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Erwin Sperisen Vernon, director of National Civil Police, PNC, inspects an anti gangs operation in Guatemala City, Guatemala, Tuesday, March 14, 2006. (AP Photo/Moises Castillo)

Erwin Sperisen: Steiler Aufstieg und tiefer Fall. Bild: Im Jahr 2006/AP

Erwin Sperisen

Tag Zwei im Prozess gegen Erwin Sperisen: «El Vikingo» streitet alles ab und nervt die Gerichtspräsidentin

Der spektakuläre Prozess gegen den ehemaligen Polizeichef von Guatemala, Erwin Sperisen, geht in die nächste Runde: Vor dem Genfer Staatsgericht musste sich «El Vikingo» heute zu den Vorfällen im Oktober 2005 äussern. 

Damals waren drei Häftlinge aus dem Gefängnis «El Infiernito» ausgebrochen. Einer der Flüchtigen soll laut Anklage knapp zwei Wochen danach geschnappt, an einen anderen Ort gebracht und dort hingerichtet worden sein. 

Guatemalan Chief of National Police, Erwin Sperisen, stands next to a cross in the main cemetery minutes after unidentified gunmen killed police officer Luis Felipe Lorenzo during a daily patrol in Guatemala City, Friday, Aug. 5, 2005. This year 61 policemen have been killed all over the country. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Im Prozess wurde Sperisen ein dreiminütiges Video gezeigt, das einen der Flüchtige nach seiner Verhaftung zeigen soll – neue Erkenntnisse blieben jedoch aus. Bild: AP

Die beiden anderen Häftlinge sollen eineinhalb Monate nach dem Ausbruch zuerst festgenommen und dann erschossen worden sein. Danach wurden die Tatorte laut Anklageschrift verändert – es sollte offenbar wie eine tödliche Auseinandersetzung aussehen. 

Sperisen bestreitet Wissen um «Plan B»

Die Anklage wirft Sperisen vor, parallel zur Suche nach den entflohenen Häftlingen einen weiteren Plan ausgearbeitet zu haben, wonach die Ausbrecher – einmal gefasst – hingerichtet werden sollen. 

Sperisen wies die Vorwürfe von sich. Er habe nichts von einem «Plan B» gewusst. Vom Tod der Häftlinge habe er erst erfahren, als er von einem Polizisten darüber unterrichtet wurde, sagte der 43-Jährige.

Spannung im Gerichtssaal

Die Gerichtspräsidentin zeigte sich wiederholt genervt von den Antworten von Erwin Sperisen. Sie massregelte auch mehrmals die Verteidiger und schnitt ihnen bei Fragen, die nicht direkt von der Ermordung der drei Häftlinge handelten, das Wort ab. 

Die Befragung des guatemaltekisch-schweizerischen Doppelbürgers geht am Nachmittag weiter. Dann soll er zum Hauptdelikt bei der Rückeroberung der Strafanstalt «Pavon» aussagen. Dabei wurden sieben Häftlinge getötet. Laut Anklage hatte Sperisen in einem Fall selber den Finger am Abzug. (dwi/sda)

Mehr zum Fall Sperisen

>>> Erster Prozesstag: Die Verteidigung stiftet Verwirrung um ein Interview mit einer Klägerin und fordert Entlastungszeugen 
>>> Der steile Aufstieg und tiefe Fall des Erwin Sperisen: Wie ein Schweizer namens El Vikingo Polizeichef von Guatemala wurde und warum er jetzt wegen Mordes vor Gericht steht



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