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Bild: Benjamin Sommerhalder

Kinderbuch

Knigi – ein kleiner Geist verführt uns in die Wunderwelt der Bücher, Bits und Bytes

Alle Menschen schauen in ihre Smartphones, Laptops und Bücher. Was sehen sie dort? Ein kleines, feines Kinderbüchlein wirft grosse Fragen auf.



Kennen Sie den Begriff «Filterblase»? Die Kulturpessimisten benutzen ihn gerne. Er besagt, dass wir nur noch das auf unseren Bildschirmen zu sehen bekommen, was die bösen Algorithmen von Google & Co. für uns rausfiltern. 

Sie vergessen dabei, dass wir diese Informationsblase sehr wohl mitgestalten können. Dazu am Rande ein ganz kleines, einfaches Beispiel: Ich bin bei Facebook als weibliche Person registriert. Das führt dazu, dass bei mir Werbung für Frauen eingeblendet wird.

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Logo des Verlags Nieves als Hauptfigur eines Kinderbuches bei Diogenes
Bild: Benjamin Sommerhalder

Eine solche Filterblase ist jedoch nichts Neues. Unsere gebaute Umwelt (Wohnung, Büro, Schule, Strasse etc.) kann als vorgegebene und nur beschränkt gestaltbare Struktur verstanden werden. Auch bewegen wir uns bewusst oder unbewusst «automatisch» im selben Quartier, Kiez oder Stadtkreis.

Wir sind zugleich Filter und Quelle

In meiner «realen» Filterblase begleitet mich die Figur Knigi seit Jahr(zehnt)en. Wer sich für Gestaltung interessiert und regelmässig im Zürcher Stadtkreis 4 unterwegs ist, begegnet irgendwann dem Geistlein Knigi, dem Logo des Verlags Nieves.

Geprägt durch Erfahrungen und ein Weltbild filtert unser Hirn ständig. So ist es nicht überraschend, dass Ihnen beim Lesen und Anschauen dieses Artikels am Schluss etwas anderes hängen bleibt, als einer anderen Person, die jetzt auch grad diese Zeilen liest.

Und genau so ergeht es dem kleinen Geistlein Knigi, das sich auf die Suche nach dem Inhalt seines Büchleins macht. Für die Einen ist es am Schluss in seiner eigenen Fantasiewelt angekommen und für die Anderen war das Büchlein ein Laptop, das endlich am Strom angeschlossen wurde.

Die nachfolgenden Doppelseiten sind nur ein Auszug aus dem dieser Tage erscheinenden Büchlein. Hier können Sie es bestellen. Oder Sie sind diesen Samstag in Zürich und erstehen es gleich an der Buchvernissage in den Räumlichkeiten von Nieves (16:00-18:30 Uhr).

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Bild: Benjamin Sommerhalder

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Bild: Benjamin Sommerhalder

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Bild: Benjamin Sommerhalder

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Bild: Benjamin Sommerhalder

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Bild: Benjamin Sommerhalder

Transparenzbox

Bei meinem letzten Artikel habe ich die Idee für eine Transparenzbox lanciert. Hier möchte ich meine persönlichen Verstrickungen im Zusammenhang mit dem Artikel offenlegen.

Ich kenne Beni Sommerhalder, den Illustrator und Inhaber des Verlags Nieves, flüchtig. Ich schätze sein Engagement für kleine, trashige und poetische Magazine und Büchlein sehr. Ich besitze eine Stofftasche mit Knigi drauf und diverse kleine Heftchen. Als Direktor des Cabaret Voltaire habe ich eine Auswahl aus dem Verlagssortiment von Nieves im dortigen Shop zum Verkauf angeboten.

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Review

Nicht nur Curdin Orlik spricht über sein Coming-out

Lernen, was Freiheit bedeutet: Der Basler Regisseur Boris Nikitin hat sein eigenes Coming-out und das Sterben seines Vaters in einem berührenden Text verwoben.

Es ist ein sehr kleines Buch. Bloss 46 Seiten Text und die auch überaus locker bedruckt. Es ist ein Ein-Mann-Stücktext, mit dem sein Autor, der 40-jährige Basler Regisseur Boris Nikitin, gerade um die Welt tourt.

Es ist ein sehr grosses Buch. Eines, das auf wenigen Seiten fragt, was Freiheit bedeuten kann. Es ist ein sehr persönliches, geradezu intimes Buch. Die Geschichte der beiden Freiheiten von Boris Nikitin und seinem Vater. Boris Nikitin ist schwul. Sein Vater ist tot. Und was hat das …

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