Studie zeigt: Schweizer verzichten wegen Iran-Krieg häufiger auf das Auto
Der Iran-Krieg macht sich laut einer Studie zunehmend im Schweizer Alltag bemerkbar. Die gestiegenen Treibstoffpreise belasten viele Haushalte und veranlassen zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer dazu, ihr Mobilitätsverhalten anzupassen. Viele erwägen demnach, künftig häufiger auf das Auto zu verzichten und stattdessen den öffentlichen Verkehr (ÖV) zu nutzen oder zu Fuss zu gehen.
Für beinahe zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung stellen die höheren Spritpreise laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Meinungsforschungsinstituts Marketagent Schweiz zumindest eine mittelstarke finanzielle Mehrbelastung dar. Bei Personen mit niedrigem Einkommen sprechen gar vier von zehn von einer eher grossen oder grossen Belastung.
Die höheren Preise an der Zapfsäule dürften zudem das Mobilitätsverhalten verändern. Laut Umfrage nutzen 40 Prozent der Befragten ihr Auto, Motorrad oder Moped bereits heute etwas seltener als zuvor. Jede neunte Person hat die Nutzung sogar deutlich reduziert.
Mehr Fahrten mit ÖV und Velo
Wer sein Verhalten angepasst hat, steigt vor allem häufiger auf den ÖV um (42 Prozent) oder legt Strecken öfter zu Fuss zurück (35 Prozent). Auch Velo und Roller profitieren laut der Studie von den höheren Treibstoffkosten: Knapp ein Viertel der Befragten nutzt diese Verkehrsmittel häufiger. Zudem vermeidet mehr als ein Viertel bewusst weniger wichtige Autofahrten.
Mit einer raschen Entspannung rechnen viele der Befragten vorerst nicht. Zwei von fünf Personen gehen davon aus, dass die Spritpreise mindestens in den kommenden sieben Monaten hoch bleiben. 8 Prozent erwarten sogar dauerhaft hohe Treibstoffpreise.
Für die Studie befragte Marketagent Schweiz zwischen dem 30. April und 11. Mai insgesamt 1000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren online. (nil/sda/awp)
