Mehrere Wolfsrisse im Berner Oberland – Alpwirtschaft besorgt
Zwei Wolfsrisse im Berner Oberland innert weniger Tage haben Besorgnis bei der Alpwirtschaft ausgelöst. Die Berner Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren forderte am Donnerstag «den sofortigen Abschuss des verantwortlichen Wolfs».
Das kantonale Jagdinspektorat bestätigte die Wolfsrisse auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In Meiringen wurden demnach am 29. April vier durch einen Herdenschutzzaun geschützte Schafe gerissen. Aufgrund des Rissbildes werde von einem Wolf ausgegangen.
Am 4. Mai seien in Grindelwald acht weitere Schafe getötet worden. Auch hier deute das Rissbild auf einen Wolf hin. Im Unterschied zu Meiringen seien die Tiere jedoch nicht geschützt gewesen.
Abschuss noch nicht möglich
Derzeit sei unklar, ob beide Vorfälle auf denselben Wolf zurückzuführen seien. Entsprechende DNA-Analysen seien im Gang. «Unabhängig davon sind die Voraussetzungen für einen Abschuss gemäss Jagdgesetz aktuell nicht erfüllt», schrieb das Jagdinspektorat.
Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) bekräftigte seine Forderung nach einer Regulierung der Wolfsbestände. Eine rasche Umsetzung der entsprechenden Motionen sei entscheidend, schrieb der SAV, dessen Präsident der Berner SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh ist.
Für diesen Sommer werde es mit der Umsetzung allerdings nicht reichen. Der SAV rufe die Kantone deshalb auf, den bestehenden gesetzlichen Spielraum zu nutzen und schnell zu handeln. (sda)
