Erstmals nördlich der Alpen: Dengue-Virus bei Tigermücken in Basel nachgewiesen
Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat bei einer Untersuchung gefangener Tigermücken erstmals das Dengue-Virus nachgewiesen. Dies stellt den ersten publizierten Nachweis dieses Virus in Stechmücken nördlich der Alpen dar, wie das Kantonslabor am Dienstag mitteilte.
Auf diesen Fund stiessen die Fachleute bei einer Probe des Pilotmonitorings aus dem Jahr 2024 bei einem Pool der Gattung Aedes, zu der auch die Asiatische Tigermücke zählt. Unter den hiesigen klimatischen Bedingungen handle es sich um «seltenes Ereignis», schreibt das Kantonslabor.
Wie gross ist die Infektionsgefahr?
Eine Dengue-Infektion ohne Reisehintergrund ist zwar grundsätzlich möglich, jedoch im Gegensatz zur letztjährigen Chikungunya-Übertragung im Elsass deutlich unwahrscheinlich. Grund dafür ist, dass eine Übertragung des Dengue-Virus wesentlich höhere Temperaturen erfordert, wie es im Communiqué heisst.
Das Zeitfenster, in dem eine Mücke das Virus von einer infizierten Person aufnehmen und weitergeben kann, beschränkt sich somit auf die Hochsommermonate.
Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schätzt das Risiko einer Dengue-Fieber-Übertragung in der Schweiz als begrenzt ein. Es bestehe in der Schweiz zwar ein grundsätzliches Risiko für eine Dengue-Übertragung, doch dieses sei «sehr gering und nur unter bestimmten Bedingungen gegeben», heisst es auf der BAG-Website.
Die meisten bestätigten Dengue-Fälle hierzulande ereignen sich in den Wintermonaten und sind bisher alle auf Reisen in tropische Gebiete zurückzuführen. Während des Monitorings im Jahr 2024 wurde im Kanton kein Dengue-Fall gemeldet, wie es weiter heisst.
Massnahmen in Freizeitgärten sind ungenügend
Letztes Jahr haben die Behörden insgesamt 1628 Mücken gefangen. Bei der überwiegenden Mehrheit handelt es sich um einheimische Stechmücken. Lediglich 2 Prozent gehörten zur Gattung Aedes. Die Fachleute untersuchten die Insekten in Gruppen, sogenannten Pools. Sie konnten in 24 der 163 Pools das Usutu-Virus nachweisen. Andere Viren kamen im Jahr 2025 nicht zum Vorschein.
Das Usutu-Virus betrifft in erster Linie Vögel. Menschen können sich ebenfalls infizieren, was aber bisher vor allem in Gebieten mit dauerhaftem Vorkommen der Fall ist. Die Verläufe sind abgesehen von seltenen schweren Fällen bei immungeschwächten Personen mild.
Das Kantonslabor stellt fest, dass die Massnahmen gegen Ausbreitung der Asiatischen Tigermücken ungenügend sind. Dies haben rund 40 Kontrollen vor Ort gegeben. Die Inspektionsteams nahmen auch 30 Freizeitgartenvereine unter die Lupe, wobei sie in der Mehrheit der kontrollierten Gärten Mängel feststellten. Sie stiessen bei 14 Vereinen auf Parzellen mit einer «erheblichen Anzahl Brutstätten», wie es weiter heisst.
(dab/sda)
