Schweiz
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Magdalena Martullo-Blocher, chief executive officer (CEO) and vice-chairman of the board of directors of EMS-CHEMIE HOLDING AG, answers to questions during a press conference on the fourth quarter and full-year results 2014 in Zurich, Switzerland, Friday, February 6, 2015. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Wie der Vater, so die Tochter: Magdalena Martullo-Blocher. Bild: KEYSTONE

Magdalena – oder der Einzug der Dynastien in die Schweizer Politik

Dynastien drängen in die Politik: Mit Magdalena Martullo-Blocher hat der Polit-Trend des 21. Jahrhundert auch die Schweiz erreicht. 



Von allen Parteien hält die SVP die Schweizer Fahnen am meisten in die Höhe. Paradoxerweise ist sie aber auch die Partei, die am meisten von den USA beeinflusst wird. Ob «Vertrag mit dem Volk» oder markige Sprüche im Sinne von FoxNews: Die SVP sitzt jedem Trend aus Übersee auf und bringt ihn als gut eidgenössische Erfindung unters Schweizer Volk. 

So gesehen ist es nicht weiter verwunderlich, dass Magdalena Martullo-Blocher in den Nationalrat will. Dynastien sind wieder schwer im Kommen. In den USA wird das Präsidenten-Rennen nächstes Jahr mit grosser Wahrscheinlichkeit zwischen den Clintons und den Bushs entschieden werden. In der Schweiz wird derweil an einem Fürstenhaus Blocher gebastelt. 

Glanz und Gloria anstatt Leistung

Bild: KEYSTONE

Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen, dass die Kinder von erfolgreichen Politikern ebenfalls in die Politik einsteigen. Sippenhaft entspricht nicht dem Denken in einer liberalen Gesellschaft. Die Rahmenbedingungen in der modernen Gesellschaft ebenfalls nicht mehr. Geld, Glanz und Gloria treten vermehrt an die Stelle von Leistung.

Traditionell musste jeder, der eine Karriere in der Politik anstrebte, zuerst eine Ochsentour innerhalb der Partei absolvieren. Dazu gehörte das mühsame Sammeln von Unterschriften für Initiativen oder Referenden, das Verteilen von Flugblättern und das Absitzen von unzähligen sturzlangweiligen Parteiversammlungen. Nur so konnte man sich über Schulpflege, Gemeinde- und Kantonsparlament schliesslich in das eidgenössische Parlament hocharbeiten. 

In der Wirtschaft können Familien Sinn machen

Ausgerechnet die SVP hebelt dieses Prinzip immer häufiger aus. Anstatt treue Parteisoldaten schaffen es glamouröse Quereinsteiger auf die sonnigen Plätze der Parteiliste: Der Banker Thomas Matter, der Rechtsprofessor Hans-Ueli Vogt, «Weltwoche»-Chef Roger Köppel – und jetzt Magdalena Martullo-Blocher. 

Mächtige Familien gibt es in der Schweiz schon lange, aber bisher waren sie in der Wirtschaft anzutreffen. Dazu gehören etwa die Familien LaRoche oder Schmidheiny oder die Verlegerfamilien Ringier und Coninx. Auch wenn der üble Streit um Sika das Gegenteil zu beweisen scheint, sind Familienunternehmen in der Wirtschaft oft sinnvoll. In der Regel sind sie weit weniger dem kurzfristigen Shareholder-Value-Denken verpflichtet als börsenkotierte Firmen. 

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Dynastien als Zeichen von politischer Dekandenz

In der Politik hingegen trifft dies nicht zu. Wenn die Clanzugehörigkeit die traditionelle Ochsentour ersetzt, ist die ein Zeichen von politischer Dekadenz. Es zeigt, dass auch hierzulande das Leistungsprinzip ausgehebelt wird. Magdalena Martullo-Blocher geht mit einem gewaltigen Vorteil ins Rennen. Sie muss bloss ihre Kandidatur anmelden – und kann sofort mit landesweiten Schlagzeilen rechen. Als Magdalena Müller-Meier hingegen müsste sie dafür viel Zeit oder viel Geld oder beides aufwenden.

Ob Magdalena Martullo-Blocher eine fähige Politikerin ist oder nicht und ob sie gewählt wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. Die Tatsache, dass sie es aus dem Stand auf eine Nationalratsliste schafft, ist kein gutes Zeichen für die Schweizer Demokratie, genauso wie der Trend innerhalb der SVP, zunehmend Glamour mit ehrlicher Politarbeit zu ersetzen. Es zeigt, dass Geld in der Schweizer Politik eine immer wichtigere Rolle spielt. 

Die Seven Thinking Steps von Magdalena Martullo-Blocher

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oliver Gautschy (1) 21.04.2015 03:58
    Highlight Highlight Bitte weniger Blocher Propaganda!!!
  • IMaki 20.04.2015 19:38
    Highlight Highlight Geil! Endlich: Nach den Mussolinis über die Kim's via die Le Pens und die Bush's können wir nun auch swissmade unseren Teil zur faschistischen Weltgeschichte beitragen.
  • deed 20.04.2015 14:22
    Highlight Highlight Kein ganz neuer Trend. Man denke an Vater und Sohn Tschäppat, ehemaliger und aktueller Stadtpräsident von Bern.
    • goschi 20.04.2015 14:59
      Highlight Highlight Wobei da, so wenig ich Alexander Tschäppät mag, die Umstände anders sind, den A. Tschäppät hat den ganz normalen Weg eines Lokalpolitikers begangen und kam nicht quer in sein Amt.

      Auch E. Widmer-Schlumpf ist die Tochter eines grossen Politikers, oder C. Wasserfallen, dagegen spricht, wie Herr Löpfe schreibt, auch nichts, wenn die Politiker eben den normalen Weg gehen (was alle genannten taten) und nicht einfach versucht wird qua Familienbande ins Amt zu heben.
  • damenschnauz 20.04.2015 13:08
    Highlight Highlight ju driim du!
  • Roger Gruber 20.04.2015 12:48
    Highlight Highlight Diese Kultur hat schon bei uns Einzug gehalten. Wer nicht weiss, wen ich meine, der stelle mal Gedanken an zur Person Evelyne Widmer-SCHLUMPF.
  • Amboss 20.04.2015 12:48
    Highlight Highlight Dieser Artikel finde ich einfach zu gut.
    Jahrelang gabs in der Schweiz ein Thema: Blocher. Ach, wie wurde das Thema doch breitgeschrieben. Hunderte von Artikeln, welche davor warnten, dass die Schweiz bald massivste Nachteile haben wird und wie Blocher die Direkte Demokratie beschädigt. Und was ist passiert: Wirtschaftlich läufts super und die direkte Demokratie ist lebendig wie eh und je.
    Die einzige Hoffnung war, dass die Zeit dies heilt und Blocher irgendwann nicht mehr da ist.
    Und jetzt das: Plötzlich steht Blocher II bereit... Man spürt die Wut förmlich in diesem Artikel...
    • Amboss 20.04.2015 13:35
      Highlight Highlight @lala: Ich schon. Wobei Ohnmacht oder Frustration vielleicht sogar noch die präziseren Ausdrücke wären.
      Was meinen sie mit Le Pen und seiner Tochter? Was haben die beiden mit dem Artikel zu tun?
  • Lowend 20.04.2015 12:05
    Highlight Highlight Und wann kommen solche Monster-Aggitations-Propaganda-Artikel über die tausenden anderen Kandidaten für den Nationalrat? Ich bin sehr enttäuscht, dass Watson offenbar auch bei der Hofberichterstattung der Blocherschen Medienmaschine über unsere neue Monarchenfamilie und deren Lakeine mitmachen muss, aber eben, wer zahlt befielt.
    • Angelo C. 20.04.2015 12:15
      Highlight Highlight Du wirst dich daran gewöhnen müssen, mein Lieber, dass auch WATSON allmählich die Zeichen der Zeit erkennt und Chefredaktor Hansi Voigt nicht nur das stereotyp linke Gehässigkeitsgelabber zulässt, sondern offenbar auch gewillt ist, ausgewogener berichten zu lassen. Das ist nur positiv, denn wenn sich hier auch bisher fast nur die Phalanx unreflektierter Linksaktivisten frohlockend auf der täglichen Galerie einfand, hat man doch erkannt, dass es hierzulande auch zahlreiche andere Meinungen und Philosophien gibt, die es - will man langfristig Erfolg haben - zu berücksichtigen gilt. Mit "wer zahlt, der befiehlt" hat das rein gar nichts am Hut. Ich hoffe, du wirst auch diesen ausgewogeneren Stil unbeschadet überleben ;-)!
    • Petar Marjanović 20.04.2015 12:29
      Highlight Highlight Wir werden heute noch viele andere Themen bringen. Jetzt sind paar Minuten für Martullo-Blocher reserviert. Gegen Nachmittag gibt's dann auch für dich was, Lowend. Versprochen!
    • Lowend 20.04.2015 12:38
      Highlight Highlight Freude herrscht bei jenen die den Faschismus lieben! Ausgewogen wäre es aber, wenn alle gleich lange Spiesse haben, aber in der Bananenrepublik Schweiz darf man ja als Wähler nicht einmal wissen, wer dass welche Partei mit wie vielen Millionen besticht und gleiches gilt natürlich auch für die Presse, die inzwischen vom Blocher-Clan aufgekauft wurde und der Rest wird von der FDP alimentiert. Wenn die solche Hinterzimmer-Finanzierungen gefallen, zeigt dass höchstens, dass dir an Pressefreiheit nichts liegt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Adonis 20.04.2015 11:50
    Highlight Highlight Ich sah die Magdalena in einer DOK -Sendung o.ä. Jedenfalls "bellte" und "stallte" sie ihre Mitarbeiter in einem Kurs in ihrer Firma "wie Buben" an! Die Jungs sassen mit eingezogenem Kopf da.

    Liebe Magdalena, machen Sie doch bitte einen Kurs im "gut und sauber Sprechen" und einen Kurs über "Empathie", (und: etwas leiser auftreten wäre auch angesagt), dann werden Sie gar noch Bundesrätin.
  • Willide 20.04.2015 11:47
    Highlight Highlight Der Polittrend hat vielleicht das 21. Jahrhundert erreicht, aber hat das auch das Hause Blocher? Wenn das mit der Tochter der Fall ist, warum sollte sie nicht in den Nationalrat!?
  • Angelo C. 20.04.2015 11:42
    Highlight Highlight Na, immerhin mal ein ausgewogener und nicht à priori gehässiger Löpfe-Kommentar, gar nicht so übel! Offenbar hat die gestrige Online-Diskussion mit Chefredaktor Hansi Voigt (Thema: #Lügenpresse, Schreiben Sie einfach die Wahrheit) doch ein bisschen gefruchtet. Tatsache ist, dass diese äusserst erfolgreiche Wirtschaftskapitänin politisch nicht nur parteiintern, im Zusammenspiel mit Köppel und einigen anderen Intellektuellen, erfolgreich den Fortbestand der stärksten Schweizer Partei sichern, sondern auch sonst innenpolitisch einiges bewegen kann. Vorschusslorbeeren brauchts sicherlich keine, aber eine derart führungsstarke Frau wird sich gewiss markant einbrigen. Das steht, allen Unkenrufen zum Trotz, jetzt schon fest...ob's nun allen passt oder auch nicht :-)!
    • Philipp loepfe 20.04.2015 12:42
      Highlight Highlight Mein Gott! Was ist da schief gelaufen?
    • Angelo C. 20.04.2015 12:53
      Highlight Highlight Philippe : Du hast den smily vergessen ;-))!
  • Karl Müller 20.04.2015 11:26
    Highlight Highlight "Dynastien drängen in die Politik: Mit Magdalena Martullo-Blocher hat der Polit-Trend des 21. Jahrhundert auch die Schweiz erreicht. "

    Ähm ... was, wie bitte? Was ist denn mit Eveline Widmer-Schlumpf, Tochter von Alt-Bundesrat Leon Schlumpf?
    • stadtzuercher 20.04.2015 12:01
      Highlight Highlight Im Gegensatz zu Blocher und den superreichen Politikerdynastien in den USA, China etc war die Familie Schlumpf nie unternehmerisch tätig. Ihre Macht beschränkte sich also immer auf die Menge, die ihr vom Volk demokratisch gegeben wurde. Sie konnte sich die Ämter nicht kaufen. Bei Blochers ist das anders.
    • Roger Gruber 20.04.2015 12:53
      Highlight Highlight Stadtzürcher, Bundesräte werden in der Schweiz nicht vom Volk gewählt. Kaum jemand hat EWS gekannt, bevor sie sich über die BDP in den Bundesrat wählen liess. Was übrigens eine reine Charade war um den mehr als überfälligen zweiten Bundesratssitz der SVP zu verhindern.
    • stadtzuercher 20.04.2015 13:30
      Highlight Highlight Gruber, EWS war nur Bildungsfernen und Uninformierten unbekannt. EWS war die erste Regierungsrätin in Graubünden, und langjährige Präsidentin der Finanzdirektorenkonferenz. Im Gegensatz dazu haben die mächtigen Quereinsteiger wie Martullo nichts und gar nichts politisch geleistet, aber dank Geld, Macht, eigenen TV-Sendern und Zeitungen werden sie gewählt. Wie geht der Ausspruch: Gib mir eine Million CHF und ich mach einen Kartoffelsack (oder wars ein Affe?) zum Bundesrat.
  • stadtzuercher 20.04.2015 11:24
    Highlight Highlight Feudalherrschaft 2.0
    Und nebenbei schwatzen diese globalen Politikerdynastien dem leichtgläubigen Volch immer neue Gesetze auf, die den Reichen reicher machen und den Mittelstand zerstören. Wie beschränkt müssen eigentlich die SVP-Wähler sein, zu glauben, die Milliardärsdynastie Blocher handle zu Gunsten des Mittelstandes. Wie beschränkt und dumm?
    • Lumpirr01 20.04.2015 12:35
      Highlight Highlight @stadtzuercher: Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Nicht wenige Kleingewerbler wählen aus Tradition SVP (früher BGB) und unabhängig von Blocher's oder Köppel's Machtgelüsten, Auftreten oder Meinung. Diese Gewerbler zählen sich zum Mittelstand, beschäftigen mehrheitlich gelernte Handwerker und bezahlen faire Löhne und alle notwendigen Sozialabgaben. Ein Parteiwechsel kommt für diese Leute nicht in Frage, da die von der SVP Parteizentrale verfolgte Politik diesen Gewerbler in keiner Weise weh tut! Dass diese Gewerbler die Armen anstelle der Armut bekämpen sollen, ist nicht nachvollziehbar.
    • Platonismo 20.04.2015 17:07
      Highlight Highlight Also, welche Gesetze meinen Sie jetzt? Die dämlichen MEI und Minarett-Initiativen machen die Reichen wohl kaum reicher.
    • stadtzuercher 21.04.2015 08:39
      Highlight Highlight Platonismo, etwa die Tatsache, dass Kapitalgewinne nicht versteuert werden müssen, auch in Mio-Höhe nicht, dass aber der Büezer jeden Franken versteuern muss, den er hart erarbeitet hat? Naturgesetz? Oder doch eher gute Lobbyarbeit? Bin auf deine Antwort gespannt, Platonismo.

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