdächtigt, ihre Freier böswillig zu entmannen; niemand will an ein bezahntes Killerkondom glauben. Allein Inspektor Luigi Mackeroni, der selbst einen Hoden durch besagtes Präservativ lassen musste, treibt die Untersuchungen unbeirrt fort und tötet das Glied verspeisende Ungeheuer mit einem perfiden Trick: Dieses vergräbt sein gruseliges Rundgebiss  – wohl durch die frappierende Ähnlichkeit mit seiner Leibspeise in die Irre geführt – in einem Gasschlauch und wird derart aufgebläht, bis es letztlich in tausend Stücke zerbirst. 

CD-Cover für Floh de Cologne (1974)

Gigers düstere Welt verziert auch diverse Album-Covers. Hier ein Werk, das er für die Kölner Politrock-Band Floh de Cologne gestaltete. 

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Bild: Wikipedia

Der Mikrofonständer für Jonathan Davis

Der Frontmann der Metal-Band Korn mit seinem eigens von Giger geschaffenen Mikrofonständer. 

Das malerische Schaffen vor «Alien»

Mit der Ausstellung «H.R. Giger: Das Schaffen vor Alien 1961 – 1976» wollte das Bündner Kunstmuseum 2007 die unvollständige Rezeption von Gigers Werk korrigieren: Denn auch vor «Alien» schuf der Künstler einige bedeutende Werke. 

Ein Beispiel aus Gigers düster-beklemmender «Schächte»-Werkgruppe: 

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Hans Ruedi Giger: Schacht VI (1966), Tusche auf Papier, auf Holz.  Bild: Bündner Kunstmuseum, Chur 

Die Muse für die «Passagen»-Serie (1971) küsste Giger auf der Durchreise in Köln: Er wohnte dem «mechanisch-erotischen Akt» der Mistkübelentleerung der Städtischen Müllabfuhr bei: 

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Hans Ruedi Giger: Ohne Titel (1972/73), Buchdruck-Rotationsverfahren (Offset-Lithographie auf Zeitungspapier). Bild: Bündner Kunstmuseum, Chur

«Die besten Bilder mit den verschiedensten Themen entstanden von 1972 – 1975.»

H.R. Giger, zitiert nach issuu

Auch Gigers «Badewanne II» steht in der Tradition seines «magischen Realismus»:

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Hans Ruedi Giger: Badewanne II (1970), Öl auf Holz. Bild: Bündner Kunstmuseum, Chur

Ein Exemplar aus Gigers «Hautlandschaften»:

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Hans Ruedi Giger: Landschaft I (1972), Acryl auf Papier, auf Holz. Bild: Bündner Kunstmuseum, Chur

Giger fertigte 1973 eine Hommage an seinen Künstlerfreund Friedrich Kuhn an, von dem man sagt, er habe seine Bilder vor den Augen seiner Käufer zerstört, wenn ihm der gebotene Preis nicht passte. 

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Hans Ruedi Giger: Hommage an Friedrich Kuhn (1973), Lichtdruck einer mit Spritzpistole überarbeiteten Fotografie. Bild: Bündner Kunstmuseum, Chur



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    Alle Leser-Kommentare
  • deed 13.05.2014 17:09
    Highlight Highlight hr giger war ein wegweisendes genie. kaum ein kontemporärer schweizer künstler hat soviele andere inspiriert und beeinflusst wie er - er hat über die malerei und bildhauerei hinaus sogar film- und musikgenres geprägt. dass ihm die einheimische, insbesondere die zürcher kunstszene, naserümpfend die anerkennung verweigert (alien="sündenfall"), erstaunt nicht. wer es vorzieht, subventionen zu beziehen und hafenkräne aufzustellen, ist misstrauisch gegenüber einem, der im freien markt zu internationalem ruhm gekommen ist.
    6 0 Melden

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