«Ich werde mir Geld leihen müssen»: Schweizer Arbeitslose nach SECO-Panne verzweifeln
Seit Mitte Dezember müssen zahlreiche Arbeitslose in der Schweiz mit Verzögerungen bei der Auszahlung ihrer Arbeitslosenunterstützung rechnen. Das Problem hängt mit einer IT-Störung in der neuen Software des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zusammen.
Trotz der Versprechungen der Bundesverwaltung haben viele Arbeitssuchende ihre Zahlungen noch immer nicht erhalten. Diese Verzögerungen haben zu einer schwierigen Situation geführt, insbesondere für diejenigen, die ohnehin schon mit begrenzten finanziellen Mitteln auskommen müssen.
Jeton Hoxha, Präsident der Lausanner Vereinigung zur Verteidigung der Arbeitslosen (ADC), erklärte im Januar gegenüber unserer Zeitung:
Viele Menschen weiterhin in Not
Wie RTS berichtet, hatte Jérôme Cosandey, Direktor für Arbeit beim SECO, in seiner Rede am 28. Januar um 19:30 Uhr angekündigt:
Für viele Arbeitslose sieht die Realität allerdings ganz anders aus.
Amélia, eine junge Frau, die immer noch auf ihre Entschädigung wartet, erklärt, dass trotz ihrer zahlreichen Versuche, das SECO zu kontaktieren, keine Lösung gefunden wurde. Sie betont, dass sie andere Personen kennt, die sich in derselben Situation befinden. In der 19:30-Uhr-Nachrichtensendung von RTS ärgert sie sich:
Andere Arbeitslose wie Déborah, deren Aussage ebenfalls von RTS aufgezeichnet wurde, warten noch auf ihre Januar-Leistungen. Déborah sagt:
Zahlen, die nicht übereinstimmen
Gegenüber das RTS verteidigt das SECO seine Zahlungsabwicklung und versichert:
Trotz dieser Erklärung zeigen Zahlen der kantonalen Arbeitslosenkasse von Genf, dass 40 % der Arbeitssuchenden im Kanton immer noch auf ihre Leistungen warten. Dies zeigt, dass zwar einige Zahlungen geleistet wurden, aber eine beträchtliche Anzahl von Arbeitslosen auch heute noch keine finanzielle Unterstützung hat.
Im Interview mit RTS um 19:30 Uhr am Vortag forderte Davide De Filippo, Präsident der Genfer Gewerkschaftsgemeinschaft, das SECO auf, «mit irreführenden Mitteilungen aufzuhören». Er ist auch der Ansicht, dass die Behörde den Geschädigten eine Entschädigung zahlen könnte, da die Arbeitslosenversicherung «in den letzten Jahren Gewinne erzielt hat».
