Schweiz
Abstimmungen 2026

10-Millionen-Initiative der SVP: Erhöhung des Pensionsalters möglich

Wenn die AHV wegen ausbleibender Migration in Schieflage gerät: «Pensionsalter anheben»

Die SVP will die Bevölkerungszahl bei 10 Millionen deckeln. Ab 9,5 Millionen sollen Massnahmen ergriffen werden, fordert sie mit ihrer Initiative. Wie die Wirtschaft das Ausbleiben von Arbeitskräften verkraften soll, ist unklar. Jetzt bringt ein SVP-Mann ein unpopuläres Thema ins Spiel: die Erhöhung des Rentenalters.
08.05.2026, 14:1608.05.2026, 14:16

Die Erhöhung des Pensionsalters ist in der Bevölkerung nicht gerne gesehen. Entsprechend hüten sich die Parteien auch davor. Selbst in der aktuellen Debatte um die 10-Millionen-Schweiz wagte man diesen Vorschlag noch nicht hervorzubringen – bis jetzt.

SVP-Präsident Marcel Dettling sagte gegenüber der NZZ letztes Jahr, dass er gegen eine Erhöhung des Rentenalters sei, um der Migration entgegenzusteuern. Und doch stand der Elefant während der ganzen Diskussion im Raum. Obwohl noch kein Entscheid gefallen ist, werden bereits Mittel gesucht, wie die Initiative bei einem Ja umgesetzt werden soll, ohne der Wirtschaft zu schaden. Denn gerade das ist das Hauptargument der Gegner.

Laut SVP ist der knappe Wohnraum schuld

Das Problem: Die Schweizer Gesellschaft wird älter, die Zahl der Pensionierten steigt. Gleichzeitig gibt es derzeit eine tiefe Geburtenrate. Folglich würde ein Ungleichgewicht entstehen, wenn die ausländischen Arbeitskräfte fehlen. Gegner der Initiative warnen gar vor einem Wirtschaftskollaps.

Entsprechend wurde Dettling kürzlich auch etwas offener. «Denkbar wäre auch ein Lebensarbeitszeitmodell», sagte er kürzlich zum «Blick». Der Zürcher SVP-Präsident Domenik Ledergerber wird nun allerdings noch deutlicher: «Wir könnten auch das Pensionsalter anheben», sagt er zum Blick. Unabhängig von der Initiative findet er: «Wir müssen ehrlich sein: Wenn die Bevölkerung immer älter wird, braucht es ein um ein bis zwei Jahre höheres Rentenalter.»

Gleichzeitig glaubt er, dass die Geburtenrate wieder ansteigt, wenn die Initiative angenommen und die Zuwanderung gestoppt würde. Denn er sieht den Grund im knappen Wohnraum. Paare würden sich deswegen genauer überlegen, ob sie noch ein Kind wollten.

Kommt bald das Rentenalter 67?

«Die SVP will mit ihrer Initiative nicht nur den Lohnschutz kippen, sondern auch, dass wir alle länger arbeiten müssen», beklagt sich hingegen Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich im Artikel. Die Interessen der Arbeitnehmenden würden ignoriert, ein Rentenalter von 67 Jahren oder höher sei möglich.

Lösungen bräuchte es, sollte die Initiative angenommen werden. Gegner betonen schon seit längerem, dass etwa das Gesundheitswesen schon heute nicht auf ausländische Arbeitskräfte verzichten könne. Sollte der Bund tatsächlich bei einer Bevölkerungszahl von 9,5 Millionen Menschen Massnahmen ergreifen müssen und die Zuwanderung bremsen, könnten die Folgen massiv sein.

Noch ist allerdings alles offen. Die jüngsten Umfragen zeigen, wie knapp das Rennen am 14. Juni werden könnte. (vro)

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Relativist
08.05.2026 15:10registriert März 2018
"Gleichzeitig glaubt er, dass die Geburtenrate wieder ansteigt, wenn die Initiative angenommen und die Zuwanderung gestoppt würde."

Schweizer haben keinen Sex, weil sie vorher einem Admir über den Weg gelaufen sind? Was rauchen diese Typen?

Es ist bei dieser Initiative einfach: sie ist nicht mit dem aktuellen, wachstumsorientierten Marktsystem vereinbar. Wenn wir den Konsum deckeln wollen, müssen wir ein alternatives Wirtschaftssystem und einen Plan für die Implementierung bereit haben. Die Initianten haben dies - Überraschung, Überraschung - nicht. Also bleibt nur ablehnen.
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Radio Eriwan
08.05.2026 15:00registriert Dezember 2022
Ein Schneeball-System als Lösung der Altersvorsorge anzupreisen, ist schon ziemlich unverfroren.
Die heutige Jugend soll dann den vollen Schaden tragen, oder was?
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Lord_Mort
08.05.2026 15:01registriert Oktober 2015
Vorschlag. Mit dem erreochen des Rentenalters sourcen wird die Senior*innen nach Thailand oder so aus. Gleichzeitig halbieren wir die Rente, weil in Thailand die Kosten geringer sind. So müssen einerseits die Fachkräfte, welche es zur Pflege unserer Senior*innen braucht nicht in die Schweiz einwandern, andererseits sparen wir vei den AHV Ausgaben, welche ja sowieso unter Druck geraten würden, ohne ausländische Fachkräfte. Das Tüpfelchen auf dem I sind die freiwerdenden Liegenschaften ( Alterswohnsitze). Diese reissen wir ab, damit wieder jede*r ein Einfamilienhäuschen bauen kann. /S
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