Schweiz
Luftfahrt

Aus Versehen: Swiss leakt neues Langstreckenziel ab Oktober

Eine Maschine (Airbus A320) der Swiss International Air Lines kurz nach der Landung am 6. Juni 2003 spaetabends auf der Ostpiste 28 des Flughafens Unique bei Zuerich Kloten. Der Flughafen Unique reagi ...
Die Swiss visiert ein neues Langstreckenziel an.Bild: KEYSTONE

Swiss leakt aus Versehen neue Destination – das wird das nächste Langstreckenziel

Die Swiss lanciert trotz Iran-Krieg und Kerosin-Krise eine neue Destination. Nun ist klar, dass die Lufthansa-Tochter ab Oktober in die IT-Metropole Bangalore fliegen wird.
19.05.2026, 10:1919.05.2026, 10:24
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann

Gerüchte gab es intern schon länger. Könnte die Swiss ihr Langstrecken-Portfolio schon bald um eine neue Destination erweitern? Allerdings kam dann der Iran-Krieg, der die Zukunftsplanung in der Aviatik über den Haufen warf.

Doch allen geopolitischen Turbulenzen zum Trotz sagte Swiss-Kommerzchefin Heike Birlenbach im März, kurz nach Ausbruch des Iran-Kriegs, gegenüber CH Media: «Es ist gut möglich, dass wir bereits im kommenden Winterflugplan ein neues Langstreckenziel aufnehmen werden. Wir prüfen derzeit Optionen dazu.»

Nun ist klar, welche Option sich bei der Swiss und ihrer Muttergesellschaft Lufthansa durchgesetzt hat. Doch die Bekanntgabe war ein Versehen. Denn am Montag publizierten die Swiss und Lufthansa kurzzeitig auf ihrer Onlineplattform die entsprechende Meldung, um sie kurz danach wieder zu löschen. CH Media hat sie gesehen: Das neue Langstreckenziel ist die indische IT-Metropole Bangalore. Am Dienstagmorgen bestätigte die Swiss diese Information. Begründet wird die Wahl insbesondere mit der wachsenden Nachfrage von Geschäftsreisenden.

Kooperation mit Air India

Ab Oktober wird die Swiss ab Zürich den Kempegowda International Airport, den drittgrössten Flughafen Indiens, mit einer Non-Stop-Verbindung anfliegen. Ein Insider, der Einblick ins interne Buchungsportal der Lufthansa-Tochter hat, kennt bereits die Details: Demnach sind die neuen Flüge jeweils am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag geplant. Abflug ist um 13:20 Uhr, die Landung um 02:55 Uhr. Der Rückflug startet um 04:50 Uhr mit einer Landung in Zürich um 10:50 Uhr.

Blick auf das Regierungsgebäude in Bangalore, Indien.
Blick auf das Regierungsgebäude in Bangalore, Indien.bild: getty

Erst im Februar hatte die Lufthansa ihre Zusammenarbeit mit der indischen Nationalairline Air Andia deutlich ausgebaut, mit mehr gemeinsam durchgeführten Verbindungen und einem besser abgestimmten Flugplan. Denn: Der indische Luftverkehrsmarkt ist bereits der zweitwichtigste Langstreckenmarkt der Lufthansa nach den USA.

Die Swiss fliegt bisher die Hauptstadt Delhi und Mumbai an. Die Lufthansa fliegt derweil von Frankfurt nach Delhi, Mumbai, Chennai, Bangalore und Hyderabad, von München nach Delhi, Mumbai und Bangalore. Air India fliegt von Delhi nach Frankfurt, Zürich, Wien und Mailand sowie von Mumbai nach Frankfurt.

Die Angst vor dem Kerosin-Mangel

Die Swiss betreibt derzeit 22 Langstreckendestinationen. Zuletzt wurde die US-Ostküstendestination Washington D.C. und die kanadische Metropole Toronto ins Streckennetz aufgenommen.

Die Schweizer Fluggesellschaft scheint nach wie vor optimistisch zu sein, was die Folgen des Iran-Kriegs für ihre Planungssicherheit anbelangt. Dies, obwohl die Lufthansa sich vor einigen Wochen gezwungen sah, 20'000 Flüge zu streichen wegen der hohen Kerosin-Preise und des drohenden Kerosin-Mangels.

Doch Swiss-Chef Jens Fehlinger wirkte Anfang Mai praktisch unberührt vom Sprit-Tohuwabohu. «Wir schauen nur 4 bis 6 Wochen voraus und da sind wir optimistisch», sagte der Swiss-Chef in Bezug auf die Kerosin-Verfügbarkeit. Nur: Dann stehen die Sommerferien vor der Tür, die wichtigste Zeit für die Airlinebranche. Gut möglich, dass da also auch Zweckoptimismus mitspielt – aus Angst, dass die Kundschaft plötzlich nicht mehr bucht.

Dennoch sagt Fehlinger: «Wir gehen nicht von einem Big Bang aus, sondern erwarten, dass der Flugplan absolut stabil ist. Wir sind guter Dinge, was den Sommer angeht.» Am ehesten erwartet der Swiss-Chef Kerosin-Engpässe in Asien und Afrika. Für solche Szenarien sei man vorbereitet. Dort könne man dann zum Beispiel mit Zwischenstopps reagieren, um das Flugzeug aufzutanken.

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Auf die Frage, ob das zweite Quartal wegen Iran schwieriger sei als das erste, sagte Bossard in einem Interview mit AWP: «Nein, es ist nicht schwieriger geworden. Was wir aber sehen, ist die steigende Inflation. Die Frachtkosten nehmen zu, die Energiepreise und auch die Rohmaterialien.»
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