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Vitus Huonder oder die Kunst des Nichtssagens 



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Bischof Vitus Huonder im Gespräch mit TeleZüri-Journalistin Maria Rodriguez. bild: screenshot/telezüri

Vergangene Woche hat Vitus Huonder mit Aussagen zur Homosexualität für einen Skandal gesorgt. Anlässlich einer Tagung in Deutschland hat der Churer Bischof mehrere Stellen aus der Bibel zitiert, die Homosexualität als Sünde deklarieren. 

«Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen.»

Levitikus 20,13

Zwar äusserte Huonder wenig später sein Bedauern: Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, er habe in keiner Weise Homosexuelle herabsetzen wollen. Der Homosexuellen-Dachverband Pink Cross reagierte gleichwohl auf die Aussagen Huonders mit einer Strafanzeige. Eine Privatperson aus Graubünden reichte ebenfalls Strafanzeige ein – wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit.

In einem Interview mit TeleZüri hat sich der Churer Bischof am Montag nun den Fragen der Moderatorin Maria Rodriguez gestellt. Das Gespräch fand anlässlich der Reihe «SommerTalk» des Senders statt und war schon länger geplant. 

Statt über seine umstrittenen Äusserungen, die Reaktionen darauf und seine halbherzige Entschuldigung zu sprechen, hat sich Huonder in der Kunst des langatmigen Nichtssagens geübt. Auf alle Fragen, die sich auf die aktuellen Ereignisse bezogen, äussert sich Huonder mit einem einzigen Satz: «Wir werden im Laufe dieser Woche eine Stellungnahme geben.» Zuerst müssten die Fragen innerhalb des Ordinariats geklärt werden, bevor man damit an die Öffentlichkeit gehe. (wst)

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