Schweiz
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Spitäler bauen Corona-Intensivbetten massiv ab – sind sie für eine zweite Welle bereit?

Das Universitätsspital Zürich schliesst die speziell für Covid-19-Patienten geschaffene Intensivstation. Auch andere Krankenhäuser bauen Kapazitäten ab.

Pascal Ritter / ch media



Behandlungsraum für Covid-19-Patienten im Spital in Rennaz VD. Die Zahl der Covid-19-Fälle in der Schweiz hat nach Angaben des BAG erneut zugenommen. (Archivbild)

Eine Pflegefachperson kümmert sich um einen Patienten auf der Intensivstation. Viele der Betten, die für Corona-Patienten reserviert waren, sind es nun nicht mehr. Bild: KEYSTONE

Die Schichten von Pfleger Stefan Turnheer* wurden gestrichen. Seine Dienste auf der Corona-Station eines grossen Schweizer Spitals sind nicht mehr gefragt. Sein Dienstplan wurde umgestaltet.

So wie Turnheer geht es vielen Angestellten des Gesundheitswesens, die bisher an der Corona-Front standen. Denn am Montag machen die Krankenhäuser wieder einen Schritt Richtung Normalität. Wurden bisher nur Notfälle behandelt, finden nun auch planbare Eingriffe wieder statt. Gleichzeitig werden die für den einen Ansturm von Corona-Patienten geschaffenen Kapazitäten zum Teil massiv abgebaut.

Triemli-Spital baut zwei Drittel der isolierten Betten ab

Das Universitätsspital Zürich reduziert die Anzahl Intensivbetten, die für Corona-Patienten reserviert sind, von 69 auf 16 Betten. Die extra im Hinblick auf einen Andrang von Covid-19-Fällen eröffnete Notfallstation wird geschlossen. Die Betten für intensive Pflege (Intermediate Care) werden von 46 auf 26 reduziert.

Ähnlich sieht es im Zürcher Stadtspital Triemli aus. In den letzten Wochen standen 34 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten für Corona-Patienten bereit. Nun sind es noch deren acht. Noch einmal so viele stehen als Reserve bereit. Auch zwei Drittel der isolierten Betten für Corona-Patienten wurden abgebaut. Von 100 solchen Betten, stehen im Moment noch 33 bereit. Eine ganze Station mit rund 50 Plätzen wurde geschlossen, wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigte. Die Reduktion erfolge in Koordination mit der kantonalen Gesundheitsdirektion.

Auch das Universitätsspital Basel nutzt seine Covid-Betten wieder anders, gibt aber keine genauen Zahlen bekannt. Bauliche Massnahmen seien keine rückgängig gemacht worden. Insgesamt verfügt das Spital über 46 Intensivpflegebetten. Dies Zahl könne bei Bedarf signifikant erhöht werden.

ARCHIV - ZUR MELDUG DASS SWISSTRANSPLANT IM JAHR 2015 SO VIELE LEBENSRETTENDE ORGANE ZUGETEILT HAT WIE NOCH NIE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG. NACH WIE VOR STIRBT ABER JEDE WOCHE MINDESTENS EINE PERSON PRO WOCHE WAEHREND DES WARTENS AUF EIN ORGAN. - Eine Infusion mit Salzloesung waehrend einer Nierenimplantation am Universitaetsspital Basel, aufgenommen am 6. September 2004. Das Basler Universitaetsspital fuehrt im Jahr ungefaehr 20 Nierentransplantationen durch. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Was, wenn die Zweite Welle kommt?

Mit der Lockerung des Corona-Regimes am Montag begegnen sich wieder mehr Menschen, das Virus kann sich also wieder leichter ausbreiten. Es besteht die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Wenn die Spitäler nun ihre Corona-Kapazitäten reduzieren, sind sie für eine solche zweite Welle gerüstet?

«Die Stilllegung beziehungsweise die Rückführung in den Regelbetrieb erfolgt so, dass die Kapazitäten bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit wiederhergestellt werden können.»

Das sagt Martina Pletscher, Kommunikationsbeauftragte des Universitätsspitals Zürich.

Ein Sprecher des Spital Triemli gibt zu Bedenken, dass es rund zwei Wochen dauere, bis Patienten mit schweren Verläufen intensive Pflege benötigen. Dies gibt den Krankenhäusern eine Vorlaufzeit, um ihre Kapazitäten bei Bedarf wieder hochzufahren.

Zudem halten die befragten Spitäler Infrastrukturen wie vorgelagerte Coronaverdachtsabklärungen und separate Eingänge aufrecht. Das Inselspital Bern fährt gemäss einem Sprecher die Kapazität gar nicht herunter. Sollte es zu einem Anstieg an Infektionen kommen, sei man immer noch à jour.

* Name geändert

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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • cdrom 25.04.2020 17:53
    Highlight Highlight Die Coronasaison endet in der Regel ende April. Die zweite Welle - sofern sie überhaupt kommt dürfte im Winter kommen. Ist genau so wie bei der Grippe. Mal stärker, mal schwächer.
    • Varanasi 25.04.2020 19:46
      Highlight Highlight Bist du Virologe?
  • Finöggeli 25.04.2020 13:45
    Highlight Highlight Endlich! Es wäre schön zu begreifen, dass Spitäler für alle Patienten Kapazitäten zu Verfügung stellen müssen und jeder Patient unabhängig von der Krankheit ein Recht auf eine gute Behandlung haben. Es ist schlicht unfair gegenüber der Bevölkerung, dass jemand mit Verdacht auf COVID-19 zum Handkuss kommt, aber zB Krebspatienten in die Röhre schauen müssen, weil die Behandlung dort nur noch lindernd aber nicht heilend ist... Die Schweiz ist nicht Italien und entsprechend sollten wir alle Patienten würdig behandeln, die Kapazitäten haben wir.
  • COVID-19 ist Evolution 25.04.2020 13:04
    Highlight Highlight Welche zweite Welle?
  • Wolfman 25.04.2020 11:42
    Highlight Highlight Die Kapazitäten in den Spitälern runterzufahren ist in der jetzigen Situation gefährlich, sehr gefährlich sogar.
    Nur weil man jetzt ein paar Mal weniger als 200 Neuansteckungenhatte, meint man es ist alles easy?
    2 Wochen nach dem 27.4. werden die Zahlen rasant wieder nach oben gehen. Die 2. Welle ist nur eine Frage der Zeit und je schneller überall die Lockerungen vorangehen, umso schneller wird die 2.Welle zuschlagen und zwar heftig, sehr heftig.
    • Gubbe 25.04.2020 12:45
      Highlight Highlight Dann kommen sicher alle Extremsurfer auf ihre Kosten, wenn diese sehr, sehr enorme Welle kommt.
    • Coffey 26.04.2020 09:29
      Highlight Highlight Ja Wolfman, weil Führungspersonen in Spitälern sind ja alle kognitiv suboptimiert und haben vor allem gerade von medizinischen Zusammenhängen keine Ahnung. Hätte man besser dich gefragt vorher. 🤦🏻‍♂️
  • Raber 25.04.2020 11:12
    Highlight Highlight Das kommt davon,weil das BAG halt nie eine klare Strategie verfolgte. Zuerst wollte man die Welle brechen. Da die Massnahmen so krass waren, gab es keine Explosion von Erkrankten. Jetzt will Berset plötzlich wieder auf die Contaiment Strategie setzten und gleichzeitig lockern aber die Massnahmen. Schweden zieht einfach den ersten Plan durch und es funktioniert,da das Gesundheitssystem nicht überlastet ist. Abgerechnet wird am Schluss,sprich wenn die Impfung da ist. Vorher ergibt ein Zahlenvergleich keinen Sinn.
  • elco 25.04.2020 11:07
    Highlight Highlight Die Spitäler sind dazu da, Kranken zu helfen und nach Möglichkeit zu heilen. Spitäler sind nicht dazu da um auf eine imaginäre, herbeigeredete 2. Welle zu warten...
  • Baumi72 25.04.2020 11:04
    Highlight Highlight Welche 2. Welle? Oder gar eine 3.?

    Bitte mehr solche Artikel!

    Das baut die Menschen auf!
  • Mr.President 25.04.2020 10:54
    Highlight Highlight Wenn’s 2.Welle kommt - wird man die Intensiv Betten nicht mehr brauchen können.
    Es wird so krass sein, wie bei spanischen Grippe.
    Wenn es kommt. Ich hoffe nicht.
    Aber wenn’s wie bei spanischen Grippe Welle 1917 kommt - dann gute Nacht! Es ist wie jetzt in Italien x 10

    Aber ich denke mal positiv, das es alles bald wieder vergessen wird, und wir können über den Trump wieder schimpfen und andere unproduktive bullshitbingo spielen.
    • Der Kritiker Bernd 25.04.2020 14:53
      Highlight Highlight Positiv? Was ist an deinen Gedanken positiv? Und hört mal mit dem Vergleich mit der spanischen grippe auf.. Das war vor 100 Jahren.. Hast du wirklich das Gefühl dass sich seither nichts verändert hat??
    • cdrom 25.04.2020 18:23
      Highlight Highlight Der Vergleich mit der Spanischen Grippe hinkt. Die Ernährung war nicht optimal, es gab noch keine Antibiotika... (für die Folgeerkrankungen)
    • Mr.President 25.04.2020 18:45
      Highlight Highlight @Bernd: ich hab ein Absatz gemacht.
      D.h. ich bin positiv eingestellt, das es eben NICHT zu zweiter Welle kommt!!!
      Bist du schwer vom Begriff?! Oder hab ich mich zu wenig gut ausgedrückt?
  • M.Ensch 25.04.2020 10:39
    Highlight Highlight Die Kapazitäten betr. Coronanotfälle in den Spitälern gerade jetzt massiv runterzufahren, ist eher bedenklich. Zuerst sollte man die Lohnabhängigen aus den durch das Vorgehen des BR gebeutelten
    Branchen wieder schrittweise an die Arbeit lassen. An den Konsequenzen dieses Vorgehens leiden viele noch sehr lange. Und bitter ist, dass sich das Seco für diese Menschen massiv verschätzt hat.
    • Schizo 25.04.2020 13:35
      Highlight Highlight Und was ist mit den Lohnabhängigen im Spital die auf Kurzarbeit sind weil alle Stationen zu Corona-Stationen umgebaut wurden? Lieber die Stationen so lassen, ohne Arbeit weil keine Patienten? Und sollen die eh schon unterbezahlten Pflegekräfte halt auch noch auf der Coronastation auf eine Arbeit warten (für die sie im übrigen nicht angestellt wurden, also nicht-vertragliches-Aufgabengebiet).
      Da werde ich richtig wütend! aber dann wieder mal klatschen... Und im Gegenzug die Arbeitsrechte des Pflegepersonals mit Füssen treten...
  • flaviaaprile25 25.04.2020 10:17
    Highlight Highlight 😱😱😱
  • Wolfman 25.04.2020 10:14
    Highlight Highlight Der Lockdown hat die erste Welle ganz sicher abgemildert.
    Die Frage ist jetzt nur, wie wir alle uns verhalten werden, wenn die Lockerungen am Montag beginnen. Lockerungen bedeuten ja nicht, dass alles vorbei ist. Persönlich bin ich der Meinung, dass wenn wir uns jetzt weiterhin an die Regeln halten, dass wir dann im Sommer auch alle davon profitieren werden. In Australien wurden in einem Vorort von Sydney die Lockerungen wieder rückgängig gemacht, weil die Leute sich nicht an die geltenden Sicherheits-und Hygienemassnahmen gehalten haben. Wir habens also in der Hand.
    • AdiB 25.04.2020 11:25
      Highlight Highlight Leider sehen es viele leute so, lockerung gleich coronaaus. Mich grauts was noch kommen kann. Hoffen wir msl das die vernunft siegt.
  • murrayB 25.04.2020 08:55
    Highlight Highlight Gab es eine 1. Welle? Ausser im TI zum Glück nirgends in der CH.

    Was nun aber folgt ist der wirtschaftliche Niedergang mit der 2. Welle! Und eine Verschuldung die die nächsten zwei Generation bezahlen kann :-)
    • Varanasi 25.04.2020 09:42
      Highlight Highlight Man kann sich die Finger wund schreiben.... immer das gleiche Thema und immer die gleichen Kommentatoren, die nicht verstehen.
      Es gab keine grosse Welle WEGEN dem Lockdown.
      Die unkontrollierte Ausbreitung wurde WEGEN dem Lockdown gestoppt. Seien wir doch alle froh!
    • murrayB 25.04.2020 10:17
      Highlight Highlight @Varanansi - ich hätte lieber die erste Welle gehabt- unser Gesundheitssystem ist Weltklasse!

      Anstatt nun die 2. Welle unseren Kindern überlassen die über CHF 5'000.- staatliche Schulden je Kopf zurückzahlen müssen und nun jobmässig schlecht dastehen (nebstden über 50 Jährigen)...
    • M.Ensch 25.04.2020 10:48
      Highlight Highlight Jobmässig wird das queerbeet für viele Konsequenzen haben. Und die über 50-Jährigen, die jetzt ihren Job verlieren, werden es besonders spüren. Wie wird sich der BR zusammen mit dem Parlament für die wohl einsetzen? Zweifel sind angebracht.
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  • Der Kritiker Bernd 25.04.2020 08:50
    Highlight Highlight Spulen wir ein paar Wochen zurück.. Kompletter Lockdown um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.. Als oberstes Ziel.. Und jetzt? Als sie das Ziel aus den Augen verloren...
    • gringo1000 25.04.2020 10:05
      Highlight Highlight Oberstes Ziel erreicht, oder nicht?
    • farbarch1 25.04.2020 11:42
      Highlight Highlight @gringo1000 Eben nicht erreicht, denn sobald man sich verhält, wie wenn man das Ziel erreicht hat, ist das Ziel schon wieder in weiter Ferne. Oder nicht?
    • gringo1000 25.04.2020 12:46
      Highlight Highlight @farbach: Das mein ich ja auch. Das Ziel ist immer noch das gleiche. Das haben die Verantwortlichen ja auch nicht aus den Augen verloren. Darum öffnen sie ja jetzt nicht alles auf einmal.
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  • Selbstverantwortin 25.04.2020 08:11
    Highlight Highlight Die Spitäler sind wohl nahe genug dran um zu wissen: der Corona-Sturm war ein Lüftchen war, Schweden ging den besseren Weg und der Lockdown sollte umgehend komplett aufgehoben werden.
    Aber für diese Meinung gab‘s von den Experten hier sehr viele Blitze...
    • Shlomo 25.04.2020 09:23
      Highlight Highlight Ja Schweden geht den besseren weg mit seinen immer noch massiv steigenden Todeszahlen.
      Aber hey bald haben auch die einen Lockdownn
      Benutzer Bild
    • MartinZH 25.04.2020 09:26
      Highlight Highlight Zu schreiben: "Schweden ging den besseren Weg", hat entweder etwas mit Ignoranz oder mit Dummheit zu tun. Man könnte ja einfach einmal die Anzahl Verstorbener nehmen, und dann etwas denken, bevor man schreibt.
    • Varanasi 25.04.2020 09:39
      Highlight Highlight Ja Schweden ging den besseren Weg....
      Benutzer Bild
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  • Gulasch 25.04.2020 07:36
    Highlight Highlight Unser Spital ist bereit. Die Pflegeequipe, Kochpersonal, Reinigungsfachkräfte, Physios etc. rocken und sind motiviert!
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