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Zürich

Dscheladas: 10 Paviane im Zoo Zürich getötet

«Letzte Option»: 10 Paviane im Zoo Zürich getötet

Der Zoo macht in einer Mitteilung publik, dass in den letzten Wochen zehn Dscheladas eingeschläfert wurden. Solche Tötungen sind selten, aber nicht neu – der Zoo erklärt die Gründe.
09.03.2026, 09:1709.03.2026, 10:36

Der Zoo Zürich hat in der vergangenen Woche zehn Blutbrustpaviane – auch Dscheladas genannt – getötet. Dies sei zur Stabilität der Population zwingend nötig gewesen, argumentiert der Zoo in einer Medienmitteilung.

Dschelada Theropithecus gelada
Im Zoo Zürich sind zehn Dscheladas getötet worden.Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess

Im Zoo Zürich lebten vor den Tötungen insgesamt 48 Dscheladas in vier sogenannten Clans. Aufgrund der hohen Zahl sei es zunehmend zu Auseinandersetzungen und Unruhen unter den Tieren gekommen. «Eine solche Gruppendynamik wirkt sich immer negativ auf das Wohl aller Tiere aus und darf kein Dauerzustand sein», wird Zoodirektor Severin Dressen zitiert.

Die Tötung der Dscheladas wird als «letzte Option» bezeichnet. Eine Verhinderung der Fortpflanzung sei etwa keine Möglichkeit, so der Zoo. So seien die Affen sehr soziale Tiere, die in äusserst komplexen Strukturen und Hierarchien leben. Ohne Fortpflanzung würde den Tieren ein elementares Grundbedürfnis genommen. Weiter werde durch das Zuchtprogramm eine Überalterung verhindert.

Tiere konnten nicht abgegeben werden

Weiter erklärt der Zoo Zürich, dass man auch geprüft habe, die Tiere an andere Zoos weiterzugeben. Bei sechs Tieren habe dies im Herbst auch geklappt. Weitere Abgabeplätze seien aber nicht gefunden worden. Darum habe man die zehn Affen töten müssen. Die Tiere seien nach reiflicher Abwägung sowie genauer Analyse der Haremsstrukturen gezielt ausgewählt worden. So seien nur Tiere getötet worden, die nicht oder nicht mehr zum Erhalt der Gesamtpopulation der Dscheladas im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms beitragen konnten.

Dschelada Theropithecus gelada; Fellpflege; Grooming
Dscheladas leben in sogenannten Clans und gelten als soziale Tiere.Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess

«Selbstverständlich ist nachvollziehbar, wenn die Tötung der Tiere im ersten Moment aus einer emotionalen Sicht wenig verständlich ist», so Zoodirektor Dressen. «Als Naturschutzorganisation sehen wir es aber auch als unsere Verantwortung, das Thema proaktiv anzugehen, transparent in der Öffentlichkeit zu vermitteln und über die Gesamtzusammenhänge aufzuklären.»

Der Zoo erklärt, dass die getöteten Tiere nun der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Einige Dscheladas ganz, von manchen verschiedene Körperteile wie Hoden, Zähne, der Magen-Darm-Trakt oder auch der Gehörgang – je nach Ausrichtung der beteiligten Forschungsprojekte.

Tötungen im Zoo Zürich aus Artenmanagement-Gründen sind selten, aber nicht neu. Vor den Pavianen waren 21 Tiere getötet worden, elf davon waren Hausmeerschweinchen. (dab)

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