Schweiz
Blaulicht

Neuenburg hat ein Problem mit algerischen Dieben

Neuenburg hat ein Problem mit algerischen Dieben – Bund soll Druck auf Algerien ausüben

25.08.2020, 13:3826.11.2021, 08:13
Nach Angaben der Kantonspolizei Neuenburg läuft eine Untersuchung, um die Umstände des Todes des jungen Mannes zu bestimmen. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE

Im Raum Neuenburg sind in diesem Sommer so viele, teils gewalttätige Diebstähle verübt worden wie noch nie. Die meisten Täter stammen aus Algerien. Nun fordert der Kanton den Bund auf, beim nordafrikanischen Land zu intervenieren.

«Wir möchten, dass die Eidgenossenschaft Druck auf die algerische Regierung ausübt, damit sie ihre Straftäter zurücknimmt», sagte der Neuenburger Sicherheitsdirektor Alain Ribaux am Dienstag vor den Medien. Die Nähe des Asylzentrums Perreux erkläre nur einen Teil der Fälle, da zahlreiche aufgegriffenen Täter nicht als Antragsteller registriert worden seien.

Bei einer umfassenden, mehrwöchigen Polizeioperation wurden 189 Personen identifiziert, von denen zwei Drittel Wiederholungstäter waren. «Ein einziger Täter ist allein für 27 Diebstähle verantwortlich », sagte Polizeikommissar Fabio Benoît.

Insgesamt wurden in der Region Neuenburg Littoral mit 13 Gemeinden, darunter die Stadt Neuenburg, seit Juni 580 Taschendiebstähle, Entreissdiebstähle, Einbrüche und Raubüberfälle verübt - ein neuer Rekord. Beim Höhepunkt der Kriminalität gab es Mitte Juli 88 Diebstähle während einer einzigen Woche.

Zunahme der Gewalt

Dabei zeigte sich, dass die Täter öfter Gewalt anwenden. Die Zahl der Diebstähle mit Gewaltanwendung belief sich im Juli auf 42, verglichen mit einem Monatsdurchschnitt von vier Fällen während der vergangenen vier Jahre.

Die Justiz erliess 88 Strafbefehle, 38 davon mit festen Freiheitsstrafen. Von den schwerwiegendsten Fällen ordneten die Behörden bei 11 Fällen eine Untersuchung und fünf präventive Festnahmen an.

Identifizierung schwierig

Rund ein Dutzend Strafbefehle wurden auch für Minderjährige erlassen. Die Identifizierung von Verdächtigen war laut Polizei ein Problem. «Von 36 angeblichen Minderjährigen waren 18 bereits volljährig. »Einige waren Franzosen und gaben vor, Algerier zu sein", sagte Polizeikommissar Benoît.

Die Polizei wertete die gezielte Operation, die vom 6. Juli bis zum 10. August dauerte, jedoch als einen Erfolg. Sie habe zur Rückkehr zu einer normalen Zahl von 40 Fällen pro Woche geführt, sagte der Neuenburger Polizeikommandant Pascal Lüthi.

Die Aktion sei jedoch durch die Gewaltbereitschaft der Täter und der aktuellen Debatte um Polizeigewalt und Diskriminierung im Zuge der «Black Lives Matter»-Bewegung erschwert worden, fügte er hinzu. Bei der mehrwöchigen Operation standen insgesamt 229 Polizisten vor Ort im Einsatz. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Brotz-Vertreter Mario Grossniklaus will die SRF-«Arena» nicht übernehmen
Seit klar ist, dass Moderator Sandro Brotz das SRF verlassen wird, brodelt die Gerüchteküche: Wer übernimmt künftig die Moderation der «Arena», der wohl bekanntesten Polit-Diskussionssendung der Schweiz? Nun ist klar: Mario Grossniklaus wird es nicht. Dies gab der Moderator am Donnerstag auf Linkedin bekannt.
Zur Story