Schweiz
Crans-Montana

Neues Walliser Gesetz könnte Crans-Montana von Verantwortung freisprechen

epa12638781 People gather in front of the bar where the fire happened during the national day of mourning following a deadly fire at the 'Le Constellation' bar in Crans-Montana, Switzerland, ...
Was das neue Walliser Baugesetz für die Betroffenen bedeutet, wird sich weisen.Bild: keystone

Neues Walliser Gesetz mit Tragweite: «Die zuständige Behörde haftet nicht für Schäden»

Am Neujahrstag ist im Wallis ein neues Gesetz in Kraft getreten. Dieses könnte die Gemeinde Crans-Montana nach der Brandkatastrophe in einer Bar vor Millionenklagen bewahren.
10.01.2026, 11:4310.01.2026, 16:23

Exakt um Mitternacht am Neujahrstag ist im Wallis ein neues kantonales Baugesetz in Kraft getreten. Nur 86 Minuten später brach in der Bar Le Constellation in Crans-Montana ein verheerendes Feuer aus, das 40 jungen Menschen das Leben kostete und 119 weitere verletzte.

Ein einzelner Satz im neuen Gesetz könnte nun darüber entscheiden, ob die Gemeinde für Millionenschäden haftbar gemacht werden kann oder nicht, wie «Blick» am Samstag berichtet.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt im Kanton Wallis das revidierte Baugesetz. Der bisherige Artikel 25 wurde dabei neu als Artikel 37 übernommen – ergänzt um einen unscheinbaren, aber heiklen Zusatz. In Absatz 5 heisst es neu: «Die zuständige Behörde haftet nicht für Schäden, die dadurch entstehen, dass Bauherren und deren Vertreter gegen die Vorschriften dieses Gesetzes verstossen.»

Die Tragweite dieser Formulierung ist eindeutig enorm.

Sollte bei allfälligen Schadenersatzklagen das neue Recht zur Anwendung kommen, könnte sich die Gemeinde Crans-Montana jedenfalls aus der Verantwortung ziehen. Theoretisch wäre sie dann nicht haftbar für Schäden, die im Zusammenhang mit dem Brand entstanden sind, wie «Blick» weiter berichtet.

Ob dieser Passus tatsächlich greift, damit dürfen sich nun Juristen und Gerichte beschäftigen. So oder so: Er dürfte für die Betroffenen entscheidend sein. (lyn)

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104 Kommentare
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FamilyGuy
10.01.2026 11:53registriert März 2020
Hoppla… also warum in Zukunft noch Vorgaben kontrollieren, wenn man als Behörde eh nicht zur Verantwortung gezogen wird… Schlussfolgerung… es braucht kein Budget für Kontrollen und Kanton und Gemeinde können sparen… ist ja scheinbar nicht nötig… und Shit happens… Leben wird immer gefährlicher und als Kunde einer Bar kann man ja mit Eigenverantwortung Feuerschutz und Fluchtwege selber kontrollieren…. sonst zahlt die Krankenkasse nicht… ausser mit Privatzusatz „Barbesuch“ 🤣
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Garp
10.01.2026 11:57registriert August 2018
Die Gemeinden, die Verantwortung übernehmen müssten, sprechen sich also frei auch bei Fehlverhalten. Man muss sich echt schämen als Schweizerin bei so einem Kanton und dessen Filz.
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YvesM
10.01.2026 11:57registriert Januar 2016
Hier werden die Gerichte entscheiden müssen und wenn die Gemeinde ihrer Pflicht der Kontrolle nicht nachgekommen ist, kommt das Gesetz nicht zu Anwendung. Das Problem ist weniger das Geld. Die Prozesse werden sich über Jahre hinziehen und den Opfern keine Ruhe lassen.
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