Millionäre aus den Golfstaaten bringen ihr Geld in die Schweiz
Die Metropole Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten stieg in den letzten Jahrzehnten zur Weltstadt auf. Bekannt für Luxus und Extravaganz beheimatet das Emirat zahlreiche Millionärinnen und Millionäre. Diese zieht es nun jedoch vermehrt in die Schweiz. Im Gepäck: ihr Vermögen.
Durch den Iran-Krieg verschieben viele reiche Familien aus den Golfstaaten ihr Vermögen in die Schweiz, berichtet das SRF. «Wir sprechen von schätzungsweise mehreren zehn Milliarden, die sich im Transit befinden oder bald transferiert werden», erzählt Patrick Akiki, Leiter Bereich Finanzdienstleistungen bei PwC dem SRF.
Kapital sei grundsätzlich sehr mobil, sagt Christoph Schaltegger, Direktor des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik, gegenüber dem SRF. Dass Menschen aus den Golfstaaten ihr Geld in die Schweiz bringen, überrasche nicht, da es sich um international sehr verflochtene Personen handelt. «Das heisst, sie haben in der Regel bereits international verschiedene Standorte, die sie besitzen. Und da ist natürlich die Verlagerung von einem Standort zum anderen relativ einfach», meint Schaltegger.
Isabel Martinez, Ökonomin bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, glaubt nicht, dass die Dubai-Milliarden auch in der Schweiz bleiben werden. «Der Finanzstandort gewinnt sicher neue Kunden. Wie viele Steuersubstrate die Schweiz dadurch tatsächlich gewinnt, ist jedoch unklar – insbesondere, wenn diese Personen beispielsweise pauschal besteuert werden», erklärt sie dem SRF. Dies vor allem auch, weil bei sich ändernden Rahmenbedingungen vermögende Personen ihren Standort schnell wechseln würden.
Dem widerspricht Finanzberater Akiki. Er glaubt, die Stabilität, für die die Schweiz bekannt ist, sei ein wichtiger Bestandteil einer Investitionsstrategie, weshalb auch diese Kunden bleiben würden.
Immobilienbranche weniger betroffen
In der Immobilienbranche ist der Andrang kleiner. Zwar hätte es in gewissen Kantonen bereits vereinzelt Hinweise auf Zuzugsinteresse von Personen aus den Golfstaaten gegeben, die Zahlen seien bislang jedoch überschaubar, schreibt das SRF. (nil)
