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Defekt bringt Niesenbahn zum Stillstand – 300 Gäste evakuiert



Die Niesenbahn steht seit Mittwoch wegen eines technischen Defekts still. Rund 300 Gäste mussten vom Berg evakuiert werden.

Die Niesenbahn im Berner Oberland steht seit Mittwoch still (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Ein technischer Defekt hat am Mittwoch die Niesenbahn im Berner Oberland zum Stillstand gebracht. Rund 250 bis 300 Fahrgäste mussten vom Niesen evakuiert werden, 30 davon per Helikopter. Die Bahn fährt ab Freitag wieder.

Ein Defekt eines elektronischen Überwachungselemente führte am Mittwoch zu einem Unterbruch in der 1. Sektion zwischen Mülenen und der Mittelstation Schwandegg, wie die Niesenbahn am Donnerstag mitteilte.

Wie in solchen Fällen vorgesehen sei, wurde der Diesel-Notantrieb in Betrieb genommen. Doch kam es in der Folge in der Kupplung zu einem Defekt, der nicht sofort repariert werden konnte.

Deshalb mussten 250 bis 300 Gäste von der Bergstation auf rund 2300 Metern über Meer evakuiert werden. Die Gäste wurden mit der Niesenbahn bis zur Mittelstation Schwandegg auf 1668 Metern über Meer transportiert und anschliessend 20 Minuten zu Fuss in Gruppen bis zur Egg auf 1435 Metern begleitet. Dort führten Kleinbusse die Reisenden zur Talstation in Mülenen.

Rund 30 Gäste, die nicht gut zu Fuss waren, wurden mit einem Rega-Helikopter direkt von der Bergstation ins Tal geflogen. Laut Angaben der Niesenbahn war die Evakuierung um 18.00 Uhr abgeschlossen. «Alle Gäste sind gesund wieder in Mülenen angelangt.» Sie seien für ihre Umtriebe entschädigt worden, hiess es weiter.

Weder Gäste noch Mitarbeiter gefährdet

Die Bahn betont, dass zu keinem Zeitpunkt Gäste oder Mitarbeitende einer Gefahr ausgesetzt gewesen. Ein vergleichbares Ereignis sei während der letzten mindestens 10 Jahre noch nie vorgekommen. Der Fall werde nun detailliert analysiert und die notwendigen Schlüsse gezogen.

Anlässlich der jährlichen Kontrollen seien weder beim defekten Tachogenerator noch bei der Kupplung Hinweise auf einen Schaden festgestellt worden, schreibt die Niesenbahn. Der Elektroantrieb konnte noch am Mittwoch repariert werden, der Notantrieb hingegen nicht.

Das notwendige Ersatzteil wird am Donnerstag eingebaut und getestet. Da ohne funktionierenden Notantrieb nicht gefahren werden darf, nimmt die Niesenbahn erst am Freitag wieder den Betrieb auf. (mim/sda)

Die schwersten Bahnunglücke der vergangenen Jahre

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