Schweiz
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Im Juni heirateten die Ex-Katholiken Kilian und Natascha Karrer an einem reformierten Gottesdienst. Bild: Markus Tasser

Unmoralisches Angebot der Kirche: Priester soll Freundin als Haushaltsangestellte tarnen

Ein neuer Fall zeigt, welch gravierende Folgen der Bruch mit dem Zölibat für die Betroffenen haben kann. Kilian Karrer (51) lebte dreissig Jahre lang im Kloster. Nun beginnt er mit Natascha Karrer (43) ein neues Leben. Für sie ist das noch schwieriger als für ihn.

Andreas Maurer / Schweiz am Wochenende



Mit 18 Jahren entschied Kilian Karrer, wie sein Leben bis zum Tod verlaufen sollte. Er hatte als Gast zwei Wochen im Kloster Mariastein verbracht und danach nur noch einen Wunsch. Er wollte Mönch werden. Er erledigte die letzten Aufgaben seines bisherigen Lebens, Matur und Militär, und trat mit 19 ins Kloster ein. Mit 23 legte er die ewige Profess ab. Er gelobte, nach der Regel des heiligen Benedikts das ganze Leben zölibatär im Kloster zu verbringen, und verpflichtete sich zu Gehorsam gegenüber der Gemeinschaft und der klösterlichen Obrigkeit. Im Gegenzug garantierte das Kloster, für ihn zu sorgen, auch wenn er alt, krank und schwach werden sollte.

Das Zölibat

Mit dem Zölibatversprechen verpflichtet sich ein Priester, ehelos zu leben. Das Zölibatsgesetz für Priester, die nicht Ordensmänner sind, wurde erst im 11. Jahrhundert in der katholischen Westkirche eingeführt. In der katholischen Ostkirche dürfen Priester hingegen heiraten. Für ein Vergehen legt das Kirchenrecht keine Strafe fest. Nur wenn ein Kleriker auf seiner illegalen Beziehung beharrt, muss er suspendiert werden.

Heute, drei Jahrzehnte später, sucht Karrer nach Worten, um seinen damaligen Entscheid zu erklären. Er habe eine normale Pubertät durchlebt, aber ja, er sei in der Schulzeit ein Aussenseiter gewesen. Seine Interessen: Geschichte, Bücher und klassische Musik. Im Kloster liebte er die gregorianischen Gesänge, die Arbeit in der Sakristei und die fixen Tagesstrukturen. Er arbeitete sieben Tage die Woche, von früh morgens bis spät abends, und absolvierte mehr als das Doppelte einer 42-Stunden-Woche. Er war einer der Engagiertesten und mit seinen 51 Jahren einer der Jüngsten. Zudem genoss er ein hohes Ansehen. Er war einer der Mönche, die zum Priester geweiht wurden und Gottesdienste leiteten. Umso grösser war der Schock, als Karrer sich outete.

Frauenbesuch im Kloster

Vor zwei Jahren lernte der Benediktinermönch die Frau kennen, die sein Leben aus den klösterlichen Strukturen werfen sollte: Natascha Imark, die Sakristanin der katholischen Kirche von Witterswil SO, einem kleinen Dorf in der Nähe des Klosters. Die Sakristanin lebte im Pfarrhaus und war für den Unterhalt der Kirche sowie die Vorbereitung der Gottesdienste zuständig. Zum Beispiel schlug sie dem Priester jeweils das liturgische Buch an der richtigen Stelle auf. Kilian Karrer war der Seelsorger des Sakristanen-Verbands der Region Basel. So kreuzten sich ihre Wege.

Sie besuchte ihn fortan im Kloster, wo sie durch den Garten spazierten und er sie in die Geheimnisse der liturgischen Bücher einführte. Der Mönch und die Sakristanin führten eine platonische Liebesbeziehung. Sie seien damals nie intim geworden und hätten höchstens mal im Versteckten Händchen gehalten, sagen sie.

Anderthalb Jahre lebte Pater Kilian mit seinem Geheimnis. Im Januar dieses Jahres weihte er seine Mitbrüder ein. Die Männergemeinschaft verarbeitete den Ausnahmezustand auf ihre ganz eigene Art: mit Schweigen. Im Februar verliess Karrer das Kloster, zog nach Witterswil und reichte einen Antrag für Exklaustration ein. Mit diesem Verfahren, das sechs Monate bis drei Jahre dauert, wird der Austritt vorbereitet. In dieser Zeit lebt ein Mönch ausserhalb des Klosters, ist aber weiterhin an sein Gelübde gebunden. «Es ist wie die Bewährungsfrist beim Austritt aus einem Gefängnis», sagt Karrer. Die Klosteroberen legen die Bewährungsauflagen fest. Sie sagen, wo der Mönch wohnen und was er arbeiten darf. Das Ziel des Klosters ist, dass der Bruder in dieser Zeit wieder andere Interessen als die menschliche Liebe sowie den Weg zurück zur Gemeinschaft findet.

Im April erhielt Karrer den Indult, den Gnadenverweis, des Schweizer Benediktiner-Verbands. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass der Prozess in seinem Fall drei Jahre dauern werde. Denn der Schriftenverkehr geht bis nach Rom. Karrer hätte also drei Jahre lang nicht mit seiner Geliebten zusammenleben dürfen.

Aus dem Pastoralraum Solothurnisches Leimental erhielt er ein Angebot. Man stellte ihm eine Anstellung als Pastoralraum-Assistent in Aussicht. Doch auch dafür hätte er zuerst die dreijährige Frist abwarten müssen. Bevor die Situation mit dem Kloster nicht geklärt sei, komme eine Anstellung nicht infrage, liess der Bischof verlauten.

Auch für sein Liebesproblem wurde ihm eine katholische Lösung angeboten: Er hätte im Pfarrhaus leben dürfen und seine Frau als Haushaltsangestellte deklarieren können.Für das Paar kam eine Scheinlösung nicht infrage. Die beiden wollten heiraten, um ihren Glauben gemeinsam leben zu können. Dazu sahen sie nur einen Weg: Sie konvertierten und traten der reformierten Kirche bei. Im Mai heiratete das Paar auf dem Zivilstandsamt und im Juni vor fast 80 Leuten an einem reformierten Gottesdienst.

Kilian und Natascha Karrer sitzen nebeneinander im Restaurant Landhuus in Witterswil. Er legt seinen Arm um ihre Schulter und streicht über ihre Bluse. Sie strahlt und sagt: «Es ehrt mich sehr, dass er für mich alles aufgegeben hat.» Doch ihre Augen füllen sich mit Tränen. Die beiden fanden ihr persönliches Glück, aber damit begannen die beruflichen Probleme.

Natascha Karrer erhielt einen eingeschriebenen Brief. Der Kirchenrat suspendierte sie teilweise von ihrem Amt. Sie bleibt Sakristanin, verliert aber ihre kirchlichen Aufgaben. Das heisst, sie darf eigentlich nur noch die Kirche putzen. Der Sakristanendienst war für sie mehr als ein Job, sie sah ihn als ihre Berufung. Sie engagierte sich stark für die katholische Kirche, einige warfen ihr vor, sie sei überengagiert. Nun könnte sie alles verlieren. Vor einem Monat fand in Witterswil eine Kirchgemeindeversammlung statt, an der sogar gefordert wurde, das Paar solle die Gemeinde verlassen.

Bei seinem Besuch in Genf pries Papst Franziskus die Ökumene. Doch in Witterswil ist eine Reformierte im Dienst der katholischen Kirche unerwünscht. Wie in vielen ähnlichen Fällen leidet auch bei den Karrers die Partnerin des Priesters noch mehr als er selber. Sie sagt: «Ich fühlte mich schuldig. Ich wurde als die Böse, die Verführerin, stigmatisiert.»

Ein fortschrittliches Bistum?

Der Fall zeigt, dass sich das Bistum Basel nicht so sehr vom Bistum Chur unterscheidet, wie man meinen könnte. Dort gab Marcel Köhle, der Priester von Brigels, am vergangenen Sonntag im Gottesdienst seine Demission bekannt. Auch er hatte sich in eine Frau verliebt. Im konservativen Bistum Chur dürfte es für ihn besonders schwierig werden, eine neue Stelle zu finden. Das Bistum Basel versucht sich hingegen progressiv zu positionieren und gibt an, den Betroffenen jeweils neue Lösungen anzubieten.

Natascha und Kilian Karrer sagen: «Die katholische Kirche hat sich in unserem Fall nicht darum bemüht, uns zu behalten.» Sie hätten zwar viele positive Rückmeldungen erhalten, aber wenig konkrete Unterstützung.

Wenn Fälle wie in Brigels und Mariastein publik werden, beginnt die Debatte um die Abschaffung des Zölibats stets von Neuem. Besonders intensiv geführt wird sie, wenn hohe Würdenträger wegen der Liebe ihr Amt verlieren wie 1995 beim Rücktritt des Basler Bischofs Hansjörg Vogel. Allein im Bistum Basel gab in jüngster Zeit alle zwei Jahre ein Priester sein Amt auf, weil er das Zölibat nicht mehr ausgehalten hatte. Die Personalprobleme verschärfen sich dadurch. Doch Veränderungen geschehen in der Kirche noch langsamer als in der Politik.Selbst wenn das Zölibat dereinst abgeschafft werden sollte, wären die Probleme aus Karrers Sicht nicht gelöst. Auch die Obrigkeitshörigkeit im religiösen Bereich, die Hochstilisierung des Priesters, müsste beendet werden, fordert er.

Kilian Karrer möchte in zwei Jahren als reformierter Pfarrer arbeiten. Im Herbstsemester beginnt er dafür die Ausbildung an der theologischen Fakultät der Universität Basel. Derzeit hält er sich mit einem Teilzeitjob als Produktionsmitarbeiter einer Lampenfirma über Wasser. Zudem hat er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet.

Als eine der grössten Herausforderungen seines neuen Alltags empfindet Karrer die Bürokratie. Bisher kümmerte sich das Kloster um alles. Nun musste er zuerst ein Bankkonto eröffnen. Eine Tradition aus seinem alten Leben führt er allerdings fort. Mit seiner Frau betet er mehrmals täglich. Natascha und Kilian Karrer hoffen, ihr neues Leben werde eine gute Wendung nehmen.

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Bild: NHC

 (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 21.07.2018 19:54
    Highlight Highlight Partnerin als Hausangestellte oder umgekehrt. Der Vorschlag ist lediglich die zu Wort gebrachte traditionell geduldete Praktika.
  • Topbeat 21.07.2018 18:41
    Highlight Highlight Wann trennt sich die katholische Kirche endlich vor diesen total veralteten Menschenbild bei dem ein Mann ohne Frau Leben soll. Müssen denn alle geistlichen Schwule sein ?
    Beat Märchy
  • Paddiesli 21.07.2018 14:50
    Highlight Highlight Unmoralisch? Finde ich nicht, wenn zwei sich lieben und sich etwas einfallen lassen müssen, um zusammen sein zu können. Das war bei Homosexuellen nicht anders. Sie mussten ihre Liebe vestecken oder etwas vortäuschen, um ihre Gefühle zu leben. Traurig, dass es bei den Katholiken noch nicht so weit ist, diese unchristlichen Vorstellungen zu überwinden.
  • Der Rückbauer 21.07.2018 13:05
    Highlight Highlight Es gab Päpste, die hatten ungezählte Kinder und führten mit ihren Kardinälen Wettbewerbe durch, wer in einer Nacht am meisten Schüsse auf Prostituierte abgeben konnte....und dann starben sie auf dem Schlachtfeld. -
    Ein Witz aus der Neuzeit: Der Generalvikar aus Chur bemängelte bei einem Priester im Bündner Oberland, dass er mit seiner Haushälterin das Schlafzimmer, welches nur durch eine Fensterscheibe getrennt war, teilte. Die Frage: "Was machen Sie, wenn sie Lust empfinden"? Antwort: "Dann lassen wir die Scheibe runter".


  • Trasher2 21.07.2018 12:52
    Highlight Highlight Cool, wieder mal ein Artikel um die katholische Kirche zu bashen...

    3 Jahre zum warten auf den Entscheid von Rom, ok, das ist lange.
    Aber, wenn man den Entscheid, in einem Orden zu leben, mit dem Entscheid eine Ehe zu schliessen gleichsetzt, dann kennen wir auch in der Schweiz eine 2 jährige Frist, bis das Scheidungsverfahren eingeleitet wird.

    Für mich tönt der Artikel ein wenig wie das Klagen des einen Partners während einer unglücklichen Scheidung.
    • Finöggeli 21.07.2018 13:50
      Highlight Highlight Naja, das eine ist die Warteliste, das andere was viel schwerer liegt, ist das Angebot (soviel zum Thema 'du sollst nicht lügen').
    • lilie 21.07.2018 14:52
      Highlight Highlight @Trasher: Ok, das kann man jetzt so sehen, aber die katholische Kirche schreibt ja im "Scheidungsjahr" vor, dass der Mönch weiterhin an seine Gelübde gebunden ist und auch nicht mit seiner Geliebten zusammen sein darf.

      Im Unterschied dazu ist ein Verheirateter während der Scheidung nicht mehr an seine ehelichen Pflichten gebunden und darf sich beliebig mit andern treffen, sogar zusammenziehen etc.

      Nur heiraten darf er erst nach der Scheidung.

      Von daher sehe ich da schon massive Unterschiede.
  • Raphael Bühlmann 21.07.2018 12:38
    Highlight Highlight Kleine Anmerkung zur Infobox: Auch in den Ostkirchen dürfen Priester nicht heiraten. Männer können da allerdings zuerst heiraten und DANN Priester werden.
  • FrancoL 21.07.2018 12:35
    Highlight Highlight Die Liebe scheint aus fast allen Kommentaren zu triefen. Alle gratulieren den Beiden und tadeln eine Kirche die so ist wie sie ist. Sie ist falsch wie viele Menschen es eben auch sind, sie ist herrisch wie viele Menschen es auch sind oder gern sein möchten, wenn sie denn die Macht dazu hätten.

    Ich finde es vermessen das Menschen verlangen wie eine Kirche sein sollte. Wenn einem diese nicht zusagt, dann sind sie freie Menschen und können ihr Ding durchziehen und es verbietet niemand den beiden im Glauben zu leben und zu beten, was meiner Ansicht nach eh Privatsache ist.
    • lilie 21.07.2018 14:07
      Highlight Highlight @FrancoL: Nun, das haben die briden doch getan? Sie haben eine vermutlich schmerzhafte, aber unter den Umständen pragmatische Lösung gefunden, welche ihre Träume möglich machen: zu heiraten und weiterhin für ihren Glauben tätig zu sein.

      Ich finde, das ist eine Geschichte, die erzählt werden soll, auch, um andere zu ermutigen, das zu tun, was für sie richtig ist. Auch wenn es Hindernisse gibt.

      Und klar muss sich die Kirche nicht ändern! Aber wenn ihr irgendwann alle davongelaufen sind, wirds halt schwierig...
  • Thom Mulder 21.07.2018 12:33
    Highlight Highlight Eigentlich eine schöne Entwicklung, dass Liebe die Religion abschafft. Religionen haben ja jetzt schon Personalprobleme und die Übriggebliebenen widmen sich nun auch lieber der Liebe als der Religion bis entweder niemand mehr bereit ist sich solch harschen Regeln zu beugen oder die Religion sich endlich öffnet und menschlicher wird.
  • Wurstbrot 21.07.2018 12:29
    Highlight Highlight Dem Ehepaar Karrer wünsche ich selbstverständlich alles Gute. Sie haben alles richtig gemacht.
  • Wurstbrot 21.07.2018 12:28
    Highlight Highlight Der Verein gehört endlich abgeschafft. Solche verlogenen Organisationen brauchen wir nicht.
  • Tanea 21.07.2018 11:31
    Highlight Highlight Ich komme aus Metzerlen-Mariastein und wohne zwei Gemeinden von Witterswil entfernt.
    Es ist nicht bloss die katholische Kirche, die so tickt, sondern auch der alteingesessene Dorfanwohnerteil. Man geht jeden Sonntag zum Gottesdienst, quasi „sehen und gesehen werden“. Es dauert, bis sich ein moderneres Leben durchsetzen wird, da wird auch die Aufhebung des Zölibats zu keinem sofortigen Geisteswandel führen!
    Versteht mich nicht falsch, das sind keine schlechten Menschen, sie sind einfach sehr konservativ in vielerlei Hinsicht und dafür braucht es Zeit, die leider das Ehepaar Karrer nicht hat.
  • Gawayn 21.07.2018 11:22
    Highlight Highlight Mein herzlichsten Glückwünsche dem Ehepaar.

    Mir sind beide sehr sympatisch.
    Gegen die Liebe kann sich niemand erwehren.
    Diese Beiden, haben wirklich alles getan um diese Gebote ein zu halten.

    Das man ihm vorgeschlagen hat, seine Angebetete als Putzfrau zu deklarieren, ist widerlich.

    Die katholische Kirche, hat diese beiden äusserst ehrenhaften Menschen, gar nicht verdient.
    • FrancoL 21.07.2018 12:28
      Highlight Highlight Wer was verdient ist wohl Deine Ansicht.
      Was aber sicherlich die vielen Reinigungskräfte die uns eine saubere Umgebung hinstellen nicht verdient haben ist ihre Arbeit in Deinem Kommentar derart abgewertet zu sehen.
      Musst je ein grosser Hirsch sein um einen solchen Kommentar zu schreiben.
      Einfach nur widerlich.
    • Gawayn 21.07.2018 13:22
      Highlight Highlight Man kann alles mies reden.
      Solche Menschen sind nur zu bedauern.
    • FrancoL 21.07.2018 13:34
      Highlight Highlight Ja das merke Dir Du hast eine ganze Arbeiterbranche mies geredet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HotGreenpepper 21.07.2018 11:19
    Highlight Highlight Haus- oder Hinhälterin wurde sie bei uns damals genannt.
    • winglet55 21.07.2018 12:05
      Highlight Highlight diesen Spruch kenne ich auch, und existiert im Umfeld der katholischen Kirche wahrscheinlich seit Jahrhunderten. Wegschauen, Schweigen, Gras über die unselige Affäre wachsen lassen, genau so funktioniert die KK seit anbeginn.
      Hoffentlich hat das unwürdige Gehabe bald ein Ende, ich möchte es allen Betroffenen gönnen.
  • Lord_Mort 21.07.2018 11:13
    Highlight Highlight Sie ziehen mit Fackeln durch Dörfer auf der Jagd nach Abtrünnigen und Verführerinnen. Sie haben noch nicht gemerkt, dass es heute keine Fackeln mehr braucht, weil wir Strassenlaternen haben. Sie glauben doch tatsächlich, dass es heute noch angebracht ist, anderen Menschen vorzuschreiben wie und wo sie für 3 Jahre leben sollen. Die Freiheit, welche das Paar gewählt hat, ist das Antonym zur Struktur der Kirche.
    Langsam wäre es an der Zeit, dass es auch in den Köpfen der katholischen Amtsträger Licht werde. Vielleicht ja endlich mal ohne Fackeln.
  • Follower 21.07.2018 11:10
    Highlight Highlight Die Kirche sollte in 1. Linie für die Menschen und nicht die Menschen für die Kirche gemacht werden. Wo diese Regel nicht eingehalten wird, kommt‘s zu Scheinlösungen wie die mit der Haushalthilfe. Ich wünsche den beiden alles Gute und dass sie ihren Weg zusammen finden mögen.
  • Finöggeli 21.07.2018 11:09
    Highlight Highlight Etwas Gutes an der Story hat es immerhin: Mit solchen Geschichten wird es sicherlich nicht einfacher, neue "Brüder und Schwestern" zu finden, welche sich beruflich dem Thema widmen. So ist es nur eine Frage der Zeit (leider vielleicht 2-3 Generationen) bis der Verein nur noch ein Schattendasein fristet und wir alle von dem Übel erlöst sind...

    Dem Pärchen wünsche ich alles Gute. Ihr habt das Richtige gemacht.
  • dorfne 21.07.2018 11:00
    Highlight Highlight Die katholische Kirche ist weltweit verbreitet. Die afrikanischen Geistlichen z.B. sagen, sie hätten kein Problem mit dem Zölibat. Aber nicht, weil sie keine Mühe haben enthaltsam zu leben, sondern weil Viele von ihnen nicht im Traum daran denken, sich an der Zölibat zu halten. Da sie aber nicht heiraten dürfen, halten sie sich Haushälterinnen.
    • Maracuja 21.07.2018 13:06
      Highlight Highlight @Graustufe Rot

      Interessant, dass Sie so genau wissen, was afrikanische Geistliche so sagen und denken. Wieviele Jahre haben Sie den Afrika gelebt und in welchen Ländern? Mit wievielten afrikanischen Geistlichen stehen/standen Sie denn in Kontakt?
  • lilie 21.07.2018 10:48
    Highlight Highlight Unglaublich. Die katholikrn Amtsschimmel müssten doch wissen, dass das an die Öffentlichkeit gelangt. Da wäre eine einfache Entlassung aus dem Gelübde für alle die weniger schmerzhafte Variante...

    Dass die beiden mit dem Übertritt in die reformierte Kirche der katholischen Kirche ein Schnippchen schlagen konnten, freut mich hingegen! Ich glaube fest daran, dass die beiden ihren Weg gehen werden. Ihre Stärke haben sie ja schon bewiesen.
  • wuschel1984 21.07.2018 10:42
    Highlight Highlight Soll noch jemand sagen, das dies nur bei Muslimen und Juden vorkommt. Haha die Religionen sind doch alle gleich.
    • lilie 21.07.2018 11:08
      Highlight Highlight @sina: Äh, was willst du damit sagen? Das Judentum kennt kein Zölibat, da soll der Rabbi als gutes Beispiel vorangehen und möglichst viele Kinder zeugen. Etwas anderes würde als Verweigerung von Gottes Willen verstanden.

      Im Islam gibts keine Mönche und das Zölibat ist auch kein integraler Teil des Glaubens.
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 11:26
      Highlight Highlight das sagt doch niemand.
      Das hier geschilderte Problem ist ein rein katholisches.
  • sherpa 21.07.2018 10:41
    Highlight Highlight Um ja nicht in die Schlagzeilen zu geraten und negativ auffallen zu fallen, hält die kath. Kirche immer wieder den Deckel auf solche Vorkommnisse. Seien es Priester, welche sich nicht an das Zölibat hatten, seien es pädophile Priester, welche sich strafbar gemacht haben all das will die Kirche nach wie vor nicht wahr haben und suchen deshalb immer wieder neue und skurrilere Wege um all dies vertuschen zu können. Das Traurige an der Geschichte ist dann noch, dass es Bischöfe gibt, welche diesem Vorgehen auch noch ihren Segen dazu geben
  • grind 21.07.2018 10:40
    Highlight Highlight 1x mehr zeigt sich: dieser club ist völlig gaga!
  • Baba 21.07.2018 10:25
    Highlight Highlight Ich wünsche Frau & Herr Karrer von Herzen alles erdenklich Gute. Sie werden ihren Weg machen, da sie sich für Offenheit und Ehrlichkeit entschieden haben.

    Den Vorschlag, die Partnerin als 'Haushälterin' zu deklarieren zeigt die ganze Verlogenheit der römisch katholischem Kirche mit ihren überholten (und im Falle des Pflichtzölibats gänzlich unbiblischen) Traditionen auf. Da mag ein Papst Franziskus noch so sympathisch sein...
    • satyros 21.07.2018 10:53
      Highlight Highlight Auch wenn ich ein Gegner des Pflichtzölibats bin, kann man es nicht einfach als gänzlich unbiblisch abtun. Man lese hierzu Paulus, der die Ehelosigkeit als beste Lebensform preist.
    • Baba 21.07.2018 11:16
      Highlight Highlight Richtig Satyros - aber Paulus verbietet das Heiraten nicht und genau das ist der springende Punkt. Er *empfiehlt* die Ehelosigkeit, aber er *fordert* sie nicht, im Gegenteil. Er empfiehlt jenen, die sich 'nicht enthalten könnten' zu heiraten (1.Kor.7:9)!

      Petrus, auf den sich die RKK gründet war zB verheiratet (Matth.8:14 u.a.), Jesus hat in Petrus' Haishö dessen Schwiegermutter geheilt!

      Nein, dieser unselige Pflichtzölibat war und ist reine Macht- und Geldpolitik der RKK. In der Ostkirche sind die Priester (nicht Mönche) verheiratet und haben Familie.
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 11:24
      Highlight Highlight Die "Haushälterin" ist schon seit Jahrhunderten eine katholische Institution und wurde dementsprechend von den Bischöfen gutgeheissen und gar gefördert.
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  • Ökonometriker 21.07.2018 10:20
    Highlight Highlight Die Pfarrköchin war doch schon immer die Freundin des Pfarrers und die Kinder waren seine Neffen. Klassiker...
    So sollte verhindert werden, dass die Pfarrer geldgierig wurden - sie konnten ja nichts vererben, man gab den Nachlass der Kirche. Im Unterschied zu heuten übernahm die Kirch aber früher auch Verantwortung für die Pfaffenkinder - nicht wenige arbeiteten später auch in der Kirche.

    Die katholische Kirche als Institution muss also über die Bücher. Will man diesen Modus fortfahren? Dann muss man auch wieder in die Frauen und Kinder der Pfarrer investieren.
    Sonst Zölibat abschaffen.
  • G. Schmidt 21.07.2018 10:18
    Highlight Highlight 3 Jahre warten auf einen Entscheid aus Rom?

    Meine Güte, wer sich so einem Witz von Erzkonservativen unterordnen lässt ist selber Schuld.
  • Rolf Meyer 21.07.2018 10:16
    Highlight Highlight So, jetzt ist genug. Austritt aus der katholischen Kirche wird vorbereitet.
    • Jazzdaughter 21.07.2018 12:41
      Highlight Highlight Dann schreiben Sie aber auch einen Brief an den Bischof o. Pfarrer, warum! Sonst zählt Ihre Geste nämlich weniger und das wäre schade. Die Kirche muss wissen, warum sie Menschen verliert!
  • DichterLenz 21.07.2018 10:06
    Highlight Highlight Das war bei uns im Dorf auch so... die Freundin des katholischen Pfarrers war die "Haushälterin".
    • P. Hodel 21.07.2018 10:26
      Highlight Highlight Bei uns damals auch.
      "Verdächtig" wurde es erst, als der Pfarrer nach seiner Pensionierung mitsamt seiner "Haushälterin" eine 3.5-Zimmerwohnung bezog.
      Ein Schelm, wer da böses denkt... :-)
    • grind 21.07.2018 10:41
      Highlight Highlight Beisst sich das nicht mit "du sollst nicht lügen"?
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 11:29
      Highlight Highlight Warum soll das gelogen sein? Die Frau macht vermutlich wirklich den Haushalt, ist also Haushälterin. :-)
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