Schweiz
Basel

Er verlangte Nacktbilder von Buben: Basler Sek-Lehrer muss ins Gefängnis

Er verlangte Nacktbilder von Buben: Baselbieter Sek-Lehrer muss ins Gefängnis

Ein heute 37-jähriger Sekundarlehrer gab sich im Internet als 14-jähriges Mädchen aus, um Nacktbilder von Minderjährigen zu sammeln. Am Donnerstag verurteilte ihn das Basler Strafgericht zu drei Jahren Gefängnis. Ein Jahr davon unbedingt.
11.04.2019, 11:2711.04.2019, 13:57

Wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern und Nötigung musste sich ein 37-jähriger Schweizer seit Dienstag vor dem Basler Strafgericht verantworten. Der Sekundarschullehrer bedrängte Buben in Internet-Chats, wo er sich als Mädchen ausgab.

Am Donnerstag erfolgte nun das Urteil: Das Gericht verurteilte den Mann zu drei Jahren Gefängnis, davon ein Jahr unbedingt wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern und mehrfacher Pornografie. Wie das Portal 20min.ch aus dem Gerichtssaal berichtet, sei für die Milde des Urteils die Verjährung von einem Teil der Fälle massgebend. Zudem erfolgte ein Freispruch in 47 Fällen, weil die Anklage zu ungenau war. Das Verfahren habe eine Kostenfolge von 77'734 Franken. Zudem darf der Mann während fünf Jahren nicht mehr mit unter 16-Jährigen arbeiten. Eine Probezeit ist auf zwei Jahre angesetzt, während der er eine Therapie besuchen muss.

Zehn Jahre lang Nacktbilder gesammelt

Die Anklage warf dem Geständigen vor, ab 2003 mindestens zehn Jahre lang unter 16-Jährige angegangen zu haben, um Nacktbilder und Videos von sexuellen Handlungen seiner Opfer zu bekommen. In Kontakt- und Messenger-Diensten trat er mit Aliasnamen als etwa gleichaltriges Mädchen auf und suchte gezielt nach pubertierenden Buben.

Der Angeschuldigte flog auf, als britische Untersuchungsbehörden Schweizer Behörden kontaktierten: Er hatte mit Briten Bildmaterial ausgetauscht. In der Folge musste er seine Lehrerstelle aufgeben, als die Staatsanwaltschaft wegen des Strafverfahrens die Schule anschrieb, dies gleich zweimal.

Nach Stationen in Allschwil, Oberwil und Liestal endete seine Lehrerkarriere zuletzt 2018 in Rheinfelden. Heute ist er – der mit KV-Ausbildung als Quereinsteiger Lehrer geworden war – auf Jobsuche.

Hausdurchsuchung ergab Unmenge an Material

Bei einer Hausdurchsuchung fanden Ermittler im August 2014 auf seiner Hardware insgesamt 47'670 kinderpornografische Bilder und 4096 solche Videos. Das meiste habe er nicht mehrmals geschaut sondern gesammelt, sagte er. Einige Tier- und gewaltpornografische Bilder und Videos seien unabsichtlich in seinem Speicher gelandet.

Die Anklageschrift listet 246 geschädigte Buben auf, von denen nicht alle namentlich bekannt sind. Einzelne Opfer hingegen besuchten Schulen, an denen der Beschuldigte unterrichtete. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Aktuelle Polizeibilder: Beamte in der VR
1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
2.3.2020, Bremgarten (AG): Mehrere Feuerwehren rückten nach Bremgarten aus, nachdem ein Brand in einer Liegenschaft ausgebrochen war. Personen wurden keine verletzt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.bild: kapo Aargau
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das sind die 6 Versäumnisse der Behörden vor der Brandkatastrophe von Crans-Montana
Neue Ermittlungsakten zeigen, was beim «Le Constellation» über Jahre schieflief. So gab es beispielsweise beim Umbau und den Brandschutzkontrollen wiederholt Versäumnisse.
Die Zeitung «Le Matin Dimanche» hat anhand von Ermittlungsakten sechs Versäumnisse rekonstruiert, die nach ihren Recherchen zur Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana beigetragen haben. Die «SonntagsZeitung» publizierte eine Übersetzung des Artikels.
Zur Story