Neue Seco-Software floppt: Tausende Arbeitslose warten auf ihr Geld
Ausgerechnet in einer Phase steigender Arbeitslosigkeit kommt es bei den Arbeitslosenkassen in der Schweiz zu erheblichen Verzögerungen. Grund ist die landesweite Einführung eines neuen Auszahlungssystems (ASAL 2.0) für die Arbeitslosenentschädigung zum Jahreswechsel. Seither häufen sich laut Mitarbeitenden technische Probleme, wie 20 Minuten berichtete. Der Betrieb sei stark beeinträchtigt.
Eine Angestellte einer Arbeitslosenkasse spricht von einem langsamen und instabilen System. Ladezeiten bei nahezu jedem Arbeitsschritt und nicht abrufbare Dokumente führten dazu, dass Prozesse immer wieder unterbrochen würden. Tätigkeiten, die früher in ein bis zwei Minuten erledigt waren, beanspruchten nun bis zu einer halben Stunde. Intern werde von einer angespannten Lage gesprochen, viele Mitarbeitende stünden unter grossem Druck.
Die Schwierigkeiten wirken sich direkt auf die Versicherten aus. Bereits die Auszahlungen für den Monat Dezember hätten nur mit grossem Aufwand und teilweise provisorisch erfolgen können. Mehrere Kassen liegen derzeit rund eine Woche im Rückstand. Setze sich diese Entwicklung fort, drohten deutlich längere Verzögerungen. Während anfangs noch Verständnis vorhanden gewesen sei, nehme die Ungeduld inzwischen zu. Mitarbeitende berichten von Frustration, Verzweiflung und vereinzelt auch aggressiven Reaktionen am Schalter.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bestätigt die technischen Schwierigkeiten in der Anfangsphase der Umstellung. Diese hätten zu einem Arbeitsstau und längeren Bearbeitungszeiten geführt. Die Auszahlung der Leistungen sei jedoch gesichert, auch wenn mehrere Tausend Personen mit Verspätungen rechnen müssten.
Laut Seco wurden die gravierendsten Probleme inzwischen behoben. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, werden Versicherte gebeten, ihre Angaben konsequent digital über den eService auf job-room.ch einzureichen und telefonische Anfragen möglichst zu reduzieren. (mke)
