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Patrouille Suisse fliegt über St. Moritzer Event – das steckt dahinter

The Patrouille Suisse performs prior to the men's Super G race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Friday, January 17, 2025. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Die Tiger-Jets der Patrouille Suisse .Bild: keystone

Patrouille Suisse fliegt über St. Moritzer Luxus-Event – das steckt dahinter

Am Wochenende fliegt die Patrouille-Suisse über einen Anlass für Oldtimer-Fans in St. Moritz und zum letzten Mal im Engadin. Ob zusätzliche Kosten entstehen und wer sich ein früheres Aus der F-5-Tiger-Jets wünscht.
29.01.2026, 05:5429.01.2026, 14:29

Wo fliegt die Patrouille Suisse am Wochenende?

Beim «The I.C.E» in St. Moritz. Am Wochenende ist der Engadiner Klassik-Event Treffpunkt für wohlhabende Oldtimer-Fans, die für eine Fahrt über den gefrorenen St.Moritzer-See ihre Fahrzeuge aus den Garagen holen. Auch gewöhnliche Autofans sind dabei, vergangenes Jahr besuchten Tausende den Anlass. Für die kommende Ausgabe werben die Veranstalter in einer Medienmitteilung mit der «ausserordentlichen Teilnahme» der Patrouille Suisse, die ihren letzten Auftritt im Engadin fliege.

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Beim «The I.C.E» fahren Oldtimer über den St. Moritzer-See. Bild: www.imago-images.de

Gleich zwei Mal soll die Kunstflugstaffel am St. Moritzer Himmel erscheinen. Am Freitag findet ab 14 Uhr das Training statt, am Samstag zur gleichen Zeit die eigentliche Flugvorstellung.

Fliegt die Patrouille Suisse für den Event in St. Moritz ausserordentlich aus?

Die Schweizer Armee verneint. Die Flugvorführung führe zu keinen zusätzlichen Einsätzen. «Die geflogenen Flugstunden werden den Piloten vollumfänglich an ihre Trainingsstunden angerechnet, die sie sonst anderweitig fliegen würden», schreibt Armee-Sprecher Mathias Volken. Das Fliegen mit der Patrouille Suisse ist für die Piloten lediglich eine Nebentätigkeit. Hauptsächlich gewährleisten sie mit den F/A-18 den luftpolizeilichen Dienst.

Weshalb soll es zum Grounding der F-5-Tiger-Jets kommen?

Vergangenes Jahr hat der Ständerat knapp die Ausserdienststellung der letzten F5-«Tiger» beschlossen. Die Kampfjets stehen noch bis 2027 im Einsatz. Zum Entscheid im Parlament trug auch das Argument bei, dass die jährlich gut 44 Millionen Franken für die Fliegerstaffel in die Stärkung der Armee fliessen sollen.

Wegen veralteter Technik sind die F-5-Tiger-Jets für die Luftverteidigung ungeeignet. Einige der 25 Maschinen in der Flotte kommen noch im Rahmen von Patrouille Suisse-Shows zum Einsatz. Sieben F-5-Tiger wurden stillegelegt, wie aus der Armeebotschaft 2025 hervorgeht.

Was sagt die Politik zum Ende der F-5-Tiger?

Grüne-Nationalrat Balthasar Glättli ärgert, dass die F-5-Tiger Flugzeuge trotz feststehendem Aus noch zum Einsatz kommen. «Wir diskutieren derzeit über eine Mehrwertsteuererhöhung zugunsten des Armeebudgets und erfahren laufend, wie der F35-Kauf teurer wird. Da wäre es angebracht, vorzeitig auf unnötige Einsätze zu verzichten», sagt er.

Anderer Meinung ist SVP-Ständerat Werner Salzmann. Ein vorzeitiges Grounding wäre aus seiner Sicht falsch. Denn: «Diverse Veranstalter haben die Staffel noch gebucht. Ihnen jetzt eine Absage zu erteilen, wäre ein Verstoss gegen Treu und Glauben.» Er ist auch der Meinung dass es auch künftig eine Patrouille Suisse mit Kampfflugzeugen brauche. «Die heutige Patrouille Suisse hat grossen Rückhalt im Volk. Mit einer Abschaffung setzen wir auch das Wohlwollen für Armee-Vorlagen aufs Spiel.»

Wer entscheidet, wo die Patrouille Suisse noch fliegt?

Wer einen Anlass organisiert, kann für einen Auftritt der Fliegerstaffel ein Gesuch einreichen. Die Patrouille Suisse fliegt gemäss Angaben der Schweizer Armee vorwiegend bei Anlässen von nationaler, kantonaler oder regionaler Bedeutung. Wo die Flugeinsätze stattfinden, hänge von den Kapazitäten der Luftwaffe ab. Das Programm legt ihr Kommandant fest. Seinen Entscheid segnen der Chef der Armee und letztinstanzlich der für das VBS zuständige Bundesrat ab.

Bezahlen Veranstalter für Flugshows der Patrouille Suisse?

Abgesehen von einer Haftpflichtversicherung kostet der Auftritt der Patrouille Suisse für Veranstalter nichts, schreibt die Schweizer Armee. Damit sind die Flugshows durch die Allgemeinheit finanziert – auch jene in St. Moritz.

Welches Flugzeug soll den F-5-Tiger ersetzen?

Das ist noch unklar. Zur Debatte steht ein günstigeres und emissionsärmeres Turbinen-Propeller-Flugzeug für Flugvorstellung, die PC-7. Armee-Sprecher Mathias Volken schreibt auf Anfrage, die Flug-Vorführungen böten wichtige Gelegenheiten, die Arbeit, die Fähigkeiten und die Bedeutung der Luftwaffe einem breiten Publikum zu zeigen. Es gelte nun die PC-7-Flugzeugen als Nachfolgelösung zu prüfen.

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