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Bundesrat Maurer sagt Gripen-Flugshow auf der Lenzerheide ab

Testflug: Ein Gripen C startet vom Flugplatz Emmen. 
Testflug: Ein Gripen C startet vom Flugplatz Emmen. Bild: KEYSTONE
Im letzten Moment

Bundesrat Maurer sagt Gripen-Flugshow auf der Lenzerheide ab

Keine Gripen-Show am Ski-Weltcupfinale auf der Lenzerheide: Bundesrat Ueli Maurer hat die Flugvorführung jetzt doch noch abgesagt. Er will damit jegliche Einmischung in den Abstimmungskampf verhindern. 
08.03.2014, 15:0008.03.2014, 15:25
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Im Dezember hatte das Verteidigungsdepartement (VBS) eine Flugshow mit dem Gripen bewilligt: Am kommenden Wochenende hätten zwei der schwedischen Kampfjets im Rahmenprogramm des Ski-Weltcupfinales auf der Lenzerheide fliegen und das Publikum unterhalten sollen. 

Im letzten Moment – diesen  Freitagabend – vollzog Ueli Maurer die Kehrtwende: «Um jeden Verdacht zu entkräften, die Abstimmung vom 18. Mai beeinflussen zu wollen, hat das VBS entschieden, dass keine Gripen-Kampfflugzeuge fliegen werden», liess er ausrichten. VBS-Sprecher Renato Kalbermatten bestätigte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda entsprechende Berichte in der «Südostschweiz», «Nordwestschweiz» und «Neuen Luzerner Zeitung».  

Noch Ende Januar hatte Maurer die Flugshow als unproblematisch eingestuft. Weil schwedische Piloten ohnehin in der Schweiz trainierten, handle es sich nicht um eine reine PR-Aktion. Die Flugshow fällt indes nicht aus: PC-7-Trainingsflugzeuge werden über der Lenzerheide in die Luft steigen. 

«Um jeden Verdacht zu entkräften, die Abstimmung vom 18. Mai beeinflussen zu wollen, hat das VBS entschieden, dass keine Gripen-Kampfflugzeuge fliegen werden.»
Bundesrat Ueli Maurer

Zweite abgesagte Gripen-Show

Bereits Mitte Januar war eine geplante Gripen-Flugshow anlässlich des Lauberhornrennens im Berner Oberland abgesagt worden. Damals wurde offenbar darauf verzichtet, weil die Schweizer Luftwaffe dagegen gewesen sei. Der abgesagte Auftritt sollte am Ski-Weltcupfinal auf der Lenzerheide nachgeholt werden

Gegner der Beschaffung der 22 Gripen für 3,126 Milliarden Franken hatten dem Bundesrat und dem schwedischen Rüstungshersteller Saab vorgeworfen, sich zwei Monate vor dem Urnengang ungebührlich in den Abstimmungskampf einzumischen. 

Unstimmigkeiten im Abstimmungskampf

Zitiert wurde aus Dokumenten des schwedischen Botschafters in der Schweiz, der unter anderem schrieb: «Ueli Maurer wünscht ab jetzt bis zum Abstimmungstermin von Schweden so viel Unterstützung wie möglich.» Maurer habe den Schweden aber «sehr klar» gemacht, dass sie «im Abstimmungskampf selbst nicht willkommen» seien. 

«Ueli Maurer wünscht ab jetzt bis zum Abstimmungstermin von Schweden so viel Unterstützung wie möglich.» 
Der schwedische Botschafter Per Thöresson

Gemäss VBS handelte es sich dabei um ein informelles Gespräch. «Man hat sich überlegt, wann Schweden in der Schweiz ohnehin präsent ist und ob man das für eine Gripen-Präsentation nutzen kann.» Für Aussenminister Carl Bildt ist eine Koordination zwischen Schweden und der Schweiz «in einer solch wichtigen Frage nur normal». Die schwedische Regierung sei aber «nicht Teil des Abstimmungskampfs». (dhr/sda)

Im Gripen F Demonstrator über die Schweiz.Video: Youtube/schweizerarmee

Alle aktuellen Berichte zum Gripen >>

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