Panorama
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Teilnehmer versuchen am Samstag, 24. Juli 2010, in Duisburg, Nordrhein-Westfalen, beim Techno-Musikfestival Loveparade 2010 nach einer Panik das gesperrte Gelaende zu verlassen. Vor dem Gelaende vor der Loveparade in Duisburg ist es am Samstag zu einer Massenpanik gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden dabei zehn Menschen getoetet.  (apn Photo/Hermann J. Knippertz) ---  Collapsed people get first aid after a panic on this year's techno-music festival

Bild: AP dapd

Drama mit 21 Toten

Anklage im Fall Loveparade



Die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten wird zum Fall für die Richter: Rund dreieinhalb Jahre nach dem Unglück hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen mutmassliche Verantwortliche erhoben.

Die Ermittlungen um das tragische Geschehen seien abgeschlossen, teilte die Duisburger Staatsanwaltschaft mit. Wer angeklagt ist und wie der Tatvorwurf lautet, soll an diesem Mittwoch bei einer Medienkonferenz bekanntgegeben werden. Die Anklageschrift sei beim Landgericht Duisburg eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher. 

epa02259923 Police and rescue workers at the scene after a mass panic at this year's techno-music festival 'Loveparade' in Duisburg, Germany, 24 July 2010. At least 15 people died at the techno-music festival in the German city of Duisburg when crowds of people were crushed in a tunnel leading to the event grounds, police said. A statement released by Duisburg police said that 15 people had been resuscitated and at least another 15 had been injured, when panic broke out as crowds pushed into the confined space.  EPA/ACHIM SCHEIDEMANN

Entsetzte Ersthelfer. Bild: EPA

Gefahrloses Fest war quasi unmöglich

Das Landgericht muss nun prüfen, ob es das Hauptverfahren gegen die Beschuldigten eröffnet. Am 24. Juli 2010 war während der Loveparade eine Massenpanik ausgebrochen. Am Zugang zum Veranstaltungsgelände der Technoparade wurden 21 junge Menschen erdrückt oder zu Tode getreten, Hunderte wurden verletzt.

Es hatte für das ganze Gelände nur einen einzigen Ein- und Ausgang gegeben. Die Zugangsrampe sei viel zu klein für die Besucherströme gewesen, hatte der britische Massendynamik-Experte Keith Still resümiert. Ihm zufolge war es mit dem von der Stadt genehmigten Konzept nicht einmal theoretisch möglich, das Fest gefahrlos durchzuführen.

Ein Teilnehmer weint am Samstag, 24. Juli 2010, in Duisburg, Nordrhein-Westfalen, beim Techno-Musikfestival Loveparade 2010 nach einer Panik. Vor dem Gelaende vor der Loveparade in Duisburg ist es am Samstag zu einer Massenpanik gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden dabei zehn Menschen getoetet.  (apn Photo/Hermann J. Knippertz) ---  Collapsed people get first aid after a panic on this year's techno-music festival

Bild: AP dapd

Weniger Beschuldigte

In einem umfangreichen Verfahren war einst gegen 16 Beschuldigte ermittelt worden, unter ihnen Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Veranstalters Lopavent. Jüngsten Medienberichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft den Kreis der Beschuldigten auf jetzt zehn Personen verkleinert. So sollen die Ermittlungen gegen den Polizei-Einsatzleiter und einen leitenden Mitarbeiter der Stadt Duisburg eingestellt worden sein.

Rainer Schaller, Inhaber der Fitness-Kette McFit und Geschäftsführer von Lopavent, hatte ebenso wie Duisburgs damaliger Oberbürgermeister Adolf Sauerland nicht zu den Beschuldigten im Ermittlungsverfahren gezählt. Das Stadtoberhaupt musste jedoch rund anderthalb Jahre nach der Tragödie abtreten. Eine Bürgerinitiative hatte seine Abwahl durchgesetzt. Er hatte lange Zeit jegliche Verantwortung von sich gewiesen.

Kerzen stehen am Samstag, 31. Juli 2010, in Duisburg an der Stelle, an der am Samstag, 24. Juli 2010, eine Massenpanik bei der Loveparade ausgebrochen war, durch die 21 Menschen ums Leben kamen. (apn Photo/Joerg Sarbach) --- Candles are seen at the Loveparade site in Duisburg, Germany, on Saturday, July 31, 2010. 21 people were killed in a crush at the Love Parade techno festival a week before.(apn Photo/Joerg Sarbach)

Ein Kerzenmeer zehn Tage nach der Katastrophe 2010. Bild: AP dapd

epa02839317 People pay their respects next to the scene of the accident at the former premises of the Loveparade in Duisburg, Germany, 24 July 2011. The accident happend on 24 July 2010, as panic erupted in an access tunnel to the grounds where the Love Parade techno music festival was being held.  EPA/OLIVER BERG

Trauernde gedenken ein Jahr danach den Verlust ihrer Lieben. Bild: EPA

epa03316085 A candle stands in front of a wall with silhouettes at the site of the tragedy of the 2010 Loveparade in Duisburg, Germany, 24 July 2012. Two years after the catastrophic mass panic, Duisburg residents, friends and family members commemorate the 21 victims. The victims died at the entry gates of the parade during a mass panic.  EPA/CAROLINE SEIDEL

Dieses Kunstwerk erinnert seit 2012 an die 21 Opfer Bild: EPA

(sda/phi)

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