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Andreas Passannante, Instandhaltungstechniker SBB, praesentiert den Einklemmschutz anlaesslich eines Point de Presse zur Sicherheit von Zugtueren nach einem toedlichem Unfall eines Chef-Kundenbegleiters am 4. August, aufgenommen am Mittwoch 14. August 2019 in der SBB Serviceanlage Herdern in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Nach einem tödlichen Einklemm-Unfall im August 2019 überprüften die SBB hunderte Zugstüren. Bild: KEYSTONE

SBB-Passagier klemmt Finger in Zug-Türe in Bern ein – und kann sich nur mit Glück retten

Dramatischer Vorfall im Bahnhof Bern. Ein Reisender versucht Anfang März, eine schliessende Zugstüre mit der Hand aufzuhalten, und wird eingeklemmt. Dann fährt der Zug los.



«Letzte Woche wurde einem Kunden in Bern die Hand eingeklemmt»: An der SBB-Bilanzmedienkonferenz lässt der abtretende SBB-Boss Andreas Meyer mit einem Nebensatz aufhorchen.

Denn der Vorfall weckt böse Erinnerungen: Am 4. August 2019 war ein Zugbegleiter der SBB in Baden auf dem Perron von einer Türe eingeklemmt und kilometerweit mitgeschleift worden. Der Einklemmschutz des Einheitswagens IV hatte komplett versagt, der 54-Jährige verstarb.

Was ist in Bern genau passiert? watson hat bei den SBB nachgehakt.

«Als sich der Zug in Bewegung setzte, rannte der Reisende mit eingeklemmten Finger rund 45 Meter neben dem Zug her.»

Reto Schärli, SBB-Sprecher

Der Zwischenfall ereignete sich laut SBB-Sprecher Reto Schärli am 1. März kurz nach 1 Uhr morgens im Bahnhof Bern und spielte sich wie folgt ab:

Ein Reisender wollte in den Intercity nach Interlaken einsteigen, nachdem das Zugpersonal den Zug bereits abgefertigt hatte. Der Mann versuchte die sich schliessende Türe mit der Hand aufzuhalten.

Dabei wurden seine Finger eingeklemmt. Als sich der Zug in Bewegung setzte, rannte der Reisende rund 45 Meter neben dem Zug her, bis er zum Glück seine Finger aus der geschlossenen Türe rausziehen konnte. Der Mann erlitt eine Prellung an den Fingern.

Ob und warum der Einklemmschutz des einstöckigen Eurocity-Wagens versagt hat, ist nicht klar. «Die SBB bedauern den Vorfall und haben umgehend eine Untersuchung eingeleitet», sagt Schärli weiter zu watson. Die zuständige Untersuchungsbehörde , die Sust, und das Bundesamt für Verkehr (BAV) seien umgehend informiert worden.

500 Mängel bei Türen festgestellt

Die SBB unterzogen nach dem tödlichen Unfall in Baden die Schliesssysteme der Wagen des Typs EW IV einer Sonderkontrolle. Dabei wurden 1832 Türen von 458 Wagen kontrolliert. Dabei wurden mehr als 500 Mängel festgestellt. An 69 Türen war der Einklemmschutz fehlerhaft. Das Schliesssystem bei dem beim Unfall in Bern verwendeten Eurocity-Wagentyp ist zwar moderner, aber jenem des EW IV ähnlich.

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