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[gestellte Aufnahme] Ein Mann konsumiert am 11. November 2006 Kokain in einer Privatwohnung in Zuerich. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

[posed picture] A man is consuming cocaine in a private apartment in Zurich on November 11, 2006. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

Kokain soll in Bern vorerst nicht kontrolliert abgegeben werden. Bild: KEYSTONE

Berner Stadtrat stimmt knapp gegen den kontrollierten Kokain-Verkauf



Der Berner Stadtrat will einstweilen nichts wissen von einem Pilotversuch für den kontrollierten Kokain-Verkauf. Mit 31 zu 26 Stimmen lehnte er am Donnerstag eine Motion aus den Reihen der Alternativen Linken (AL) ab.

Der kontrollierte Kokain-Verkauf wäre ein sinnvollerer Ansatz als die Kriminalisierung von tausenden Menschen, warb die AL für ihren Vorstoss. Unterstützung fand sie bei einem Teil der Ratslinken, aber auch bei manchen Mitte-Politikern und Freisinnigen.

Dass es nicht für eine Mehrheit reichte, lag an der SP. Zuerst wolle man Erfahrungen mit dem kontrollierten Cannabis-Verkauf sammeln, ehe man sich mit der gefährlicheren Droge Kokain befassen könne, befand eine Mehrheit der SP-Fraktion.

So erging es auch etwa Manuel C. Widmer von der GFL: Es sei wichtig, in der Drogenpolitik Schritt um Schritt zu machen und die Bevölkerung für neue Anliegen zu gewinnen.

Klare Worte fand die SVP. Der Konsum von Kokain lasse nicht steuern, erklärte ihr Sprecher Alexander Feuz. Tests mit verbotenen und gefährlichen Rauschmitteln seien unsinnig. Schliesslich mache man auch nicht Versuche mit Tempo 180 auf den Berner Autobahnen.

«Schlechte Erfahrungen»

Die Stadtregierung winkte ebenfalls ab. Pilotversuche zur Abgabe von Kokain und Ritalin an Schwerstsüchtige seien schon in den 1990er-Jahren gescheitert. Heute setze man auf psychotherapeutische und pharmakologische Ansätze.

Ausserdem sei Kokain nicht nur gesundheitsschädigend, sondern habe auch ein hohes Suchtpotenzial. Eine Abgabe zu Genusszwecken sei daher «praktisch nicht umsetzbar».

Sozialdirektorin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) betonte im Rat, die Universität Bern fokussiere im Moment sowieso auf Cannabis-Studien. Die Stadt hätte also gar keinen wissenschaftlichen Partner für einen Kokain-Pilotversuch. (sda)

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