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Fast jeden Tag Demo: Bern blickt auf Demonstrationsjahr 2025 zurück

Kaum ein Tag ohne Demo: Bern blickt auf ereignisreiches Demonstrationsjahr zurück

18.01.2026, 09:0918.01.2026, 14:40

In der Stadt Bern verging 2025 kaum ein Tag ohne Demonstration: 339 Kundgebungen registrierte die Gewerbepolizei. Das entspricht einer durchschnittlichen Bilanz für die Bundesstadt, wobei die Gewaltbereitschaft mehr als einmal ausserordentlich war.

Im Jahr 2024 gab es gar zwei Demonstrationen mehr, wie Norbert Esseiva, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekanntgab. Erst seit wenigen Jahren ist dieser Wert konstant derart hoch: 2015 verzeichnete die Stadt noch 235 Kundgebungen, 2019 waren es schon 360.

Seither gab es in Bern kein Jahr mit unter 300 Demonstrationen. Auch während der Pandemie blieb das Bedürfnis, Anliegen auf die Strasse zu tragen, hoch. Dies trotz zeitweise strengeren Regeln. Den Rekord hält 2022, als sich 394-mal Gleichgesinnte zusammentaten, um gemeinsam auf die Strasse zu gehen.

Frauenstreik mobilisiert weiterhin

Die grösste Kundgebung des vergangenen Jahres dürfte einmal mehr der Frauenstreik vom 14. Juni gewesen sein. Mehr als 10'000 Menschen demonstrierten in diesem Rahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für gleiche Rechte für alle, die Organisatorinnen sprachen von 35'000 Teilnehmenden.

Eine weitere Grosskundgebung war die nationale Pro-Palästina-Demonstration von Ende Juni, an der mindestens 10'000 Menschen ihre Solidarität mit Gaza bekundeten. Ein Anliegen, das sich durch das Demonstrationsjahr 2025 zog.

Neben bewilligten Demonstrationen erfasst das Polizeiinspektorat auch Kleinstkundgebungen, Spontankundgebungen sowie unbewilligte Demos, sofern sie davon Kenntnis hat. Eine detaillierte Aufschlüsselung macht die Stadt nicht, letztere dürften aber vergangenes Jahr zahlreich in die Statistik miteingeflossen sein.

Gewalt nahm zu

Einige davon verliefen friedlich, wie die Kundgebung zum Weltfrauentag sowie jene gegen die Überbauungspläne im Gaswerkareal. Andere gaben mit ihrer denkwürdigen Gewaltbereitschaft zu reden, allen voran die eskalierte propalästinensische Demonstration von Mitte Oktober. Bereits im Mai war es bei einer Gaza-Demo zu Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und Einsatzkräften gekommen.

Trotz dieser gehäuften Vorfälle hielt die Berner Kantonspolizei in ihrem Bericht zur Kundgebung vom 11. Oktober fest, dass Gewaltexzesse im Zusammenhang mit Demonstrationen über die Jahre hinweg tendenziell abgenommen hätten. Ob die Ausschreitungen von 2025 eine Trendumkehr oder lediglich eine isolierte Zunahme seien, werde sich erst langfristig zeigen. (hkl/sda)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
18.01.2026 10:44registriert Oktober 2019
Warum haben diese so viel Zeit um zu "Demonstrieren"?
Müssen die keiner Arbeit nachgehen?
Verursachen aber hohe Kosten…
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