Schifffahrt
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Notsignal vor Korfu

Italienische Marine leitet Migranten-Frachter in Hafen



Die italienische Marine hat am Dienstag einen Frachter mit Hunderten Migranten an Bord in der Adria zu einem Hafen im Süden des Landes geleitet. Zuvor hatte ein Notsignal des Schiffes «Blue Sky M» einen umfangreichen Einsatz der griechischen Kriegsmarine ausgelöst.

Das Schiff, das schätzungsweise mehr als 600 Menschen an Bord hat, nahm am Abend Kurs auf italienische Gewässer, wo Sicherheitskräfte an Bord gingen. Auf dem Frachter sollen vor allem Syrier sein, darunter auch eine Schwangere, die kurz vor der Geburt stehe, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

epa04542948 A picture made available 30 December 2014 shows the cargo ship Blue Sky M in the Marmara Sea, 12 July 2013. The freighter carrying an estimated 600 migrants west of the Greek island of Corfu sent out a distress signal on 30 December 2014, authorities said, prompting rescue efforts. The ship flying a Moldovan flag, was caught in poor weather near the island of Othonoi northwest of Corfu. According to Greek media reports, it was carrying migrants to Italy. Some of the people on the ship were reportedly armed, and the ship was believed to be part of a human smuggling operation.  EPA/DIETMAR HASENPUSCH

Ein Bild der Blue Sky im Dezember 2014. Bild: EPA/DPA

Die italienische Marine leitete den Frachter zum Hafen der süditalienischen Küstenstadt Gallipoli. Es sei verhindert worden, dass das Schiff auf die Küste prallt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Grosse Suchaktion

Trotz eines Motorschadens hätten Männer der Küstenwache drei Meilen vor dem süditalienischen Ort Santa Maria di Leuca den Kurs des Frachters ändern können. Per Helikopter waren mehrere Männer zu einer Kontrolle auf das Schiff gegangen. Bei der Kontrolle sei keine Besatzung auf dem Schiff gefunden worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Nachrichtenagentur AP.

epa04542898 Armed special missions officers of the Greek coast guard set off from Corfu harbour for waters off the Ionian island of Othoni, responding to a distress signal from Moldovan-registered freighter 'Blue Sky M' in the area, in Corfu, Greece, 30 December 2014. The rescue operation is being coordinated by the Corfu harbor master. According to sources, the ship is a migrant-trafficking vessel carrying some 600 or more irregular migrants and was sailing to the west of Corfu, about two nautical miles off the coast of Othoni. The Hellenic Navy frigate 'Navarino' and an S-70 Sikorsky helicopter have also been sent to the area, after a distress signal sent via the European emergency number 112 was relayed to Greek authorities by the Italian coast guard.  EPA/MARIA TZORA

Griechische Spezialeinheiten machten sich nach dem Notruf auf den Weg.  Bild: EPA/ANA-MPa

Das Verteidigungsministerium in Athen und die griechische Küstenwache hatten zunächst am Nachmittag bekanntgegeben, dass das unter der Flagge Moldaus fahrende Schiff in Seenot sei. Eine umfangreiche Suchaktion wurde gestartet. Der Kapitän hatte jedoch angegeben, alles sei in Ordnung und das Schiff sei nicht in Seenot.

Passagier soll Alarm geschlagen haben

Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass einer der Migranten an Bord die griechische und die italienische Küstenwache alarmierte. Das Schiff befand sich zu dieser Zeit in der Nähe des kleinen griechischen Eilands Othonoi im Nordwesten der Touristeninsel Korfu.

Es blieb wenige Stunden in dieser Region im Windschatten der Insel Othonoi, bis sich dort die starken Winde legten. Dann setzte der Kapitän die Fahrt in Richtung Italien fort. «Der Frachter ist weg. Er bewegt sich in westlicher Richtung. Wir sehen ihn nicht mehr», hatte ein Beamter der griechischen Küstenwache aus Othonoi der Deutschen Presseagentur erklärt.

Schlepper holten Migranten ab

Das Schiff soll griechischen Medienberichten zufolge seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland unterwegs gewesen sein. Es wird vermutet, dass Menschenschlepper Migranten aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen. 

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten durch das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Migranten sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Migranten aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet. (feb/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Interview

«96 Prozent der Frauen in unseren Zentren auf Lesbos sind Opfer sexueller Gewalt»

Raquel Herzog ist Gründerin einer NGO, die auf Lesbos und in Athen ein Tageszentrum für Frauen auf der Flucht betreibt. Im Interview erklärt sie, wieso Frauen, die im Lager Moria lebten, besonders auf Unterstützung angewiesen sind und wie es um die aktuelle Lage auf Lesbos steht.

Frau Herzog, vor ein paar Wochen erreichten uns Bilder vom brennenden Camp Moria. Wie ist die Situation auf Lesbos jetzt? Raquel Herzog: Im neu aufgebauten Lager sind bereits 9000 Menschen untergebracht. Währenddessen ist die schweizerische humanitäre Hilfe vor Ort. Sie sorgt sich um die Trinkwasserversorgung.

Wie sind die Bedingungen in den neuen Lagern? Es gibt 37 Toiletten. Ich bezweifle, dass es im neuen Lager ein Abfallkonzept gibt. Zudem …

Artikel lesen
Link zum Artikel