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CO2-Gesetz

Wie teuer kommt uns das? Eine Rechnung zum neuen CO2-Gesetz

Wer klimabewusst lebt, profitiert vom neuen Gesetz.
Wer klimabewusst lebt, profitiert vom neuen Gesetz.bild: tbm

Wie teuer kommt uns das? Eine Rechnung zum neuen CO2-Gesetz

Die Schweiz stimmt am 13. Juni über das CO2-Gesetz ab. Es beinhaltet neue Abgaben: Wer dem Klima schadet, muss mehr bezahlen. Doch wie viel kostet dies jeden von uns? Und wie kann man sogar Geld erhalten? Einige Beispiele.
10.05.2021, 05:45
Lucien Fluri / ch media
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Das kann teuer werden: Nur in diesem Punkt sind sich Gegner und Befürworter des CO2-Gesetzes einig.

Die Befürworter sagen: Wenn die Schweiz jetzt nicht Massnahmen gegen den Klimawandel ergreift, wird dies das Land teuer zu stehen kommen, etwa wegen Trockenperioden, die der Landwirtschaft schaden. Und vor allem könnte dies zum Nachteil der Schweizer Wirtschaft werden: Denn die umliegenden Länder fördern innovative Technologien; ein neuer Markt entsteht, in dem die Schweiz nicht fehlen darf.

Ganz anders sehen es die Gegner. Sie sagen: Das Gesetz ist teuer, aber nutzlos. Sie befürchten nicht nur zusätzliche Kosten für Privatpersonen, sondern auch einen Standortnachteil aufgrund der hohen Abgaben. Und sie sind überzeugt: Einerseits handelt die Bevölkerung schon von sich aus immer klimafreundlicher, und die Technik macht grosse Fortschritte. Andererseits hat aus ihrer Sicht kaum einen Einfluss auf die Erderwärmung, wie viel CO2 die Schweiz ausstösst.

Drei Faktoren sind ausschlaggebend

Doch wie teuer käme das Gesetz den Einzelnen? Das hängt von drei Faktoren ab: Wie viel Benzin verbraucht Ihr Auto? Wie heizen Sie? Und wie oft fliegen Sie? In allen drei Bereichen gibt es neu höhere Abgaben (Details siehe unten). Die Absicht dahinter: Wer dem Klima schadet, der bezahlt mehr. Über finanziellen Druck soll so der CO2-Ausstoss aller gesenkt werden. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2030 soll er 50 Prozent tiefer liegen als noch 1990.

Doch nicht jeder muss mit dem Gesetz mehr bezahlen: Ein Teil der eingenommenen Abgaben wird an die Bevölkerung zurückbezahlt – über die Krankenkasse. Jede Person erhält gleich viel Geld: Der Bund rechnet mit 80 Franken pro Person und Jahr, die künftig zusätzlich zu den heutigen 87 Franken ausgerichtet werden. Familien erhalten den Betrag auch für die Kinder. Ob man unter dem Strich eine Abgabe bezahlt, hängt also davon ab, wie klimafreundlich man lebt. Wer energieeffizient lebt, wird sogar mit Geld belohnt.

Beispiel 1: Wer umweltfreundlich lebt, wird gut belohnt

Eine Familie, die klimabewusst lebt, profitiert. Zu den rund 350 Franken, die die Familie heute schon aus der Abgabe erhält, kommen künftig noch 320 Franken hinzu.

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Beispiel 2: Das Extrembeispiel

Ob jemand künftig wirklich mehr bezahlen muss, hängt in erster Linie nicht vom Autofahren und nur bedingt vom Fliegen ab, sondern von der Heizung. Hier ein Beispiel eines Paares mit grossem, altem Haus und alter Ölheizung.

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Beispiel 3. Der absolute Durchschnitt bezahlt geringfügig mehr

Im Portemonnaie der Schweizer Durchschnittsfamilie verändert sich wenig, vor allem wenn man bedenkt, dass die volle Abgabe 2030 erst anfällt und hier mit aktuellem Benzinverbrauch gerechnet wird. Vielleicht hat die Familie dann ja ein Elektroauto.

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Beispiel 4: Alleinstehende haben keine Skaleneffekte

Wer alleine lebt, kann sich Nebenkosten nicht teilen; die Rückvergütung kommt nur einmal.

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Beispiel 5: Das Paar, das sehr gerne reist

Neue Flugabgaben können einen Effekt haben. Man muss aber relativ viel fliegen.

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Beispiel 6: Die Familie, die etwas mehr zahlen muss

Flüge in die Türkei, zwei Autos: Das sorgt für mässige Zusatzkosten. Auch hier zeigt sich: Die (fehlende) Heizung ist entscheidend.

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Wie gerechnet wurde

  • Die Berechnung wurde mit den maximal möglichen Abgaben im Jahr 2030 durchgeführt. Dass diese Obergrenzen ausgereizt werden, ist nicht gewiss: Bis 2030 werden die Abgaben stufenweise erhöht, abhängig davon, ob Einsparziele erreicht werden.
  • Es wird mit aktuellen Zahlen gerechnet, etwa beim Benzinverbrauch. Bis 2030 dürften Motoren sparsamer sein.
  • Investitionskosten, bspw. für den Ersatz von Ölheizungen, fehlen in der Rechnung. Die Gegner warnen: Die Konsumentenpreise könnten aufgrund von höheren Investitions- oder Produktionskosten steigen. Andererseits können neue Heizung längerfristig für tiefere Nebenkosten sorgen.
  • Ein Teil der Abgaben fliesst in einen Klimafonds. Der andere Teil wird der Bevölkerung über die Krankenkasse zurückbezahlt. Der Bund rechnet mit zusätzlich 80 Franken Rückerstattung pro Person und Jahr (zu den heutigen 87 Franken aus der bereits bestehenden CO2-Abgabe). Die Gegner rechnen mit lediglich 30Franken zusätzlich. Sie argumentieren, dass die Einnahmen aus der Flugticketabgabe stark sinken werden, da es nach Corona weniger Flugbewegungen geben werde.
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252 Kommentare
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Sebultikon
10.05.2021 06:27registriert August 2018
Wiedermal eine Abgabe die Wenigverdiener stärker trifft. Leider wurde verpasst Verwaltungen von Miethäusern in die Pflicht zu nehmen. Als Mieter hat man nunmal keinen Einfluss darauf wie geheizt wird...
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MCN1988
10.05.2021 07:23registriert Mai 2020
Ich finde es ja grundsätzlich nicht schlecht, wenn man z.B. das Fliegen "bestraft" jedoch die Abgaben auf die Heizung auf den Mieter abzuwälzen, der keinen Einfluss auf die Art der Heizung hat finde ich komplett falsch. Dort müsste man die Abgaben dem Hauseigentümer so auferlegen, dass er die Kosten nicht auf die Mieter abwälzen kann, z.B. durch eine Steuererhöhung auf Häuser mit veralteten Heizungen...
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Michael Heldner
10.05.2021 06:40registriert März 2017
Was irgendwie nie mit einkalkuliert wird, ist das vermutlich auch jede Firma, jeder Transportdienst seine kosten weiter geben wird. oder werden Einkaufsläden nicht beheizt und beliefert? klar mögen das pro transportierter Ware bestenfalls Centbeträge sein, aber auch diese summieren sich. Schlussendlich sind die die Leidtragenden, welche aufs Auto angewiesen sind und sich weder mal eben ne neue Heizung noch ein neues (E) Auto leisten können.
Aber hey immerhin wird so wieder viel Geld eingenommen, denn "Lenkung" findet ja selbst laut Experten bei den Preisen noch keine statt.
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Seit über 30 Jahren führt Stefan Fischer Outdoor-Events durch wie Canyoning, Klettern, Bergtouren oder Schlittenhunde-Touren. Durch die Klimaerwärmung sieht er seine Zukunft bedroht.

Stefan und Séverine Fischer haben eine gemeinsame Faszination: Hunde. Deshalb führt das Paar zusammen Fischer Adventures, eine Firma für Outdoor-Events. Ihre Hauptattraktion sind 39 Schlittenhunde.

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