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Sherpa Tashi Daba ist einer von sieben Bergsteigern, die lebend aus der Lawine gerettet werden konnten.
Sherpa Tashi Daba ist einer von sieben Bergsteigern, die lebend aus der Lawine gerettet werden konnten.Bild: EPA/EPA
Lawinenunglück am Everest

«Binnen sehr kurzer Zeit waren wir alle begraben»

Am Freitag begrub eine Lawine am Mount Everest nepalesische Bergführer und Träger. Noch immer werden drei Personen vermisst. Hoffnung auf Überlebende gebe es nicht mehr.
19.04.2014, 18:0119.04.2014, 18:02
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Nach dem bisher schwersten Bergsteiger-Unglück am Mount Everest ist ein weiteres Lawinenopfer geborgen worden. Damit wurden inzwischen 13 Leichen gefunden, wie die Behörden am Samstag in Nepal mitteilten. Drei Männer würden noch vermisst.

Eine Gruppe von Bergsteigern passiert beim Abstieg den Khumbu-Eisfall: Hier ging am Karfreitag die Lawine nieder.
Eine Gruppe von Bergsteigern passiert beim Abstieg den Khumbu-Eisfall: Hier ging am Karfreitag die Lawine nieder.Bild: AP

Nach ihnen solle am Sonntag weiter gesucht werden. Hoffnung auf Überlebende gebe es nicht, sagte Dipendra Poudel vom Tourismusministerium in Kathmandu. Aus der Lawine, die am Freitag nepalesische Bergführer und Träger im Khumbu-Eisfall mitgerissen hatte, wurden sieben Männer in den Stunden darauf lebend geborgen.

An einem sonnigen Morgen hatte sich die nepalesische Gruppe aufgemacht, um die Route durch das Eislabyrinth zu präparieren – denn Ende April beginnt die Bergsteiger-Saison im Himalaya und sämtliche Everest-Besteiger müssen die Stelle passieren. Dann lösten sich offenbar auf der Westschulter des Everst Schneemassen.

«Wir haben uns zusammengedrängt, aneinander festgehalten»

Es habe an der Stelle keine Möglichkeit gegeben, vor der plötzlich abgehenden Lawine wegzurennen, schilderte ein Überlebender örtlichen Medien. «Wir haben uns zusammengedrängt, aneinander festgehalten. Aber binnen sehr kurzer Zeit waren wir alle begraben», wurde der Mann zitiert.

Vor dem Lawinenabgang hätten dutzende Sherpas anderer Agenturen diesen gefährlichen Streckenabschnitt bereits passiert. «Wir dachten, wir folgen ihnen, wir haben keine Warnung erhalten.»

Der Unfall unterstreicht die Gefahr, denen die einheimischen Bergführer ausgesetzt sind, wenn sie sich vor Saison-Beginn zur Reparatur von Leitern und zum Befestigen von Seilen auf die mächtigen Berge begeben. Die nepalesische Regierung bot den Familien der Opfer 40'000 Rupien (rund 360 Franken) Entschädigung an. Angehörige wiesen dies als schäbig zurück.

Die Mutter eines verstorbenen Sherpas trauert um ihren Sohn
Die Mutter eines verstorbenen Sherpas trauert um ihren SohnBild: AP/AP

Über 300 Tote auf dem Everest

Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt. Jährlich versuchen hunderte Bergsteiger aus aller Welt den strapaziösen Aufstieg zum «Dach der Welt». Seit der Erstbesteigung durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay 1953 kamen dabei bereits mehr als 300 Alpinisten ums Leben.

Laut der Expertin Elizabeth Hawley ist das Unglück vom Freitag die «schlimmste Katastrophe, die der Mount Everest je erlebt hat». 1996 waren acht Menschen in einem schweren Sturm ums Leben gekommen. Der schlimmste Bergsteiger-Unfall in ganz Nepal ereignete sich 1995, als 42 Menschen durch eine Lawine getötet wurden.

Für diesen Sommer haben die örtlichen Behörden 734 Menschen eine Genehmigung für den Aufstieg auf den Everest ausgestellt.

Um den Andrang zu bewältigen und das Risiko zu verringern, beschlossen die Behörden, mehr Fixseile entlang des Aufstiegsweges zu verlegen. Auf dem Gelände, wo die Basislager liegen, sorgen seit Anfang April Soldaten und Polizisten für Ruhe und Ordnung.

Im vergangenen Jahr war es zwischen Sherpas und europäischen Alpinisten nach einem Missverständnis zu Handgreiflichkeiten gekommen. Einer der Europäer war der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck. (sda/afp/dpa/meg)

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